Gebrauchte E-Autos: Binnenmarkt lahmt, EU-Export boomt

VW ID.3
Quelle: Volkswagen AG
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Der deutsche Gebrauchtwagenmarkt für Stromer hat ein handfestes Paradoxon: Während hierzulande die Berührungsängste vor gebrauchten Akku-Autos weiterhin tief sitzen, greift das europäische Ausland dankbar zu. Ich verfolge diese Entwicklung schon länger, aber die aktuellen Marktdaten zeigen unmissverständlich, wie sehr sich die deutschen Autofahrer selbst im Weg stehen. Die Folge ist eine massive Abwanderung von gebrauchten Stromern über die Landesgrenzen hinweg.

Frankreich und Polen schnappen sich die Schnäppchen

Dass der Binnenmarkt lahmt, lässt sich an konkreten Zahlen festmachen. Laut aktuellen Erhebungen der Handelsplattform Auto1 werden mittlerweile drei von vier gebrauchten E-Autos grenzüberschreitend gehandelt. Statt auf heimischen Straßen zu landen, gehen die Stromer primär nach Frankreich, Spanien oder in die Niederlande. Auch osteuropäische Märkte wie Polen und Ungarn legen beim Kauf gebrauchter Batteriefahrzeuge ein hohes Tempo an den Tag.

In Deutschland regieren dagegen weiter veraltete Stammtisch-Parolen über angeblich kollabierende Batterien. Das ist schlicht Quatsch, denn Daten aus der Praxis beweisen längst, wie haltbar moderne Akkus auch nach mehreren Jahren Nutzung bleiben. Doch statt bezahlbare E-Mobilität zu nutzen, verharren viele Käufer in Wartestellung. Für den deutschen Markt bedeutet das eine eklatante Kehrseite: Trotz hoher Neuzulassungen der letzten Jahre reicht es beim Handel mit gebrauchter E-Prominenz im EU-Vergleich nur für Platz sieben.

Deutsche Händler weichen ins Ausland aus

Für Gebrauchtwagenhändler ist die Situation eine klare Ansage. Wenn der deutsche Kunde zögert, wandert die Ware eben dahin, wo die Nachfrage da ist. Der grenzüberschreitende Export ist für viele Autohäuser kein Notfallplan mehr, sondern das primäre Geschäftsmodell für gebrauchte Stromer. Wer in Deutschland ein bezahlbares E-Auto sucht, tritt somit in direkte Konkurrenz mit einkaufsfreudigen Händlern aus ganz Europa.

Solange sich die Einstellung zur Haltbarkeit von Traktionsbatterien hierzulande nicht grundlegend dreht, bleibt der deutsche Gebrauchtwagenmarkt beim Thema Elektro ein Selbstbedienungsladen für das EU-Ausland. Ein fauler Kompromiss für die heimische Verkehrswende.

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