Volkswagen: Blumes 100.000-Jobs-Abrechnung scheitert krachend am Aufsichtsrat

Ein riesiges, leicht verschattetes Volkswagen-Werk in der Abenddämmerung
Quelle: KI-generiert mit ChatGPT
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Der Wolfsburger Autogigant brennt an allen Ecken. Volkswagen steuert sehenden Auges auf eine massive Überkapazität zu, doch als Konzernchef Oliver Blume die Notbremse ziehen will, kappen Aufsichtsrat und Gewerkschaften einfach das Seil. Es geht um das Überleben im elektrischen Zeitalter, vier deutsche Traditionsstandorte und die bittere Erkenntnis, dass das bisherige Geschäftsmodell schlicht nicht mehr funktioniert.

Der Wolfsburger Autogigant brennt an allen Ecken. Blume wollte den radikalen Kahlschlag durchpeitschen, doch die Arbeitnehmerseite und das Land Niedersachsen haben ihm bei der geheimen Abstimmung eine brutale Absage erteilt. Mit 12 zu 7 Stimmen rammte das Gremium die Sparpläne ungespitzt in den Boden. Ein Desaster für den Chef.

Warum der Elektro-Dämpfer in Zwickau und Emden erst der Anfang ist

Ich verfolge das Trauerspiel um die ID-Plattformen schon seit Jahren auf dem Blog. Jetzt rächt sich die Trägheit der Vergangenheit spürbar. Der Vorstand rechnet intern plötzlich mit einer Überkapazität von 500.000 Fahrzeugen allein in Europa. Absurd viel Blech. Deshalb wackeln die Vorzeige-Werke in Zwickau, Emden, Hannover und Neckarsulm lichterloh. Bis zu 100.000 Stellen stehen bis 2030 im Gesamtkonzern zur Disposition. Ein Kahlschlag, den Betriebsratschefin Daniela Cavallo als respektlose Kurzfrist-Lösung brandmarkt. Sie fordert im Gegenzug personelle Konsequenzen im Vorstand. Ein offener Machtkampf.

Die Kehrseite der Medaille liegt auf der Hand. Wer keine Werke schließt und keine Kosten senkt, verliert im globalen Preiskampf gegen BYD und Tesla vollends den Anschluss. Aber Arbeitsplätze in Deutschland sind eben auch ein Politikum. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies blockiert harte Einschnitte, verlangt aber gleichzeitig Konzepte vom Management. Ein unlösbarer Spagat. Am Ende zahlen die Zeche die Arbeiter, die nun bis nach der Sommerpause in der Luft hängen.

Die nukleare Option im Wolfsburger Machtpoker

Hinter den Kulissen kocht die Gerüchteküche heißer als je zuvor. Insider stecken Reuters und dem Handelsblatt, dass das Management im Geheimen sogar über eine außerordentliche Hauptversammlung nachdenkt. Das wäre die maximale Eskalation. Pustekuchen mit Sommerpause. So ein Schritt ist rechtlich extrem riskant und erfordert den Nachweis einer existenzbedrohenden Lage. Finanzchef Arno Antlitz untermauert das Szenario bereits mit der Warnung, dass die bisherigen Sparprogramme hinten und vorne nicht ausreichen.

Analysten von Jefferies bringen es auf den Punkt. Sie bescheinigen dem VW-Vorstand eine chronische Unfähigkeit, harte Maßnahmen gegen den Apparat durchzusetzen. Die Gewerkschaften drohen derweil mit massiven Arbeitskämpfen, sollte die Arbeitsplatzsicherheit fallen. Der Haken an der Sache: Ohne echte Strukturreformen bleibt Volkswagen auf teuren, unverkäuflichen E-Autos sitzen. Ein harter Kompromiss ist unvermeidbar.

Das strukturelle Erbe und das Software-Dilemma der deutschen Autoindustrie

Die Krise bei Volkswagen ist kein reines Sparproblem, sondern das Resultat eines systemischen Tech-Versagens. Während agile Wettbewerber Fahrzeuge um eine zentrale Recheninheit herum bauen und Updates over-the-air im Wochentakt raushauen, schleppt Wolfsburg Altlasten und unfertige Software-Architekturen mit sich herum.

Die Kehrseite der jahrzehntelangen Ingenieurskunst wird jetzt sichtbar. Mechanische Perfektion schützt nicht vor digitaler Bedeutungslosigkeit, wenn der globale Markt sich längst Richtung Smart-EVs verschoben hat. Solange die Software-Tochter Cariad die Hardware-Plattformen ausbremst, helfen auch keine neuen Fabrikhallen.

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