Nothing Phone (4a) Testbericht

Nothing Phone (4a) weiß Header
Quelle: Nothing

Nothing liefert mit dem Phone (4a) die vierte Generation seiner „a“-Baureihe und beweist einmal mehr, dass die Londoner den Mittelklasse-Markt besser verstehen als die meisten Konkurrenten. Für 349 Euro (8/128 GB) beziehungsweise 449 Euro (12/256 GB) erhält man ein Smartphone, das 2026 in seiner Preisklasse mit einem überzeugenden Paket aus Design, Display, Kamera und Software antritt.

Gegenüber dem Phone (3a) gibt es klare Verbesserungen: Das Display wurde heller und schärfer, das Kamerasystem erhielt mit einer 50-Megapixel-Periskopkamera (3,5-fach optischer Zoom) ein echtes Upgrade, und die neue Glyph Bar mit 63 Mini-LEDs setzt designtechnisch einen frischen Akzent. Das RAM-Upgrade auf 8 GB im Einstiegsmodell bedingt allerdings einen etwas höheren Preis als beim Vorgänger – ein direktes Resultat der aktuellen Speicherchip-Engpässe.

Für den Test wurde mit das Nothing Phone (4a) mit 12 GB RAM und 256 GB Speicher in der Farbe weiß kostenlos vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür, dies hat jedoch wie immer keinen Einfluss auf das Testergebnis.

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Lieferumfang

Der Lieferumfang des neuen Phone (4a) wurde von Nothing besonders umweltreundlich gestaltet, es gibt kein Plastik in der Verpackung. In der Box an sich findet ihr natürlich das Nothing Phone (4a), dazu ein USB-C-Kabel, die üblichen Sicherheitsinformationen, einen Displayschutz (bereits angebracht), ein SIM-Eject-Tool und zur Überraschung auch eine einfach klare Schutzhülle. Letztere ist heutzutage ja kaum noch von Herstellern beigefügt, daher ist dies um so erfreulicher.

Technische Daten

MerkmalSpezifikation
Display6,78 Zoll LTPS AMOLED, 2720 × 1224 px (440 ppi), 30–120 Hz, HDR10+
Helligkeit800 nit typisch / 1.600 nit outdoor / 4.500 nit Spitze (HDR)
DisplayschutzCorning Gorilla Glass 7i
ProzessorQualcomm Snapdragon 7s Gen 4
RAM / Speicher8 GB + 128 GB / 12 GB + 256 GB (UFS 3.1)
Hauptkamera50 MP, f/1.88, Samsung GN9 (1/1,56″), OIS
Telekamera50 MP Periskop, 3,5× optisch / 7× verlustfrei / bis 70×, Samsung JN5 (1/2,75″), OIS
Ultraweitwinkel8 MP, 120°, IMX355, f/2.2
Frontkamera32 MP, Samsung KD1, f/2.2
Akku5.400 mAh (internationale Variante), 50 W Schnellladen
Ladezeit50 % in ca. 22 Min. / 100 % in ca. 64 Min. (kein Wireless Charging)
BetriebssystemAndroid 15 / Nothing OS 4.1 (3 große Android-Updates zugesichert)
Glyph Bar63 Mini-LEDs, 6 Zonen, bis 3.500 nit, Flip to Glyph, Timer, Progress, Lautstärke
Essential KeyDedizierte Taste (links), KI-Schnellzugriff / Essential Space
Konnektivität5G, WiFi 6 (2,4 GHz + 5 GHz), Bluetooth 5.4, USB-C 2.0, Dual SIM (kein eSIM), NFC, GPS, GLONASS
FingerabdruckscannerOptisch, im Display
IP-ZertifizierungIP64 (Staub- und Spritzwasserschutz)
Abmessungen / Gewicht163,95 × 77,57 × 8,55 mm / 204,5 g
FarbenSchwarz, Weiß, Blau, Pastell-Pink (neu)
Preisab 349 Euro (8/128 GB) / 449 Euro (12/256 GB)

