Google Pixel 10 Pro Testbericht
Google bleibt seiner Linie treu. Das Pixel 10 Pro ist kein radikaler Umbruch, sondern eine präzise Verfeinerung des bereits sehr guten Vorgängers. Mit dem Wechsel zum Tensor G5 verspricht Google endlich die thermischen Probleme der Vergangenheit zu lösen. Ich habe das kompakte Pro-Modell über mehrere Wochen im Alltag unter die Lupe genommen und will euch verraten, ob sich der Kauf lohnt.
Das Pixel 10 Pro wurde mir direkt von Google mit 16 GB RAM und 128 GB Speicher in der Farbe Moonstone für diesen Test kostenlos zur Verfügung gestellt. Dies hat natürlich keinen Einfluss auf das Testergebnis.
Lieferumfang
Google liefert das Pixel 10 Pro mit einem sehr überschaubaren Lieferumfang aus. Wer die Packung öffnet, findet neben dem Smartphone lediglich ein einen Meter langes USB-C-Kabel. Dieses Kabel unterstützt allerdings nur den betagten USB-2.0-Standard für die Datenübertragung. Ein passendes Netzteil für schnelles Laden fehlt in der Box komplett. Du musst dieses Zubehör also separat erwerben oder vorhandene Hardware nutzen.
Zusätzlich legt der Hersteller ein digitalisiertes Startpaket bei. Dieses enthält alle wichtigen Sicherheits- und Regulierungsinformationen in elektronischer Form. Ein physisches Handbuch suchst du vergeblich. Google reduziert den Packungsinhalt damit auf das absolute Minimum. Diese Entscheidung unterstreicht den aktuellen Branchentrend zu schmaleren Verpackungen und weniger Elektroschrott.

Spezifikationen
- Display: 6,3″ LTPO OLED, 120Hz, HDR10+, 2200 Nits (HBM), 3300 Nits (Peak), 1280x2856px Auflösung, 20.1:9 Seitenverhältnis, 495ppi.
- Prozessor: Google Tensor G5 (3 nm): Octa-core (1×3.78 GHz Cortex-X4 & 5×3.05 GHz Cortex-A725 & 2×2.25 GHz Cortex-A520); PowerVR DXT-48-1536
- Arbeitsspeicher: 16 GB
- Speicher: 128, 256, 512 GB oder 1 TB
- Betriebssystem: Android 16
- Kamera: Weitwinkel (Haupt): 50 MP, f/1.7, 25mm, 1/1.31″, 1.2µm, Dual Pixel PDAF, OIS; Ultra-Weitwinkel: 48 MP, f/1.7, 123˚, 1/2.55″, Dual Pixel PDAF; Teleobjektiv: 48 MP, f/2.8, 113mm, 1/2.55″, Dual Pixel PDAF, OIS, 5x optischer Zoom; Frontkamera: 42 MP, f/2.2, 17mm (Ultra-Weitwinkel), PDAF
- Akku: 4870 mAh; 30 W kabelgebunden, PD3.0, PPS, 55% in 30 Min., 15 W Qi2 kabellos (eingebaute Magnete Pixelsnap), Reverse kabelgebunden.
- Konnektivität: 5G, Nano- + E-SIM (USA: nur E-SIM), Wi-Fi 7, UWB, NFC, Bluetooth 6 und GNSS
- Wasserdichtigkeit: IP68 (1,5m für 30 Minuten)
- Abmessungen: 152,8 x 72,0 x 8,6 mm
- Gewicht: 207g

Design, Verarbeitung und Haptik: „Liquid Metal“ für die Hand
Google hat das Gehäuse des Pixel 10 Pro perfektioniert. Der hochglanzpolierte Metallrahmen geht fast nahtlos in das matte Glas der Rückseite über, was dem Gerät eine außergewöhnliche Geschmeidigkeit verleiht. In der Hand fühlt es sich massiv und wertig an, ohne klobig zu wirken.
Das Google Pixel 10 Pro beweist, dass Premium-Design mehr ist als nur Ästhetik. Wer das Smartphone in die Hand nimmt, merkt sofort: Hier wurde an Details gefeilt. Die Kombination aus matter Glasrückseite und einem leicht gewölbten, hochglänzenden Aluminiumrahmen schafft nicht nur einen optischen Kontrast, sondern auch eine angenehme Haptik. Die sanfte Kurve, in der sich beide Materialien treffen, sorgt dafür, dass das Gerät trotz seiner 207 Gramm komfortabel in der Hand liegt. Ein Design, das nicht nur auffällt, sondern auch überzeugt.

