Signal: Registrierung ohne Telefonnummer künftig möglich

Signal Logo neu
Quelle: Signal Foundation
Verpasse keine News, folge mir auf WhatsApp, Mastodon oder Google News

In der neuesten Android-Beta 8.28 von Signal taucht eine Funktion auf, auf die Datenschutz-Erhaltende seit dem Start der App gewartet haben. Erstmals lässt sich ein neues Benutzerkonto komplett ohne Mobilfunknummer anlegen. Wer sich bisher an der erzwungenen Rufnummern-Bindung störte, bekommt nun die ersehnte Anonymität. Ganz kostenlos ist dieser Schritt allerdings nicht, denn der Messenger verknüpft das Feature mit einer Bezahlhürde.

Nutzername und Sicherheitsschlüssel ersetzen die SIM-Karte

Bislang diente die Telefonnummer bei Signal als unverzichtbarer Anker für die Identität. Zwar ließ sich die eigene Rufnummer in Kontaktsuchen vor Fremden verbergen, doch für die initiale Registrierung blieb die SIM-Karte Pflicht. Die Entwickler brechen dieses Dogma nun auf. Für ein anonymes Konto reichen künftig ein frei wählbarer Nutzername, eine individuelle Account-ID sowie ein persönlicher Schlüssel. Damit wird die klassische Mobilfunknummer für die Identitätsprüfung überflüssig.

Diese Umstellung bringt für Nutzer eine große Verantwortung bei der Datensicherung mit sich. Gehen die Zugangsdaten oder der persönliche Sicherheitsschlüssel verloren, existiert keine Möglichkeit zur Wiederherstellung mehr. Eine Zurücksetzung per SMS-Code entfällt ohne hinterlegte Rufnummer naturgemäß. Das Entwicklerteam verzichtet auf Hintertüren, um die Anonymität ohne Kompromisse zu garantieren. Wer seine Zugangsdaten verlegt, sperrt sich dauerhaft aus dem eigenen Profil aus.

Die funktionale Trennung von Telefonnummer und Benutzerkonto zeigt die klare Richtung der Open-Source-Plattform. Mit der Erweiterung auf mehrere verknüpfte Smartphones schaffte das Team bereits starre Gerätegrenzen ab. Die nummernlose Registrierung baut diese Flexibilität aus, fordert vom Nutzer aber maximale Sorgfalt bei der Verwaltung der eigenen Schlüssel.

Drei Dollar Spende als Schutzschild gegen Spam-Botnetze

Ein zentraler Grund für den bisherigen Zwang zur Mobilfunknummer war der Schutz vor automatisierten Spam-Profilen. Da Rufnummern meist mit Kosten oder Ausweispflichten verbunden sind, hielten sie Kriminelle und automatisierte Botnetze effektiv fern. Fällt diese Barriere weg, drohen Messenger schnell unter einer Welle von Spam-Accounts zu kollabieren. Signal wählt deshalb eine finanzielle Hürde zur Absicherung der Serverinfrastruktur.

Für die Erstellung eines Kontos ohne Telefonnummer verlangt der Messenger einmalig drei US-Dollar. Die Abwicklung erfolgt direkt über das hauseigene Spendensystem der gemeinnützigen Stiftung. Technisch trennt Signal die Zahlungsdaten strikt vom neu erstellten Profil. Es entsteht laut den Entwicklern keine Verknüpfung zwischen der Transaktion und der digitalen Identität des Nutzers im Netzwerk.

Im Vergleich zu kommerziellen Mitbewerbern verzichtet Signal auf Abo-Modelle oder den Verkauf von Identitäten. Während die Konkurrenz regelmäßig alte Zöpfe abschneidet – etwa wenn WhatsApp bei älteren Android-Geräten den Support einstellt – geht Signal den Weg der klaren Wahlfreiheit. Nutzer bezahlen für erweiterte Anonymität einen überschaubaren Obolus, anstatt durch technische Restriktionen ausgeschlossen zu werden.

Play-Services-Zwang bremst Datenschutz-Puristen vorerst aus

Der neue Registrierungsprozess bringt zum Teststart eine deutliche Einschränkung mit sich. Da die Einmalzahlung in Höhe von drei US-Dollar aktuell über das In-App-Bezahlsystem des Google Play Stores abgewickelt wird, setzt die Funktionsnutzung zwingend installierte Google Play Services voraus. Konkrete Preise in Euro stehen für den europäischen Markt aktuell noch nicht fest.

Ausgerechnet Nutzer von entgoogelten Smartphones mit Custom-ROMs stoßen damit vorerst an Grenzen. Gerade diese Zielgruppe sucht nach Wegen, Messaging frei von Google-Abhängigkeiten und ohne Angabe persönlicher Rufnummern zu nutzen. Die Entwickler stellen jedoch klar, dass alternative Bezahlsysteme für künftige Updates fest eingeplant sind, um diese Hürde abzubauen.

Die schrittweise Einführung in Beta-Versionen hat bei Signal lange Tradition. Schon beim Ausrollen neuer Funktionen für die Verwaltung großer Gruppenchats testete der Entwickler die Stabilität vor dem breiten Release. Der aktuelle Beta-Test zeigt, dass der Messenger bereit ist, neue Wege bei der Nutzersicherheit zu beschreiten.

Google bevorzugte Quelle Schmidtis Blog Schmidtis Blog zu Deiner bevorzugten Quelle bei Google hinzufügen

Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert