Elektroautos: BMW überholt deutsche Kontrahenten

BMW i3 2026
Quelle: BMW
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Die bayerische Motorenwelt steht vor einem personellen Umbruch an der Spitze. Mitte Mai räumt Oliver Zipse seinen Stuhl für Milan Nedeljković, den bisherigen Produktionschef. Zipse hinterlässt ein Unternehmen, das trotz globaler Turbulenzen wirtschaftlich fest im Sattel sitzt. Interessant bleibt dabei vor allem der Blick auf die Antriebsarten: Während der Vorstandsvorsitzende stets das Banner der Technologieoffenheit hochhielt und vor einer einseitigen Fixierung auf den E-Antrieb warnte, entwickelten sich gerade die Batteriefahrzeuge zum stärksten Wachstumstreiber der Münchener. Im direkten Vergleich mit der deutschen Konkurrenz von Mercedes oder Volkswagen lieferte BMW zuletzt deutlich stärkere Absatzzahlen bei den Stromern ab.

In den vergangenen sieben Jahren verzehnfachte der Konzern seine weltweiten Verkäufe rein elektrischer Modelle. Gleichzeitig sank das Volumen bei den Verbrennern seit 2019 um etwa 25 Prozent, obwohl diese in absoluten Zahlen weiterhin das Rückgrat des Geschäfts bilden. Branchenkenner wie Stefan Bratzel bescheinigen Zipse eine kluge Kommunikation. Das Festhalten am Verbrennungsmotor sowie die Forschung an Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen habe die Akzeptanz bei der Kundschaft eher gefördert als gebremst. Zipse selbst betonte oft, dass man sich nicht von Hypes treiben lassen dürfe, da globale Veränderungen Zeit benötigen und das Setzen auf eine einzige Technologie riskant sei.

Die finanzielle Kraftanstrengung hinter dieser Entwicklung ist enorm. Über 10 Milliarden Euro flossen in die Entwicklung der Neuen Klasse. Diese rein elektrische Fahrzeugarchitektur stellt das kostspieligste Projekt in der 110-jährigen Firmengeschichte dar. Ein zentraler Bestandteil dieser Strategie ist die neue Limousine i3. Ab August soll das zweite Modell dieser Serie im Münchener Stammwerk vom Band laufen. Das Ziel ist klar definiert: Ab 2027 plant BMW in München eine rein elektrische Produktion. Bis 2030 soll der Anteil der Stromer am Gesamtabsatz von aktuell 18 Prozent auf die Hälfte steigen.

Trotz der Erfolge in Europa kämpft BMW mit Gegenwind auf dem chinesischen Markt. Dort verloren die Münchener im Vergleich zu 2024 rund 200.000 Einheiten an Absatz, was einem Minus von einem Viertel entspricht. Besonders lokale Anbieter von Elektrofahrzeugen setzen den bayerischen Modellen stark zu. Zipse begegnet dieser Entwicklung mit Zuversicht und verweist auf das Timing. Er ist überzeugt, dass erst jetzt die technologische Reife für Batteriespeicher erreicht ist, die Reichweiten von bis zu 900 Kilometern ermöglichen. Diese Werte sollen die Neue Klasse auszeichnen und die Milliardeninvestitionen in den kommenden Jahren refinanzieren.


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