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Design & Verarbeitung

Das Nothing Phone (4a) ist auf den ersten Blick unverkennbar ein Nothing-Smartphone. Die halbtransparente Glasrückseite legt Spulen, Schrauben und grafische Strukturelemente frei und macht das Innenleben zum festen Bestandteil des Designs. Gegenüber dem Phone (3a) wurde das Design jedoch spürbar weiterentwickelt: Der durchgehende Kamerabalken des Vorgängers wurde durch ein kompakteres, pillenförmiges Kameramodul mit Aluminium-Einfassung ersetzt, was hochwertiger wirkt und den Blick auf die Glyph Bar lenkt.

Das Gesamtbild wirkt oben lebendiger und futuristischer, unten ruhiger und aufgeräumter. Die Seitenrundungen beginnen etwas früher als beim Vorgänger, das Gerät liegt dadurch angenehmer in der Hand. Das Gewicht von 204,5 g ist vertretbar, die Dicke von 8,55 mm liegt im Mittelfeld.

Neue Glyph Bar

Statt der bisherigen LED-Streifen sitzt auf der Rückseite nun eine rechteckige Glyph Bar mit 63 Mini-LEDs in 6 individuell ansteuerbaren Zonen. Die Helligkeit wurde gegenüber früheren Versionen um bis zu 40 % gesteigert (bis 3.500 nit). Die bekannten Funktionen bleiben erhalten: Flip to Glyph (stummschalten und Glyph als Benachrichtigung nutzen), Glyph Timer, Lautstärkeanzeige und Glyph Progress. Letzteres zeigt Live-Updates von Apps wie Uber, Zomato oder Google Kalender an, ohne das Display aktivieren zu müssen. Weitere App-Integrationen sollen per Update folgen.

Essential Key & Tastenlayout

Eine small but relevant improvement: Der Essential Key wurde von der rechten Seite (wo er neben der Power-Taste zu Fehlbedienungen führte) auf die linke Gehäuseseite verlegt, wo er nun allein sitzt. Rechts befinden sich Lautstärkewippe und Einschalttaste. Die Taste dient als Schnellzugang zu Nothing’s Essential Space und KI-Funktionen.

Neben Schwarz, Weiß und Blau ist neu ein weiches Pastell-Pink erhältlich, das dem transparenten Design eine besondere Note verleiht. Die Rückseite aus Glas ist mit IP64 gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Gorilla Glass 7i schützt die Vorderseite.

Display

Das 6,78 Zoll große LTPS AMOLED-Panel mit 2720 × 1224 Pixeln (440 ppi) ist einer der stärksten Upgrades gegenüber dem Vorgänger, der nur 387 ppi bot. Texte und Inhalte sind scharf, Farben kräftig und natürlich. Die Bildwiederholrate bewegt sich adaptiv zwischen 30 und 120 Hz (über feste Stufen, kein stufenloses LTPO).

Die Helligkeit ist beeindruckend für die Preisklasse: 800 nit typisch, 1.600 nit im Freien und bis zu 4.500 nit Spitze bei HDR-Inhalten – ein Sprung von 50 % gegenüber dem Phone (3a). Inhalte sind selbst in direktem Sonnenlicht gut lesbar. HDR10+ wird unterstützt und funktioniert etwa bei YouTube. Das 2160-Hz-PWM-Dimming schützt bei niedrigen Helligkeiten vor Augenermüdung.

Das Display ist komplett flach, hat gleichmäßige Ränder und eine kleine Punch-Hole-Frontkamera. Die seitlichen Ränder sind für 2026 etwas breiter als bei manchen Konkurrenten, stören im Alltag aber nicht. Nothing OS 4.1 bringt anpassbare Widgets, Pop-up-Fenster, Extra Dark Mode und einen erweiterten Sperrbildschirm.

