BMW M3 Elektro: Gebaut wird er 2027, 1000 PS eher nicht

Der einmillionste BMW M ist ein Verbrenner, und trotzdem dreht sich die Meldung um einen Stromer. Wie BMW M am 2. Oktober mitteilt, lief im Werk München ein M3 Competition in Feuerorange als Jubiläumsfahrzeug vom Band. Im selben Text bestätigt BMW, dass dort auch der erste vollelektrische M3 entsteht. Mich interessiert weniger die runde Zahl als das, was BMW dazu nicht verrät.
Ab 2027 in München, aber ohne Zahlen
Laut BMW wird der erste vollelektrische M3 ab 2027 im Stammwerk München gebaut. Nach dem i3 ist er das zweite Neue-Klasse-Modell am Standort und das erste High-Performance-Modell mit der Neue-Klasse-Technik von BMW M. Das Werk fertigt ab 2027 ausschließlich Elektroautos, rund 650 Millionen Euro hat BMW in den Umbau gesteckt. Die neuen Gebäude für Karosseriebau, Montage und Logistik stehen auf etwa einem Drittel des Geländes.
Der M3 hat in München Tradition, das erste Modell entstand dort vor mehr als 40 Jahren. Zu Leistung, Preis und genauem Starttermin steht in der Mitteilung trotzdem kein Wort. Umgekehrt gilt: Wenn München ab 2027 nur noch Elektroautos baut, dürfte der nächste Benziner-M3 woanders vom Band laufen. Wo, hat BMW nicht gesagt.
Die neuen Bilder zeigen den Elektro-M3 noch stark getarnt, der Auftritt wirkt aber deutlich aggressiver als beim normalen i3. Auffällig ist der Lufteinlass auf der Motorhaube. Er erinnert an die große Abluftöffnung des M Concept Neue Klasse, das BMW im Juni bei den 24 Stunden von Le Mans gezeigt hat. Die gelben Lichtelemente der Studie sollen laut BMW zum Erkennungszeichen künftiger M-Modelle werden.

Vier Motoren stehen fest, die 1000 PS nur in Schlagzeilen
Offiziell bestätigt BMW bisher nur die Eckpunkte. Das M Concept Neue Klasse setzt auf den BMW M eDrive mit vier Elektromotoren auf Basis der Gen6-Technik der Neuen Klasse. Die Software M Dynamic Performance Control steuert im Zentralrechner „Heart of Joy“ Antrieb und Bremsen für jedes Rad einzeln. Konkrete Leistungsdaten nennt BMW nicht.
Die 1000 PS stammen aus Medienberichten, nicht von BMW. Autocar setzte die Zahl Anfang Mai in die Schlagzeile. Mitte Juli berichtete Motor1, dass M-Chef Frank van Meel so viel Leistung für übertrieben hält. Wie viel es wird, verriet er nicht, nur dass der Elektro-M3 den Benziner übertreffen soll. Der bisher stärkste M3, der CS, kommt auf 550 PS.

Preis auf Augenhöhe: eine Ansage ohne Summe
Meine Lesart zu den vier einzeln geregelten Motoren: Sie sind für Traktion und Fahrdynamik da, nicht für die Zahl auf dem Datenblatt. Beim Preis wird BMW M immerhin etwas konkreter. Vertriebschefin Sylvia Neubauer sagte Autocar, Elektro- und Benzin-M3 lägen preislich „in the same ballpark“, eine Summe nannte sie nicht. Auto Motor und Sport geht gemessen am aktuellen Angebot von mindestens 110.000 Euro aus, das ist eine Schätzung und keine BMW-Angabe.
Skeptiker will BMW M mit Probefahrten überzeugen: Geplant sind laut Autocar Touren, bei denen M-Besitzer den Elektro-M3 testen können. Ecomento meldet außerdem simulierte Gangwechsel, ob man das wirklich braucht, klärt erst die Probefahrt. Sorgen wegen der schwächelnden E-Auto-Nachfrage macht sich Neubauer keine, BMW könne die Produktion flexibel anpassen.
Der Benziner-M3 bleibt parallel im Programm und folgt Medienberichten zufolge 2028 mit Sechszylinder, Neubauer nannte beide Modelle Zwillinge. Mein Fazit: Der Elektro-M3 braucht keine 1000 PS, um zu überzeugen. Er muss sich wie ein M fahren, und BMW sollte Leistung und Preis nennen, bevor „Augenhöhe“ ein Versprechen ohne Zahl bleibt.
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