VW ID.5: Coupé-Aus besiegelt, ID. Tiguan übernimmt 2027

Volkswagen hat es offiziell bestätigt: Der VW ID.5 wird ersatzlos eingestellt. Kein Facelift, kein Nachfolger, keine zweite Generation. Das SUV-Coupé verschwindet aus dem Modellprogramm – und der neue ID. Tiguan übernimmt Anfang 2027 die Rolle von ID.4 und ID.5. Was mich daran am meisten nervt: VW hat die Gerüchte monatelang nicht kommentiert, um dann still und leise den Stecker zu ziehen. Kein großes Bedauern, keine Erklärung. Einfach weg.
Der ID.5 litt von Anfang an unter einem strukturellen Problem. Er war ein Nischenmodell in einem Portfolio, das dringend Vereinfachung braucht – und genau diese Vereinfachung frisst ihn jetzt. Der Konzern will seine Modellpalette bis 2030 um bis zu 50 Prozent reduzieren und die Angebotskomplexität bei Ausstattungsvarianten um bis zu 75 Prozent senken – das ist keine Randnotiz, das ist die strategische Grundlage für das Aus des Coupés. Der ID.5 war schlicht nicht systemrelevant genug.
950.000 Einheiten – aber die Rechnung geht nicht auf
Seit dem Verkaufsstart 2021 haben ID.4 und ID.5 zusammen über 950.000 Einheiten ausgeliefert. Klingt gut. Ist es aber nicht. Der ID.4 trug den Löwenanteil. Der ID.5 blieb der teurere, unpraktischere Zwilling mit schrägem Dach und ohne echten Mehrwert. In Schweden wurden 2025 gerade einmal 65 Exemplare des ID.5 zugelassen – ein Rückgang um 82 Prozent. Das ist kein Nischenprodukt mehr, das ist ein Nichts.
Die Produktionszahlen sprechen dieselbe Sprache. Der ID.5 lief in Zwickau vom Band und wird nicht nach Emden umziehen, wo der ID. Tiguan ab 2026 gebaut wird. Stattdessen: Produktionsende. Kein Standortwechsel, keine Zukunft. Während der ID.4 als ID. Tiguan weiterlebt, ist der ID.5 das erste echte Opfer der neuen VW-Sparstrategie im E-Segment.
VW setzt auf Namen statt Nummern – ein spätes Eingeständnis
Der ID. Tiguan ist mehr als ein Facelift des ID.4. VW kehrt damit zu etablierten Modellnamen zurück – nach ID. Polo und ID. Cross ist der Tiguan der dritte Traditionsname, der in die Elektro-Ära übertragen wird. Das ist ein Eingeständnis: Die ID-Nomenklatur mit ihren seelenlosen Ziffern hat versagt. Kunden wollen Orientierung, keine kryptischen Kürzel.
Technisch bleibt der ID. Tiguan auf der MEB-Plattform – mit 85 bis 90 kWh Akku und über 500 Kilometern Reichweite. Die Ladeleistung bleibt bei 160 kW, was im Jahr 2027 kein Spitzenwert mehr ist. Die 800-Volt-Architektur kommt erst mit der SSP-Plattform Ende des Jahrzehnts. Ein Kompromiss, den VW bewusst eingeht – und der sich rächen könnte, wenn chinesische Hersteller weiterhin mit 800 Volt und Ladezeiten unter 20 Minuten Druck machen.
Was der ID. Tiguan besser macht: Er ist kein Coupé-Kompromiss mehr. VW hat die schräge Dachlinie beerdigt und setzt auf einen klassischen SUV-Zuschnitt mit mehr Innenraum. Die Karosserie orientiert sich am Verbrenner-Tiguan, der als weltweit meistverkauftes VW-Modell über 8,3 Millionen Einheiten seit 2007 auf dem Buckel hat. Das ist die eigentliche Botschaft: VW kopiert nicht mehr die eigene E-Nische, sondern überträgt die Erfolgsformel des Bestsellers auf die Elektroplattform.
Schmidtis Blog zu Deiner bevorzugten Quelle bei Google hinzufügen
Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!