Performance

Als Prozessor kommt der Snapdragon 7s Gen 4 zum Einsatz – ein Upgrade gegenüber dem 7s Gen 3 des Vorgängers. Das SoC bietet für die Mittelklasse solide Performance: Alltägliche Aufgaben wie Surfen, Social Media, Streaming und Office-Anwendungen laufen flüssig. Auch anspruchsvollere Spiele sind mit ausreichend Detail spielbar.

In Kombination mit dem 120-Hz-Display und Nothing OS 4.1 wirkt die Bedienung reaktionsschnell und flüssig. Der optische In-Display-Fingerabdruckscanner entsperrt zuverlässig. Der Rahmen besteht aus Kunststoff mit matter Oberfläche, was rutschsicheren Grip bietet, aber weniger hochwertig wirkt als Metall.

Das Phone (4a) unterstützt leider keine eSIM und auch kein kabelloses Laden. Beides fehlt in dieser Preisklasse nicht überall, ist aber bei Nothing bewusst weggelassen worden.

Kamera

Das Herzstück des Upgrades ist die neue 50-Megapixel-Periskop-Telekamera (Samsung JN5, 1/2,75″, OIS) mit 3,5-fach optischem Zoom, 7-fach verlustfreiem In-Sensor-Zoom und bis zu 70-fach digitalem Ultra-Zoom. Beim Vorgänger war nur 2× optischer Zoom verfügbar. Die Hauptkamera mit 50 MP (Samsung GN9, 1/1,56″, f/1.88, OIS) und die 8-MP-Ultraweitwinkelkamera (120°) bleiben weitgehend unverändert. Die 32-MP-Frontkamera liefert ordentliche Selfies.

Bei guten Lichtverhältnissen liefert die Hauptkamera sehr ansprechende Ergebnisse: natürliche Farben, gute Dynamik, saubere Details. HDR-Aufnahmen profitieren von der verbesserten Dynamikumfang-Berechnung. Die Ultraweitwinkelkamera ist für die Preisklasse brauchbar – Farben stimmen, die Detailwiedergabe bleibt aber hinter der Hauptkamera zurück.

Die Periskop-Telekamera überzeugt bei 3,5× und 7×: Die Bilder sind scharf und detailliert. Über 30× nimmt die Qualität spürbar ab; 70× ist eher als Notlösung als als Arbeitszoom gedacht. Für die Preisklasse ist das Ergebnis aber stark.

Bei wenig Licht zeigt das Phone (4a) solide, aber nicht herausragende Ergebnisse. Der Auto-Nachtmodus reduziert Rauschen spürbar, Details gehen jedoch in dunklen Bildbereichen verloren. Die Frontkamera schwächelt ebenfalls bei Low-Light-Bedingungen.

Videoaufnahmen sind für die Preisklasse ordentlich. Der Expert-Modus erlaubt manuelle Kontrolle von ISO, Verschlusszeit (1/8000s bis 32s), Weißabgleich und Fokus sowie RAW-Aufnahmen. Zeitlupe und Zeitraffer sind verfügbar.

Das Phone (4a) bietet keinen Telemacro-Modus mehr (der Periskop-Treiber erlaubt keine Nah­fokussierung). Stattdessen steht ein klassischer Makro-Modus über die Hauptkamera bereit.

Software

Das Phone (4a) läuft mit Android 15 unter Nothing OS 4.1. Nothing OS zeichnet sich durch seine cleane, minimalistische Ästhetik aus: kein Bloatware, dezente Animationen, ein konsistentes Schriftbild und durchdachte Widgets. Für Nothing OS untypisch für Android ist das System erfrischend aufgeräumt.

Neuerungen in Nothing OS 4.1 umfassen Extra Dark Mode, Pop-Up-View (schwebende App-Fenster), neue Schnelleinstellungen, erweiterter Sperrbildschirm und Essential Apps (nutzererstellt Widgets). Der Essential Key dient als Schnellzugang zu Essential Space – einem persönlichen KI-Notizbuch und Schnellzugriffsbereich. Unter Nothing OS lässt sich der Key auch mit ChatGPT verknüpfen.

