BMW Deep Orange 17: Schluss mit dem 2,5-Tonnen-Gewichtswahn!

Team des BMW Deep Orange 17 der Clemson University
Quelle: Clemson University
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Ich habe den Traum vom Solarauto eigentlich schon begraben. Nach dem bitteren Scheitern von Sono Motors und der Pleite des sündhaft teuren Lightyear 0 schien klar: Photovoltaik auf dem Autodach ist eine reine PR-Spielerei. Doch die Clemson University und das R&D-Team von BMW beweisen mit dem Deep Orange 17 (Projektname: Luminetta), dass wir die ganze Zeit an der falschen Stelle gesucht haben.

Das Geheimnis liegt nicht in noch teureren Solarfolien, sondern im radikalen Abspecken. Der zweitürige Prototyp bringt lediglich 550 Kilogramm auf die Waage – etwa ein Viertel des Gewichts moderner Serien-Elektroautos. Erst durch dieses extrem niedrige Gewicht reicht die Sonnenenergie aus, um das Fahrzeug im Alltag netto mit Strom zu versorgen.

Fraunhofer-Technik und Bionik im Kampf gegen den Schatten

Über 1.700 Photovoltaik-Zellen haben die 16 Master-Studierenden direkt in die Karosserieoberflächen integriert. Die in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE entwickelten Paneele nutzen ein spezielles Schaltungsdesign: Selbst wenn Teile des Autos im Schatten stehen, produzieren die restlichen Zellen ungehindert weiter Strom.

Damit die Struktur trotz des Minimalgewichts stabil bleibt, setzt das Chassis auf einen Mix aus Sicherheitsstahl, Aluminium, Carbon und 3D-gedruckten Metallknoten. Das Design orientiert sich an der Aerodynamik des Kofferfischs, um den Luftwiderstand zu minimieren, ohne den Innenraum einzuengen.

Warum die Solar-Rechnung beim Pendeln plötzlich aufgeht

Da ein durchschnittlicher Pkw mehr als 90 Prozent des Tages ungenutzt herumsteht, lädt der Luminetta sowohl beim Parken als auch während der Fahrt dauerhaft nach. In Umwelt-Simulationen für Städte wie Frankfurt, Madrid, Mumbai und Greenville ergab sich bei einer täglichen Pendelstrecke von 20 Kilometern ein durchschnittlicher Solar-Überschuss für weitere 50 Kilometer Reichweite.

Ich muss zugeben, dass Solarauto scheiterte bisher nicht am Sonnenlicht, sondern am ungebremsten Übergewicht der Serienfahrzeuge. Auch wenn dieser Prototyp erst auf der CES 2027 in Las Vegas öffentlich präsentiert wird und nicht direkt in Serie geht, nimmt er der Autoindustrie eine bequeme Ausrede.

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Ein Kommentar

  1. „… bringt lediglich 550 Kilogramm auf die Waage – etwa ein Viertel des Gewichts moderner Serien-Elektroautos“ … ja genau Elektroautos (BEVs) !
    2,2 Tonnen Leergewicht! 2200kg Auto Leergewicht (!!) nur um einen „Pseudo-Öko“ von A nach B zu fahren!
    2200kg, das waren zu Verbrennerzeiten „Hundefänger“ (Hochdachkombis) & Vans incl. Beladung!

    Braucht man sich nur mal die Standardbereifung anzuschauen:
    Ein gutes mir bekanntes Beispiel ist der
    Van Peugeot 807/Citroen C8 mit 2.0HDI-165PS-Motor:
    Leergewicht: ca. 1840kg
    Zuladung: 680 bis 770 kg (je nach Motor und Ausstattung)
    Gesamtmasse: 2610 kg (also pro Reifen max. ca. 655 kg)
    Bereifung: 215/60 R16 95H (Lastindex 95 = 690kg, man kann auch 99er Lastindex nehmen)
    Ein Marken-Sommerreifen kostet 100 bis 125 €, also 4 Stk. rund 400 bis 500 € zuzügl. Wechsel und Entsorgung (also rund 75 € zusätzl.).

    Für den Smart #5 (der nur 475 kg bis 577 kg zuladen darf) werden Reifen mit Lastindex ab 102 bis 105 (Modellabhängig) aufgerufen
    Das sind SCHWERLASTREIFEN, die „früher“ für Transporter und Klein-LKW benutzt wurden!
    Lastindex 102 sind 850 kg pro Reifen ! 105 = 925kg pro Reifen, nur um einen „Pseudo-Ökos“ von A nach B zu fahren!
    Beispiel:
    Smart #5 mit dieser Bereifung 255/40 R21 102Y XL
    kosten EIN Markenreifen Kumho aufwärts (Semperit, Uniroyal) ab ca. 180 € aufwärts!

    Bei 4 Reifen sind das Minimum rund 720 € Gesamtkosten (oder 55 € Mehrkosten pro Reifen, bei 4 Reifen 220 € Mehrkosten gegenüber „normalen“ Reifen für richtige Autos).

    Sieht bei Tesla, KIA und allen anderen BEVs auch nicht anders aus.

    Natürlich gibt es auch „billigere“ Reifen mit „Marken“ aus Fernost. Da spart man evtl. Geld für den Reifen-Kauf.
    Ob diese Reifen aber die Gewichts-Malträtierung durch BEVs so lange durchhalten und bei Spurtreue, Verschleiß, Haftung (bei Nässe, Schnee, Eis) etc. so gut und so lange durchhalten, wie die etablierten Marken … ?

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