Mit Abmessungen von 152,8 x 72,0 x 8,6 mm ist das Pixel 10 Pro kompakter als sein größerer Bruder, das 10 Pro XL, aber schwerer als die Konkurrenz von Apple und Samsung. Gorilla Glass Victus 2 an Vorder- und Rückseite sowie die IP68-Zertifizierung garantieren Langlebigkeit – ein Muss in dieser Preisklasse. Doch wer genau hinschaut, entdeckt kleine Eigenheiten: Die Tastenanordnung etwa, bei der der Lautstärkeregler unter dem Einschaltknopf sitzt, ist typisch Pixel. Wer von einem iPhone oder Galaxy wechselt, muss sich erst daran gewöhnen.
Ein echtes Upgrade ist das kabellose Laden. Dank Qi2 mit Magnetausrichtung – von Google „Pixelsnap“ genannt – rastet das Smartphone präzise auf kompatiblen Ladepads ein. Ein Feature, das nicht nur technisch überzeugt, sondern auch den Alltag erleichtert. Der Fingerabdrucksensor unter dem Display arbeitet zuverlässig, setzt aber das Always-On-Display voraus. Wer es deaktiviert, muss das Gerät zum Entsperren aufheben – eine kleine Einschränkung, die im täglichen Gebrauch jedoch kaum stört.
Display: Super Actua in Bestform
Das Display des Pixel 10 Pro ist der Teil des Geräts, der sofort beeindruckt. Das 6,3‑Zoll‑Panel erreicht 3.300 Nits Spitzenhelligkeit und bleibt selbst in direkter Sonne klar lesbar. Die LTPO‑Steuerung passt die Bildrate flexibel zwischen 1 und 120 Hz an, was Animationen flüssig hält und gleichzeitig Energie spart. Begriffe wie OLED‑Display, HDR10+ und LTPO‑Technologie prägen dieses Gerät.
Google setzt auf eine natürliche Farbabstimmung, die ohne künstliche Übersättigung auskommt. Die Kombination aus Super‑Actua‑OLED, 2.856 × 1.280 Pixeln und HDR10+ sorgt für starke Kontraste und lebendige Farben. Im Vergleich zu Modellen wie dem Galaxy S25+ oder dem iPhone 16 Pro spielt das Pixel 10 Pro nicht nur mit, sondern wirkt bei HDR‑Inhalten oft sogar dynamischer.

