Samsung Galaxy Z Fold 9: Rettet CTG-Glas das Display?

Die Tinte unter den ersten Kaufverträgen für die Z-Fold-8-Serie ist noch gar nicht trocken, da sickern aus den Entwicklungslaboren von Samsung Display bereits die nächsten Details durch. Ein aktueller Bericht von ZDNet beruft sich auf Brancheninsider und enthüllt ein Projekt namens Center-etched Thin Glass (CTG).
Die unschöne Vertiefung mitten im Panel ist seit dem allerersten Foldable der größte Kritikpunkt der Community. Während der Markt gefühlt seit Jahren auf der Stelle tritt, will Samsung genau hier ansetzen und das Problem über die Materialstruktur lösen.
Bisheriges Ultra-Thin Glass (UTG) ist über das gesamte Display hinweg starr und gleich dick. Bei CTG hingegen wird das Glas gezielt nur in der Faltzone chemisch ausgedünnt. Das sorgt für einen wesentlich kleineren Biegeradius ohne Spannungsrisse, während die äußeren Bereiche ihre volle Dicke und Verwindungssteifigkeit behalten.
Materialphysik statt Scharnier-Tricks: So funktioniert CTG
Das Verfahren klingt im Labor gut, bringt aber gemeine Tücken in der Praxis mit sich. Durch das Ätzen entsteht in der Mitte ein winziger Graben – ohne Feinschliff würde das Display das Licht brechen wie eine vergrößernde Linse.
Um diese Kante glattzubügeln, muss Samsung die Rinne mit einem flüssigen Polymer-Harz auffüllen. Und genau hier liegt die Krux: Stimmt der Refraktionsindex (Brechungsindex) des Kunststoffs nicht exakt auf die Nachkommastelle mit dem Glas überein, sieht man bei eingeschaltetem OLED-Panel störende Regenbogeneffekte oder Verzerrungen. Da bin ich echt gespannt, wie viel Ausschuss Samsung in der Massenfertigung kalkulieren muss.
Bis wir das Ergebnis in den Händen halten, vergeht jedenfalls noch reichlich Zeit. Vor 2027 ist nicht mit der Marktreife zu rechnen. Die Technik dürfte vorerst im Galaxy Z Fold 9 Einzug halten – wahrscheinlich exklusiv im teureren Galaxy Z Fold 9 Ultra. Ob das Verfahren überhaupt bezahlbar in Serie gehen kann, entscheidet sich wohl im vierten Quartal 2026.
Chinesische Rivalen drücken: Kann Samsung aufholen?
Der Zugzwang für die Koreaner ist gewaltig. Während Konkurrenten wie Honor oder OnePlus die Displayfalte schon heute über mechanische Wassertropfen-Scharniere verblüffend gut kaschieren, sucht Samsung das Heil direkt in der Haptik des Glases.
Der offizielle Verkaufsstart des Galaxy Z Fold 8 am 7. August 2026 läuft mit starken Vorbestellerzahlen zwar hervorragend an, doch in puncto Display-Haptik rennt Samsung der Konkurrenz seit Generationen hinterher.
Ob der aufwendige CTG-Prozess die erhoffte Rettung bringt oder am Ende an den immensen Fertigungskosten scheitert, muss sich zeigen. Wenn Samsung die optische Brechung sauber hinbekommt, könnte das Z Fold 9 endlich den ersehnten Maßstab setzen – günstig dürfte dieser Technologietransfer für uns Endkunden aber garantiert nicht werden.
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