Tesla-Werkschef attackiert Handelsblatt: Eskalation zur Betriebswatswahl in Grünheide

Tesla Modellpalette 2024
Quelle: Tesla, Inc.

Elon Musk droht der Belegschaft in Grünheide ganz offen: Er stoppt den Ausbau der Gigafactory, sollten externe Organisationen im Werk zu viel Einfluss gewinnen. Diese Ansage aus einem internen Video zielt unmissverständlich auf die IG Metall ab. Seit Montag wählt die Belegschaft in Brandenburg ihren neuen Betriebsrat. Die Fronten zwischen dem lokalen Management und der Gewerkschaft sind völlig verhärtet. Mittendrin steht nun auch das Handelsblatt, dem Werksleiter Andre Thierig via LinkedIn eine gezielte Kampagne unterstellt.

Auslöser für den Zorn der Tesla-Führung ist ein Bericht über die angeblichen Produktionszahlen für 2025. Das Handelsblatt meldete unter Berufung auf Marktforscher einen drastischen Rückgang auf 149.000 Elektroautos. Thierig bezeichnete diese Daten als schlichtweg falsch. Laut seinen Angaben produzierte Tesla in Deutschland auch 2025 über 200.000 Fahrzeuge. Er wirft der Zeitung vor, als Sprachrohr der IG Metall zu fungieren. Die Berichterstattung solle laut Thierig die Wähler kurz vor dem Urnengang verunsichern.

Die Konsequenz aus dem Streit erinnert an die Methoden von Firmenchef Musk in den USA. Thierig kündigte an, zukünftige Anfragen des Handelsblatts generell nicht mehr zu beantworten. Die Zeitung hatte vor der Veröffentlichung um eine Stellungnahme gebeten, erhielt von Tesla jedoch keine Reaktion. Die IG Metall konterte den Angriff auf LinkedIn umgehend und stufte die Vorwürfe des Werksleiters als reines Wahlkampfmanöver ein. Der Konflikt gipfelte bereits in den vergangenen Wochen in gegenseitigen Strafanzeigen.

Tesla beharrt darauf, dass die Produktion in der Gigafactory quartalsweise steigt. Das Werk soll laut Musk zum größten Fabrik-Komplex in ganz Europa wachsen. Kritiker sehen in den Drohungen des Managements einen unzulässigen Eingriff in die demokratische Wahl des Betriebsrats. Das Handelsblatt wehrte sich gegen die Unterstellung, absichtlich falsche Zahlen zu verbreiten. Für die Angestellten in Grünheide geht es bei dieser Wahl um weit mehr als nur interne Posten. Es ist ein Richtungsstreit über die Unternehmenskultur beim wertvollsten Autobauer der Welt.

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