Google Home Speaker Testbericht

Google Home Speaker 2026 in der Farbe Porcelain
Quelle: Google
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Google verabschiedet sich mit dem neuen Home Speaker endgültig von der Nest-Marke und baut erstmals einen Lautsprecher komplett um den KI-Assistenten Gemini herum. Das kugelförmige Gerät ersetzt den 2020 erschienenen Nest Audio und kostet in Deutschland 119,99 Euro.

Ich habe den Speaker von Google kostenlos für diesen Test in der Farbe Hazel zur Verfügung gestellt bekommen. Dies hat jedoch keine Einfluss auf das Testergebnis.

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Lieferumfang

Der Lieferumfang ist extrem minimal. In der Box befinden sich lediglich der Google Home Speaker, den Ladeadapter sowie etwas Zettelkram. Das war es auch schon. Wenn ihr euch fragt, ob es ein USB-Kabel gibt, nein, denn dieses ist als Kabel fest am Speaker verbaut.

Ich kann mir vorstellen, dass das für viele ein Segen sein wird – man braucht also nicht extra wieder ein Kabel -, für andere aber Fragezeichen schafft: Was ist, wenn das Kabel mal defekt ist? Anders als beim Vorgänger lässt sich das Kabel also nicht mehr abnehmen, ein 3,5-Millimeter-Audioeingang fehlt ebenfalls komplett.

Design: Kompakte Stoffkugel mit Hardware-Mikrofonschalter

Das Gehäuse ist eine leicht abgeflachte, vollständig mit einem 3D-gewebten Textil aus recycelten Materialien überzogene Kugel, rund 10,7 Zentimeter im Durchmesser und 8,7 Zentimeter hoch. Mit etwa 396 Gramm bleibt der Speaker leicht genug für Regal, Nachttisch oder Küchenarbeitsplatte. In Deutschland gibt es die Farben Hazel (Schwarzgrau) und Porcelain (Weiß), die Farbtöne Jade und Berry bleiben dem US-Markt vorbehalten.

Ein dynamischer LED-Ring an der Unterseite zeigt an, ob Gemini zuhört, nachdenkt oder antwortet. Für Lautstärke sowie Play/Pause stehen kapazitive Touch-Flächen auf der Oberseite bereit. Sicherheitsbewusste Nutzer dürften den physischen Schalter schätzen, der die drei verbauten Mikrofone hardwareseitig trennt, ganz ohne Umweg über die App.

Technik unter der Stoffhülle

Im Inneren arbeitet ein Quad-Core-ARM-Cortex-A55-Prozessor mit 2 GHz Takt, unterstützt von einer eigenen NPU, 1 GB Arbeitsspeicher und 4 GB eMMC-Speicher. Diese Neural Processing Unit erlaubt es dem Speaker, einfache Sprachbefehle wie Timer oder Lichtsteuerung lokal zu verarbeiten, ohne den Umweg über die Cloud, was die Reaktionszeit spürbar verkürzt. Bei der Konnektivität setzt Google auf Wi-Fi 6 im Dual-Band-Betrieb sowie Bluetooth 5.4.

Für das Smart Home fungiert der Speaker gleichzeitig als Matter-Hub und Thread-Border-Router, wodurch sich Geräte verschiedener Hersteller ohne separate Zusatz-Hardware einbinden lassen. Die Stromaufnahme bewegt sich je nach Betriebszustand zwischen 1,8 und 3,5 Watt. Eine Kopplung mit einem Google-Workspace-Konto für Geschäftskunden unterstützt das Gerät derzeit nicht.

Einrichtung: Schnell, aber nicht fehlerfrei

Die Inbetriebnahme läuft über die Google-Home-App für Android und iOS und ist über einen QR-Code an der Geräteunterseite in wenigen Minuten erledigt. Bei meiner Ersteinrichtung gab es allerdings Probleme, das Gerät hängte auf sich. Auch Matter-Verbindungen schlagen gelegentlich fehl, ein Problem, das allerdings auch von anderen Smart-Home-Zentralen bekannt ist und nicht spezifisch am Google Home Speaker liegt.

Gemini for Home: Der eigentliche Star des Geräts

Der wichtigste Unterschied zu bisherigen Google-Lautsprechern steckt nicht in der Hardware, sondern im Sprachassistenten. Gemini for Home ersetzt den klassischen Google Assistant vollständig und versteht deutlich freier formulierte Sätze. Mehrere Befehle in einem Satz wie „Schalte den Fernseher aus und mach das Licht an“ erledigt der Assistent ebenso zuverlässig wie kontextabhängige Ausnahmen, etwa „Mach alle Lichter aus, außer im Schlafzimmer“.