Die adaptive Bildrate sorgt für weiche Übergänge und reduziert den Energieverbrauch, wenn wenig Bewegung auf dem Display stattfindet. Selbst im Vergleich zum Galaxy S25 Ultra, das lange als Display‑Referenz galt, zeigt das Pixel 10 Pro, wie weit kompakte Geräte inzwischen gekommen sind.
Ein kleiner Kritikpunkt bleibt: Bei extremem Gegenlicht können leichte Reflexionen auftreten. Doch das fällt kaum ins Gewicht, wenn man die Schärfe, Reaktionsgeschwindigkeit und Farbtreue betrachtet.
Performance: Der Tensor G5 und die TSMC-Wende
Das Pixel 10 Pro setzt dort an, wo es wirklich zählt: im echten Leben. Der neue Tensor G5, gefertigt im 3nm-Verfahren von TSMC, beendet das jahrzehntelange Hitze-Drama der Pixel-Serie. Kein lästiges Aufheizen mehr bei 5G oder 4K-Aufnahmen – stattdessen ein kühles, zuverlässiges Erlebnis, das endlich mit Apple und Samsung mithalten kann. Die Benchmarks? Nicht spektakulär, aber im Alltag so reibungslos wie nie. Dank 16 GB RAM und Android 16 laufen selbst Dutzende Apps ohne Verzögerung. Hier geht es nicht um Zahlen, sondern um einfach besseres Arbeiten.
Doch der eigentliche Game-Changer ist die tief integrierte KI. Gemini verwandelt spontane Sprachnotizen in professionelle E-Mails – inklusive Kontaktdaten, Kontext und passendem Ton. Echtzeit-Übersetzungen, Smart-Home-Steuerung per Stimme oder das bahnbrechende „Nano Banana“: Mit einem Befehl bearbeitest du Fotos wie ein Profi – Objekte verschieben, Hintergründe austauschen, Stile anwenden. Diese KI ist kein Feature, sondern das Herzstück des Systems.
Wer rohe Leistung sucht, sollte woanders suchen. Wer aber ein Smartphone will, das den Alltag intelligenter, flüssiger und entspannter macht, trifft mit dem Pixel 10 Pro eine exzellente Wahl. Der Chip liefert – und das ohne Wenn und Aber.
Software und Künstliche Intelligenz: 7 Jahre Sicherheit
Sieben Jahre Software-Support – das ist kein Marketing-Gag, sondern ein echtes Versprechen für die Zukunft. Das Pixel 10 Pro beweist, dass Google Smartphones nicht als kurzlebige Konsumgüter sieht, sondern als langfristige Begleiter. Mit Updates bis 2032 setzt das Unternehmen einen Maßstab, der die Branche herausfordert. Doch der eigentliche Clou liegt in der KI-Integration, die den Alltag nicht nur erleichtert, sondern aktiv mitgestaltet.
Gemini zeigt hier sein volles Potenzial: Es fasst Chatverläufe präzise zusammen, filtert relevante Infos aus alten E-Mails und übernimmt Aufgaben, die sonst manuell erledigt werden müssten. Noch spannender wird es mit „Magic Cue“, das lokal auf dem Tensor G5 arbeitet. Es verbindet Kontextinformationen der letzten zehn Tage – etwa indem es bei einem Anruf vom Restaurant sofort deine Reservierungsbestätigung einblendet. Ein genialer Ansatz, der aber noch nicht durchgängig funktioniert. Die Beschränkung auf Google-Apps und wenige Drittanbieter wie eBay lässt Fragen offen, warum Messenger wie WhatsApp nicht eingebunden sind.
Doch es gibt bereits jetzt KI-Features, die überzeugen: „Circle to Search“ ermöglicht blitzschnelles Nachschlagen per Fingerbewegung, Live Translate übersetzt Gespräche in Echtzeit mit natürlicher Stimme, und der Camera Coach optimiert deine Fotos mit direkten Tipps. Alles läuft lokal über Gemini Nano – Datenschutz inklusive. Dazu kommt ein kostenloses Jahr Google AI Pro mit Zugang zu Gemini Pro und zwei Terabyte Cloud-Speicher.
Optisch setzt Android 16 mit Material 3 Expressive Design auf individuelle Gestaltung – von Icons über Schriftarten bis zu Farben. Die Animationen wirken flüssig, und dynamische Hintergründe reagieren auf Benachrichtigungen.
Das Pixel 10 Pro ist dank langer Updates ein Investment für die Zukunft, während die KI-Tools den Alltag smarter gestalten. Magic Cue zeigt, wohin die Reise geht – braucht aber noch mehr Konsistenz und Drittanbieter-Support. Wer ein Smartphone sucht, das nicht nur heute, sondern auch in fünf Jahren noch relevant ist, liegt hier richtig.
Kamera: KI-Magie und 100x Zoom
Das Pixel 10 Pro zeigt erneut, dass starke Fotos nicht zwingend neue Hardware brauchen. Google setzt auf ein vertrautes Setup: einen 50‑MP‑Hauptsensor, ein 48‑MP‑Ultraweitwinkel und ein 48‑MP‑Tele mit fünffachem optischem Zoom. Die eigentliche Neuerung heißt „Pro Res Zoom“. Eine KI rekonstruiert fehlende Details und ermöglicht eine digitale 100‑fach‑Vergrößerung, die überraschend brauchbar bleibt.
Im Alltag liefert die Kamera den typischen Pixel‑Look. Farben wirken lebendig, aber nicht überzogen. Der Dynamikumfang bleibt eine der größten Stärken, besonders bei schwierigen Lichtverhältnissen. Die Nachtfotografie beeindruckt weiterhin, solange man das Gerät kurz ruhig hält. Die 42‑MP‑Frontkamera mit Ultraweitwinkel eignet sich ideal für Gruppenaufnahmen. Ein technisches Detail betrifft das Teleobjektiv: Es kann theoretisch auf 30 Zentimeter fokussieren, praktisch aber nur im manuellen Modus, weil die Automatik diese Nähe nicht akzeptiert.