Die Update-Politik ist ein bekannter Schwachpunkt: Nothing sichert 3 große Android-Updates zu (also bis Android 18/19). Im Vergleich zu Googles 7 Jahre bei Pixel 10a oder Samsungs 4 Jahre beim Galaxy A56 ist das schwach.

Lautsprecher

Das Phone (4a) verfügt über Stereo-Lautsprecher: einen Hauptlautsprecher an der Unterkante und den Ohrhörer als sekundäre Quelle. Der Klang ist für die Preisklasse überraschend gut – klar, ohne störendes Schnarren bei hoher Lautstärke. Für den täglichen Konsum von YouTube oder das streamen von Filmen reicht das locker aus.

Akku

Der 5.400-mAh-Akku bietet für die meisten Nutzer mehr als ausreichend Ausdauer. Über Nacht (ungenutzt) gehen lediglich 4 % Akku verloren, eine Stunde Kamera-/Video-Test kostete etwa 9 %. Ihr braucht also keine Angst haben, dass Nothing Phone (4a) schafft problemlos einen ganzen Tag bei normalem Gebrauch.

Das 50-W-Schnellladen lädt den Akku in etwa 22 Minuten auf 50 % und in rund 64 Minuten vollständig auf. Wie bereits erwähnt, es gibt kein kabelloses Laden und auch kein Reverse Charging. Das mitgelieferte USB-C-Kabel unterstützt die volle Ladegeschwindigkeit, ein Ladegerät liegt nicht bei.

Stärken & Schwächen

  • Einzigartiges Design – Glyph Bar mit 63 Mini-LEDs
  • Sehr helles AMOLED mit 440 ppi und 4.500 nit Spitze
  • Erstmals Periskop-Tele: 3,5× optisch / 7× verlustfrei
  • Starke Tageslicht-Fotografie mit OIS auf Haupt- und Tele
  • Großer Akku mit sehr geringem Standby-Verbrauch
  • 50 W Schnellladen (50 % in 22 Minuten)
  • Nothing OS 4.1: sauber, flüssig, kein Bloatware
  • Gute Stereo-Lautsprecher
  • Essential Key jetzt auf der richtigen Seite
  • Attraktive Pastell-Pink-Farboption
  • Kein eSIM-Support
  • Kein kabelloses Laden
  • Nur IP64 – kein vollständiger Wasserschutz
  • Nur 3 zugesicherte Android-Updates
  • Kamera bei wenig Licht nur Mittelfeld
  • Kein Telemacro mehr (durch Periskop-Konstruktion)
  • USB-C 2.0 (langsamer Datentransfer)
  • Preis gestiegen gegenüber Phone (3a)
  • Groß und etwas wuchtig – kein Einhand-Gerät

Fazit

Das Nothing Phone (4a) ist 2026 eines der charakterstärksten und überzeugendsten Mittelklasse-Smartphones unter 400 Euro. Das einzigartige Design mit neuer Glyph Bar, das extrem helle AMOLED-Display und die erstmals enthaltene Periskop-Telekamera sind echte Pluspunkte, die so kein Konkurrent in dieser Preisklasse kombiniert.

Nothing OS 4.1 überzeugt mit seinem sauberen Android ohne Bloatware und dem Essential Key als praktischer KI-Schnellzugang. Akku und Schnellladen liefern solide Alltagstauglichkeit. Wer morgens auflädt und den ganzen Tag über aktiv ist, wird selten in den roten Bereich kommen.

Die wichtigsten Abstriche sind bekannt: kein eSIM, kein Wireless Charging, nur IP64 und nur drei große Android-Updates. Wer langfristige Software-Versorgung priorisiert, greift lieber zur Konkurrenz. Für alle anderen ist das Nothing Phone (4a) ein starkes, stylisches Paket mit echter Persönlichkeit.

Klare Empfehlung für alle, die in der Mittelklasse kein gesichtsloses Einheitssmartphone wollen – mit starkem Display, vielseitigem Kamerasystem und der einzigartigen Glyph Bar.

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