ChatGPT mit Werbung: Ab 2026 gesponserte Inhalte und Kauf-Buttons im KI-Chatbot

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Quelle: OpenAI

OpenAI bereitet eine grundlegende Änderung für ChatGPT vor. Ab 2026 sollen in der kostenlosen Version des KI-Chatbots erstmals Werbeformate integriert werden. Erste Hinweise darauf fanden Entwickler bereits in einer Android-Beta-Version, die Code-Fragmente zu Suchanzeigen, Karussells und gesponserten Antworten enthielt. Während Plus-Abonnenten mit monatlichen Gebühren von 20 Dollar vorerst verschont bleiben, müssen sich rund 800 Millionen kostenlose Nutzer auf personalisierte Anzeigen einstellen. Damit stellt OpenAI die Weichen für eine neue Phase der Monetarisierung, die zugleich Fragen zum Datenschutz aufwirft.

Der Schritt hat finanzielle Gründe. OpenAI steht unter enormem Kostendruck, da der Ausbau von Rechenzentren und die Entwicklung neuer Modelle wie GPT-5 Milliarden verschlingen. Nur ein kleiner Teil der Nutzer zahlt für ein Abo, sodass Werbung als zusätzliche Einnahmequelle dienen soll. CEO Sam Altman hatte bereits angedeutet, dass Anzeigen eine logische Ergänzung seien, solange sie behutsam eingeführt werden.

Geplant sind verschiedene Formate. Dazu gehören gesponserte Antworten, die direkt in den Chat eingebettet werden, scrollbare Karussells mit Produktvorschlägen, interaktive Buttons für Käufe oder Buchungen sowie semantische Werbung, die den Kontext einer Unterhaltung analysiert. Klassische Banneranzeigen wird es nicht geben, stattdessen sollen die Einblendungen nahtlos in den Dialog integriert werden. Personalisierung erfolgt über Chatverläufe und Nutzerpräferenzen, was die Gefahr von Profilbildung erhöht.

Betroffen sind ausschließlich kostenlose Nutzer. Plus-Abonnenten und Unternehmenskunden bleiben weitgehend werbefrei. Ziel ist es, mehr Anwender zu einem Upgrade zu bewegen. Bis 2030 sollen über 200 Millionen Menschen ein Abo abgeschlossen haben. Werbung soll dabei helfen, diese Zahl zu erreichen.

Kritiker warnen vor Risiken. ChatGPT kennt nicht nur Suchbegriffe, sondern auch Absichten und persönliche Details aus Gesprächen. Gesponserte Antworten könnten neutrale Beratung verfälschen, etwa bei medizinischen Fragen. Zudem besteht die Gefahr, dass langfristige Profile erstellt und an Dritte weitergegeben werden. Befürworter sehen hingegen eine faire Lösung, da die kostenlose Nutzung erhalten bleibt und Werbung weniger einschränkend wirkt als Bezahlschranken.

Die Einführung dürfte schrittweise erfolgen, zunächst auf Android, später auf iOS und im Web. Denkbar sind zusätzliche Abo-Stufen wie ein Premium-Paket mit werbefreiem Zugang und erweiterten Funktionen.


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