Motorola Razr 70 Plus: Der dreiste Trick bei den EU-Updates

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Quelle: Motorola
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Wer knapp 850 Euro für ein Razr 70 Plus auf den Tisch legt, rechnet mit jahrelanger Software-Pflege. Doch der Blick in die offizielle EPREL-Datenbank der EU erzeugt eine trügerische Sicherheit. Dort brüstet sich der Hersteller mit sechs Jahren Update-Verfügbarkeit, während die eigene Website spärliche vier Jahre Sicherheits-Patches ausweist.

Paragraphen-Trickserei statt echter Sicherheit

Hinter dem eklatanten Widerspruch steckt kein redaktioneller Fehler, sondern eiskaltes Kalkül. Die neue EU-Ökodesign-Verordnung verpflichtet Hersteller zwar ab Mitte 2025 zu fünf Jahren Software-Support ab Verkaufsende, lässt aber eine absurde Lücke offen. Motorola legt den Text schlicht so aus, dass nicht neue Patches entwickelt werden müssen, sondern lediglich der allerletzte Stand auf den Servern abrufbar bleiben muss.

Das bedeutet im Klartext: Nach drei Android-Updates und vier Jahren Patches ist Schluss mit echten Updates. Die verbleibenden zwei Jahre lädt man im Grunde nur noch kalten Kaffee vom Motorola-Server herunter, um die EU-Bürokratie formal zufriedenzustellen.

Der geschädigte Kunde zieht den Kürzeren

Für Käufer eines 850-Euro-Foldables ist das eine absolute Frechheit. Wer beim Kauf auf das offizielle EU-Energielabel vertraut, wird über die tatsächliche Nutzungsdauer schamlos getäuscht. Ein Premium-Smartphone braucht aktive Sicherheitssysteme und keine juristischen Kniffe. Solche Schlupflöcher zu nutzen zerstört Vertrauen – Punkt.

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4 Kommentare

  1. Der eigentliche Punkt ist ja nicht die Anzahl der Updates, sondern dass Zusage und Praxis auseinanderlaufen und man das erst nach dem Kauf merkt. Genau dafuer braeuchte es eine schriftliche, durchsuchbare Quelle statt einer Nebenbemerkung im Ankuendigungsvideo. Ich ziehe mir bei solchen Aussagen inzwischen den gesprochenen Text mit einem free caption tool heraus, weil sich sonst spaeter nicht belegen laesst, was tatsaechlich versprochen wurde. Danke fuers Nachhaken.

  2. Wenn das juristisch so durch geht, sollte man eher seinen Ärger bei den Wettbewerbshütern der EU platzieren, weil die ein schlechtes Gesetz gemacht haben, als bei dem Hersteller der das Gesetz scheinbar zu seinen Gunsten, aber wohl korrekt ausgelegt hat.
    Ich hatte bereits Anfang des Jahres eine entsprechende Anfrage bei Motorola hierzu gemacht und exakt diese Auskunft erhalten bzgl. der Abweichung zum EU Label und daraufhin von dem Kauf Abstand genommen.
    Danach die Verbraucherzentrale informiert, aber die konnten oder wollten auch nichts dazu sagen.

  3. Ganz einfach solchen Tricksern wie Motorola einfach den Mittelfinger zeigen und keine Smartphones mehr von diesen kaufen solange sie solche eine armselige Updatepolitik weiter fahren

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