Tor Netzwerk: FBI konnte IP-Adresse eines Benutzers ermitteln, wurde Tor geknackt?

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Quelle: Tor

Wurde das Tor-Netzwerk geknackt? Jemand beim FBI hat eine Methode entdeckt, wie man an die IP-Adresse eines User kommen kann. Damit scheint man auch bei Tor nicht mehr sicher vor staatlichem Zugriff zu sein.

Dem FBI ist es irgendwie gelungen, die IP-Adresse eines mutmaßlichen Kriminellen zu ermitteln, der Tor benutzte. Der Mann, um den es geht, Muhammed Momtaz Al-Azhari aus Tampa, Florida, wurde 2020 angeklagt, versucht zu haben, ISIS materielle Unterstützung zu leisten. Ein Teil der Anklage der Regierung gegen Al-Azhari dreht sich darum, dass er Tor benutzt hat, um vor dem geplanten Anschlag mehrere Besuche auf einer ISIS-bezogenen Website zu machen.

Tor, das bekannte Portal zum Dark Web im Internet, soll die IP-Adresse schützen und die Anonymität beim Surfen wahren. Der Browser verschlüsselt den Datenverkehr eines Internetnutzers und schickt ihn dann durch eine Reihe von „Relais“ (auch Knoten genannt), um die Spuren der Aktivitäten zu verwischen. Es ist jedoch bekannt, dass Tor Schwachstellen hat, die zu einer Deanonymisierung führen können.

Irgendwie hat die Regierung die echte IP-Adresse von Al-Azhari herausgefunden – die sich tatsächlich als die IP-Adresse seiner Großmutter herausstellte, weil er zum Zeitpunkt seiner Verhaftung bei ihr in Riverside, Kalifornien, wohnte, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht.

Wie ist das FBI an diese Informationen gekommen?

Al-Azharis Verteidigung hat die Bundespolizei gebeten, mehr Details über ihre digitalen Untersuchungsmethoden, die technisch als Network Investigative Techniques (NITs) bekannt sind, preiszugeben. Die Anwälte der Regierung scheinen aber alles in ihrer Macht stehende zu tun, um sicherzustellen, dass die Details der NIT nicht an die Öffentlichkeit gelangen.

Allerdings ist dies auch nicht das erste Mal, dass sich die NITs des FBI in Gerichtsverfahren als problematisch erwiesen haben. Im Jahr 2015 nutzte die Behörde ihre Cyberfähigkeiten, um die kinderpornografische Website „Playpen“ zu übernehmen und vorübergehend zu betreiben, um deren Besucher zu enttarnen. Die Operation führte zur Verhaftung und Verurteilung des Urhebers der Website, rief aber auch Reaktionen auf die Methoden hervor.

Ein Verfahren gegen eines der Mitglieder der Website wurde später eingestellt, als die Verteidigung des Verdächtigen das FBI aufforderte, die Art der verwendeten NIT offen zu legen. Anstatt dem nachzukommen, beantragte das FBI die Einstellung des Verfahrens, da es seine Methoden lieber geheim halten wollte, als den Nutzer der Website erfolgreich zu verfolgen.

Quelle(n):
Gizmodo

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