Tesla Model S knackt 3 Millionen Kilometer: Wahnsinns-Rekord mit erstaunlicher Erkenntnis

3 Millionen Kilometer auf dem Tacho – und das in einem Elektroauto. Was nach Science-Fiction klingt, hat Hansjörg von Gemmingen-Hornberg mit seinem Tesla Model S P85+ aus dem Jahr 2013 jetzt tatsächlich geschafft. Umgerechnet entspricht das fast 75 Runden um den Äquator.
Die gigantische Marke teilte der Halter als Update auf seinem X-Profil (@gem8mingen). Wer als Normalfahrer etwa 20.000 Kilometer im Jahr zurücklegt, müsste dafür rechnerisch sportliche 150 Jahre hinter dem Steuer sitzen. Doch wie viel von dem Auto ist nach dieser Distanz überhaupt noch original?
Der vierte Akku straft alle Skeptiker Lügen
Wer glaubt, dass ein einziges Batteriepaket eine solche Strecke mitmacht, wird enttäuscht. Das aktuell verbaute Paket kam 2023 bei einem Tachostand von rund 1,76 Millionen Kilometern ins Auto. Es ist das vierte Batteriepaket – und das erste, das der Besitzer nach eigenen Angaben selbst bezahlen musste.
Die Bilanz dieses vierten Akkus ist allerdings beeindruckend: Nach rund 1 Million gefahrenen Kilometern meldet der Besitzer noch ganze 85 Prozent Restkapazität. Die Diskussionen rund um den Elektroauto-Akku und dessen tatsächliche Lebensdauer bekommen durch solche Praxisdaten eine völlig neue Dynamik. Reparaturen waren an diesem Paket bisher nicht nötig.
Ich finde diesen Wert absolut bemerkenswert. Allerdings muss man das fair einordnen: Es handelt sich um eine Angabe des Halters und nicht um eine unabhängige Messung im Testlabor. Zudem zeigt sich auch in Belastungstests, dass Akkus im Dauereinsatz deutlich robuster als gedacht sein können, weil die kalendarische Alterung pro gefahrenem Kilometer kaum ins Gewicht fällt.
14 Motoren-Wechsel offenbaren die Schwachstelle der Pionierjahre
Deutlich holpriger verlief die Historie des Antriebs. Bis zum Meilenstein von 1,8 Millionen Kilometern verschlang das Model S insgesamt 14 hintere Antriebseinheiten. Hauptursache für die häufigen Tausche waren undichte Kühlmitteldichtungen der frühen Tesla-Generationen.
Die Wende brachte erst ein spezialisierter Reparaturbetrieb: Bei 1,8 Millionen Kilometern wurde der Motor nicht erneut von Tesla getauscht, sondern umfassend überholt. Das Ergebnis spricht für sich: Seit der Revision läuft genau dieser eine Motor über 1,2 Millionen Kilometer am Stück. Zuletzt zeigte sich lediglich eine beginnende Undichtigkeit an einer Wellendichtung.
Das zeigt ganz deutlich: Die frühen Tesla-Motoren aus 2013 hatten spürbare Konstruktionsschwächen. Mit heutigen E-Auto-Antrieben lässt sich dieses Motoren-Lotto von damals zum Glück nicht mehr vergleichen.
Was der 3-Millionen-Wahnsinn für normale E-Autos bedeutet
Besonders verrückt ist die Geschwindigkeit, in der die letzten Kilometer auf die Uhr kamen. Seit Juni 2022 legte der Wagen unglaubliche 1,39 Millionen Kilometer zurück. Das bedeutet einen Tagesdurchschnitt von rund 889 Kilometern – Woche für Woche, Monat für Monat. Bei einer angenommenen Durchschnittsgeschwindigkeit von 100 km/h sitzt der Fahrer dafür täglich fast neun Stunden am Steuer. Ladestopps und Pausen kommen noch hinzu.
In meinen Augen ist dieser Rekord kein Beweis dafür, dass ein normales Elektroauto völlig problemlos 3 Millionen Kilometer abspult. Er beweist aber etwas viel Wichtigeres: Elektroautos lassen sich reparieren und extrem lange am Leben halten, statt sie bei ersten großen Defekten vorschnell zu verschrotten.
Besonders die Haltbarkeit des aktuellen Akkus und der Erfolg der überholten Antriebseinheit zeigen, welches Potenzial in der gezielten Instandsetzung von Komponenten steckt. Für normale Autofahrer bleibt diese Fahrleistung natürlich völlig jenseits des Alltags – ein faszinierendes technisches Experiment ist dieser Dauerlauf aber allemal.
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