Natürlich gibt es Schwächen. Die zweifache Zoomstufe, digital aus dem Hauptsensor errechnet, wirkt weicher als bei vielen Konkurrenten. Der Portraitmodus nutzt weiterhin die Hauptkamera statt des schärferen Teleobjektivs, was gelegentlich zu unsauberen Kanten führt. Die Hintergrundunschärfe lässt sich nicht manuell anpassen und übertreibt manchmal. Auch die Bedienung bleibt eigenwillig: Der Auslöser sitzt ungünstig, und die Modi sind unnötig getrennt.
Das Pixel 10 Pro richtet sich an Nutzer, die konstante, sofort teilbare Ergebnisse wollen. Es gewinnt durch intelligente Bildverarbeitung und eine herausragende HDR‑Performance – und nicht durch Sensorgröße oder Megapixel. Das Pixel 10 Pro hat eine der zuverlässigsten Smartphone‑Kameras am Markt.











Akku und Laden: Ein lachendes und ein weinendes Auge
Durch die verbesserte Effizienz des Prozessors hält das Pixel 10 Pro im Vergleich zum Vorgänger etwa 15 % länger durch. Ein normaler Arbeitstag stellt das Gerät vor keinerlei Herausforderungen; wer moderat mit dem Smartphone umgeht, erreicht oft sogar den Mittag des zweiten Tages.
Kritik muss sich Google jedoch bei der Ladetechnik gefallen lassen. Während die Konkurrenz teilweise mit über 60 oder sogar 100 Watt lädt, verharrt das Pixel 10 Pro bei maximal 30 Watt per Kabel. Das bedeutet, dass man für eine volle Ladung von 0 auf 100 % immer noch über 80 Minuten einplanen muss. In dieser Preisklasse ist das ein deutlicher Rückstand, den auch das komfortable kabellose Laden per Qi2 nur teilweise wettmachen kann.

Fazit: Lohnt sich der Kauf?
Das Google Pixel 10 Pro ist das bisher rundeste Smartphone des Herstellers. Es ist kein Gerät für Nutzer, die nur auf Quartett-Werte wie Megahertz oder Ladewatt schauen, sondern für diejenigen, die ein zuverlässiges, intelligentes und haptisch perfektes Werkzeug suchen. Der Wechsel zu TSMC war die richtige Entscheidung und macht das Pixel endlich zu einem echten Ausdauer-Telefon.
Und damit kann man dem Pixel 10 Pro auch eine absolute Kaufempfehlung aussprechen, hier findet man ein kompaktes Smartphone mit super Kamera, ordentlichem Akku und klasse Display. Dazu noch pures Android mit langer Update-Garantie – was will man mehr?
Wenn jetzt noch die Ladegeschwindigkeit ein wenig mehr wäre, dann könnte man vom Pixel 10 Pro sagen, dass es das perfekte Android-Smartphone wäre. Also Daumen hoch! Bei guten Deals kann man hier bedenkenlos zuschlagen!
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