BMW iX3: Neue Klasse überzeugt, schlägt aber teuer zu

BMW iX3
Quelle: BMW
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BMW läutet mit der Neuen Klasse das nächste Elektro-Kapitel ein – und der neue BMW iX3 zeigt auch direkt, was die Bayern technisch draufhaben. Satte 805 Kilometer WLTP-Reichweite und stolze 400 kW Ladeleistung sind echte Ansagen an die Konkurrenz. Doch sobald man den Blick auf die ersten Finanzierungskonditionen richtet, folgt der Realitätscheck: Mit einer Monatsrate von 706 Euro brutto ohne Anzahlung lässt sich BMW den Technologietransfer verdammt gut bezahlen.

Sagen wir, wie es ist: Wer rechnen kann, reibt sich die Augen. Hochgerechnet auf eine übliche Laufzeit von 48 Monaten bei 10.000 Jahreskilometern summiert sich der Spaß auf stramme 33.888 Euro. Der Kunde überweist über vier Jahre hinweg mehr als 53 Prozent des Bruttolistenpreises von 63.400 Euro – und steht am Ende trotzdem ohne Auto da. Ich bin echt gespannt, wie viele Privatkunden bei einem Leasingfaktor von 1,1 hier tatsächlich unterschreiben.

Selbst wenn man die staatliche E-Auto-Förderung von bis zu 6.000 Euro als Anzahlung hineinbuttert, schrumpft die monatliche Last nur auf rund 582 Euro brutto. Für einen Stromer, der eigentlich als Stückzahlen-bringendes Mittelklasse-SUV gedacht ist, zeigt sich BMW extrem selbstbewusst. Zumal die Händler derzeit nicht einmal sagen können, wann der Wagen überhaupt vor der Tür steht.

800 Volt auf dem Papier: Wie viel bleibt an der Ladesäule übrig?

Auf der Straße dürfte der iX3 hingegen richtig Laune machen. Das Paket aus 108-kWh-Akku, modernen Rundzellen und 469 PS Allradantrieb drückt das SUV in knackigen 4,9 Sekunden auf Tempo 100. Der angegebene Normverbrauch von 14,8 kWh/100 km liest sich beeindruckend, auch wenn auf der Autobahn bei zügiger Fahrt realistisch eher 450 bis 500 Kilometer drin sein werden.

Richtig spannend wird es beim Zwischenstopp: Dank der neuen 800-Volt-Architektur verspricht BMW, in nur zehn Minuten Saft für 350 Kilometer Reichweite nachzutanken. Ein Traum für die Langstrecke, wären da nicht die Tücken des Alltags. Um die vollen 400 kW Ladeleistung abzurufen, muss man erst einmal die passenden Ultra-Fast-Charger (wie die neuen Alpitronic HYC400) erwischen. An den gewohnten 300-kW-Ladesäulen schiebt die Infrastruktur dem Tatendrang des Bayern einen Riegel vor.

Der Dienstwagen-Joker: Warum Flottenbetreiber trotzdem zugreifen

Immerhin bei der Praktikabilität lässt BMW nichts anbrennen: Mit 520 Litern Kofferraum und einem handlichen 58-Liter-Frunk unter der Fronthaube liefert der iX3 genau das, was man bisher bei vielen Modellen schmerzlich vermisst hat. Doch der eigentliche Coup gelingt ganz woanders – nämlich auf dem Parkplatz des Arbeitgebers.

Mit seinem Bruttolistenpreis von 63.400 Euro schlüpft der iX3 haarscharf unter die magische Grenze für die bevorzugte E-Auto-Besteuerung. In der Praxis bedeutet das: Gewerbekunden profitieren voll von der 0,25-Prozent-Regelung für die Versteuerung des geldwerten Vorteils. Was für Privatkäufer finanziell eine harte Nuss ist, verwandelt sich für Dienstwagenfahrer damit in ein extrem attraktives Gesamtpaket.

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