Oppo Find X10: Zertifizierung enthüllt den 8.000-mAh-Wahnsinn

Oppo will es jetzt mit der Brechstange wissen. Beim kommenden Find X10 brechen die Chinesen mit alten Konventionen und knallen uns Specs vor den Latz, die entweder genial oder völlig absurd sind.
Zertifiziert und bereit für das späte Finale
Die Regulierungsbehörden in China machen den Weg frei. Ein frisches Oppo-Smartphone mit der Modellnummer PMW110 ist in der offiziellen SRRC-Zertifizierung aufgetaucht. Der bekannte Leaker Digital Chat Station legt sich fest: Das ist die neue Find X10-Reihe. Fest steht laut dem Eintrag bisher nur die Unterstützung für das N79 5G-Band. Ein kleiner, aber notwendiger Schritt auf dem Papier. Der geplante Launch-Termin sickert ebenfalls durch. Oppo peilt intern das späte September an.
Gleich vier verschiedene Modelle sollen diesmal an den Start gehen. Die Display-Diagonalen reichen dabei von kompakten 6,32 Zoll bis hin zu wuchtigen 6,89 Zoll. Alle Varianten nutzen die schmalere LIPO-Bezel-Technologie für dünne Ränder. Das zertifizierte Modell setzt wohl auf einen komplett flachen Bildschirm. Wer auf Edge-Displays gehofft hat: Pustekuchen. Der restliche Spec-Bogen liest sich allerdings wie ein wildes Experiment.
Das Akku-Monster und das Display-Dilemma
Die echte Ansage betrifft die Stromversorgung. Oppo will im Standardmodell eine gigantische 8.000-mAh-Zelle verbauen. Ein echter Brocken. Das wird das Gehäuse unweigerlich dicker und schwerer machen, Physik lässt sich schließlich nicht austricksen. Bei den Prozessoren zieht Oppo eine klare Trennlinie. Das Standardmodell muss mit dem Dimensity 9500 Plus vorliebnehmen. Die Pro-Varianten bekommen dagegen den brandneuen 2nm-Prozessor Dimensity 9600 spendiert. Für das absolute Topmodell steht der Dimensity 9600 Pro im Raum. Reine Performance-Gewalt.
Beim Display kochen die Emotionen in den Kommentaren bereits hoch. Für das Pro-Modell testet Oppo ein 6,78 Zoll großes 1,5K LTPO-Display. Der Haken für manche Kritiker: Das Panel basiert auf einem Substrat des chinesischen Herstellers Tianma. Der Leaker verteidigt die Wahl vehement. Ich halte die Aufregung für Quatsch. Wenn die Helligkeit und die Effizienz im Alltag stimmen, ist der Name des Herstellers auf dem Papier egal.
Megapixel-Wahn in der Kamera-Abteilung
Oppo übertreibt es bei den Kameras maßlos. Auf der Rückseite des Pro-Modells soll ein gigantischer 200-Megapixel-Hauptsensor im 1/1,3-Zoll-Format sitzen. Gepaart wird das Ganze mit einem ebenfalls 200 Megapixel starken Teleobjektiv mit großem Sensor. Dazu eine fast schon skurrile 3-Megapixel-Multispektral-Linse. Das Find X10 Pro Max schlägt in dieselbe Kerbe. Ein primärer 200-Megapixel-HPC-Sensor arbeitet dort Hand in Hand mit einer Periskop-Telekamera.
Diese brutale Pixeldichte nervt mich ehrlich gesagt. Riesige Bilddateien verstopfen nur den Speicher, ohne im Alltag automatisch bessere Schnappschüsse zu garantieren. Oppo wählt hier schlicht den Weg des maximalen Marketings.
Der wunde Punkt der Display-Lieferketten
Der Aufschrei um das Tianma-Display im Pro-Modell zeigt das Kernproblem der gesamten Smartphone-Industrie. Apple und Samsung haben jahrelang den Markt für High-End-OLED-Panels dominiert. Chinesische Hersteller wie Oppo versuchen nun vehement, sich aus dieser Abhängigkeit zu befreien. Das spart Kosten und sichert die Produktion.
Die Kehrseite ist das Image-Problem bei den Tech-Nerds. Trotz fortschrittlicher Generationen haftet inländischen Zulieferern wie Tianma oft noch der Ruf der zweiten Klasse an. Oppo geht hier ein kalkuliertes Risiko ein. Sie opfern den prestigeträchtigen Namen auf dem Datenblatt für eine höhere wirtschaftliche Unabhängigkeit und bessere Margen.
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