Dank einer Funktion namens Continued Conversation bleibt das Mikrofon nach einer Antwort kurz geöffnet, sodass sich Rückfragen ohne erneutes Weckwort stellen lassen. Für freie, längere Unterhaltungen gibt es zusätzlich Gemini Live, aktivierbar über den Satz „Hey Google, lass uns reden“.

Gemini reagiert flexibel, versteht Zusammenhänge richtig gut und liefert häufig brauchbare Antworten. Ganz fehlerfrei arbeitet der Assistent dennoch nicht, gelegentlich benötigen Antworten mehrere Sekunden oder gehen am eigentlichen Anliegen vorbei. Eine zusätzliche Funktion erkennt Kinderstimmen und passt die Antworten entsprechend an.

Klang: Solide Mitten, schwacher Bass

Für die Wiedergabe verbaut Google einen einzelnen 58-Millimeter-Breitbandtreiber, der einen gleichmäßigen 360-Grad-Klang erzeugen soll. Das Konzept funktioniert unabhängig von der Hörposition gut, Stimmen stehen klar im Vordergrund und auch Podcasts klingen angenehm. Ein Test ordnet den Klang etwa auf dem Niveau eines Apple HomePod mini ein.

Grenzen setzt vor allem der Tiefbass: Ein einzelner Treiber dieser Größe kann physikalisch nur begrenzt tief spielen, weshalb Kickdrums zwar einen Anschlag besitzen, darunter aber Substanz fehlt. Bei höherer Lautstärke nimmt der wahrgenommene Bassanteil zusätzlich ab, statt proportional mitzuwachsen.

Der ältere Nest Audio verfügte mit einem 75-Millimeter-Tieftöner und einem separaten 19-Millimeter-Hochtöner über die aufwendigere Lautsprecherbestückung und klang satter. Ein einzelner Home Speaker gibt Stereosignale zudem nur in Mono wieder, erst zwei gekoppelte Geräte bilden ein echtes Stereopaar oder ermöglichen zusammen mit einem Google TV Streamer ein Heimkino-Setup.

Google Home Premium: Die wichtigsten Funktionen kosten extra

Die Grundfunktionen von Gemini for Home sind im Gerätepreis enthalten. Für Gemini Live und komplexere Automatisierungen verlangt Google nach einer sechsmonatigen kostenlosen Testphase ein Abonnement.

  • Kostenlos (0 €): Kontext-Gespräche, Smart-Home-Steuerung, Mediensuche
  • Home Premium Standard (ca. 10 €/Monat): zusätzlich Gemini Live, automatische Routinen per Texteingabe
  • Home Premium Advanced (ca. 18 €/Monat): zusätzlich Kamera-Verlaufssuche und Tageszusammenfassungen für Nest-Kameras

Das Advanced-Paket funktioniert ausschließlich in Verbindung mit kompatiblen Google-Nest-Kameras. Wer bereits ein Gemini-Pro-Abonnement besitzt, erhält Google Home Premium ohne Aufpreis dazu. Dass ausgerechnet Gemini Live, eine der interessantesten neuen Funktionen, dauerhaft zusätzliche Kosten verursacht, ist eigentlich der größte Kritikpunkt des Google Home Speaker.

Fazit

Der Google Home Speaker ist weniger ein außergewöhnlicher Lautsprecher als ein außergewöhnlich guter Zugang zu Gemini. Klanglich bewegt er sich auf dem Niveau eines HomePod mini, mit klaren Stimmen und Mitten, aber spürbaren Schwächen im Tiefbass, die bei höherer Lautstärke zunehmen. Wer einen kräftig klingenden Lautsprecher sucht, findet selbst beim älteren Nest Audio mehr Fundament.

Überzeugend ist dagegen der Sprachassistent: Gemini versteht freie Formulierungen, verarbeitet mehrere Befehle in einem Satz und liegt im direkten Vergleich mit Siri klar vorn. Zusammen mit der Rolle als Matter-Hub und Thread-Border-Router ergibt sich ein rundes Smart-Home-Paket für 119,99 Euro, allerdings mit dem Wermutstropfen, dass die interessantesten KI-Funktionen nach einem halben Jahr ins Abo-Modell wandern.

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