BMW i4 Cabrio: 800-Volt-Attacke blamiert die Konkurrenz

BMW hat gerade ein Luxusproblem, um das sie viele Konkurrenten beniden dürften: Sie schmeißen eine Idee nach der anderen auf die Straße – und das in einem Tempo, bei dem man kaum hinterherkommt. Die Münchner unter Strom setzen aktuell gefühlt alles, was vier Räder hat: vom kompakten Crossover bis zum kommenden M3. Jetzt aufgetauchte Erlkönige belegen ein Projekt, über das in der Szene schon länger getuschelt wurde: Das BMW i4 Cabrio rollt an. Und es bringt die zukunftsweisende 800-Volt-Architektur der Neuen Klasse mit.
Trotz dicker Tarnfolie lässt sich das Stoffverdeck bei den Prototypen nicht verstecken. BMW stellt damit eines der ersten echten 800-Volt-Cabrios für den europäischen Markt auf die Räder. Ehrlich gesagt: Wen überrascht das noch? Wer sieht, wie extrem die Münchner ihre Modelloffensive durchziehen, hat genau mit so einem Schlag im Nischensegment gerechnet.
400 kW Ladeleistung: Unter 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent
Die Daten, die durchsickern, klingen nach Ansage: Bis zu 400 kW Schnellladeleistung und ein Akku mit mehr als 100 kWh Kapazität stehen im Raum. Auf dem Papier bringt das gut 800 Kilometer Reichweite. Wer allerdings schon mal ein Elektroauto mit offenem Verdeck über die Bahn gescheucht hat, kennt den cw-Wert-Jammer ab 120 km/h. Aber genau hier rettet der fette Akku den Tag: Selbst bei offenem Dach sollten reale 500 bis 550 Kilometer Langstrecke locker drin sein.
| Technische Daten (Prognose) | BMW i4 Cabrio | MG Cyberster |
| Architektur | 800 Volt | 400 Volt |
| Max. Ladeleistung | bis zu 400 kW | 144 kW |
| Ladezeit (10–80 %) | < 20 Minuten | 38 Minuten |
| Akkukapazität | > 100 kWh | 77 kWh |
| Reichweite (WLTP) | > 800 km | 507 km |
Der direkte Vergleich zeigt schmerzhaft, wo die Messlatte künftig hängt: Der MG Cyberster – bisher im Grunde der einzige ernsthafte offene Stromer im bezahlbaren Feld – packt maximal 507 Kilometer und steht zähe 38 Minuten am Schnelllader. BMW halbiert diesen Ladestopp dank 800 Volt auf unter 20 Minuten. Da bin ich echt auf die finalen Preise gespannt – ein Schnäppchen unter 85.000 Euro wird das Premium-Cabrio aber ganz sicher nicht.
Sportliche Doppelspitze mit iX4 und M3
Das i4 Cabrio biegt übrigens keineswegs alleine um die Ecke. Parallel testen die Ingenieure den BMW iX4, der als sportlicher Crossover-Bruder auf exakt derselben Plattform steht. Beide Autos zielen auf Leute, die ein E-Auto nicht als Vernunftentscheidung für den Wocheneinkauf kaufen, sondern Bock auf Fahrdynamik außerhalb des üblichen SUV-Einheitsbreis haben.
Apropos Fahrdynamik: Auch der legendäre BMW M3 wird komplett elektrisch. Die Münchner verkabeln nach und nach ihre gesamte Sportwagen-Familie. Für echte Fans der Marke ist das wahlweise ein absoluter Traum oder der garantierte Albtraum – je nachdem, ob man dem Reihensechser hinterherweint oder den Nackenklatscher vom sofortigen Drehmoment feiert.
Neue Maßstäbe für das gesamte Segment
Mit dem Cabrio stellt BMW klar: 800-Volt-Technik ist kein Spielzeug mehr, das man sich nur in 150.000-Euro-Oberklasse-Schlitten leisten kann. Ein offener Mittelklasse-Stromer mit dieser Ladeleistung setzt die gesamte Konkurrenz unter Zugzwang. Bisherige Vorreiter wie der Porsche Taycan oder der Hyundai Ioniq 6 kriegen damit auf einmal Gegenwind aus einer ganz anderen Ecke.
Ich bin echt gespannt, ob die Münchner ihren Zeitplan bis zum Marktstart sauber durchziehen. Die Technik der Neuen Klasse steht, die Erlkönige schrubben ihre Testkilometer. Wenn die Produktion jetzt nicht patzt – und da bin ich nach den letzten Jahren vorsichtig optimistisch –, kommt da was richtig Großes auf uns zu.
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