Hyundai Ioniq 3 im ersten Check: Der neue Elektro-Kompakte attackiert VW mit echter Reichweite und haptischen Tasten

leicht getarnter Hyundai Ioniq 3 auf Testfahrt
Quelle: Hyundai
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Hyundai bringt mit dem Ioniq 3 einen kompakten „Aero Hatch“ nach Europa, der gezielt Schluss mit übertriebenem Elektro-Prestige macht. Die erste Prototypen-Fahrt zeigt einen absolut alltagstauglichen Stromer, der trotz abgespeckter Plattform mit cleveren Details glänzt. Statt digitalem Frust setzt Korea auf echte Tasten und eine alltagstaugliche Reichweite für die breite Masse.

Vernunft statt 800-Volt-Spektakel: Die harten Fakten

Unter der Hülle des genau 4155 mm langen und 1505 mm hohen Ioniq 3 steckt eine verkürzte Variante der bekannten E-GMP-Plattform. Um Kosten zu sparen, verbauen die Koreaner hier ein günstigeres 400-Volt-System und eine einfache Verbundlenkerachse an der Hinterachse. Zum Marktstart im Herbst stehen zwei Batteriegrößen bereit, die vor allem auf maximale Effizienz im europäischen Pendelalltag getrimmt sind.

  • Batterie & Reichweite: 42,2 kWh für mehr als 344 km oder die Long-Range-Option mit 61 kWh für über 496 km Reichweite nach WLTP.
  • Antriebs-Power: Der Elektromotor an der Vorderachse leistet 147 PS und liefert ein maximales Drehmoment von 250 Nm.
  • Lade-Performance: Maximal 115 kW am DC-Schnelllader (10 auf 80 Prozent in rund einer halben Stunde) sowie starke 22 kW AC-Laden für die Stadt.
  • Cleveres Platzwunder: Satte 441 Liter Kofferraumvolumen inklusive einer tiefen „Megabox“ unter dem Ladeboden für Ladekabel und Schmutzwäsche.

Komfort-Gleiter mit Porsche-Genen in der Lenkung

Obwohl das Fahrwerk auf schlechten Straßen extrem kultiviert abrollt und primär den Komfort sucht, überrascht die Agilität des kompakten Fronttrieblers. Kein Geringerer als Ex-Porsche-Fahrwerkschef Manfred Harrer hat die Lenkung feingeschliffen, was dem Wagen eine unerwartet präzise mechanische Rückmeldung in schnellen Kurven beschert. Bis etwa 130 km/h bleibt es im Innenraum flüsterleise, erst darüber wird der Vortrieb spürbar zäher und Windgeräusche treten hervor.

Im Cockpit feiert das neue, Android-Automotive-basierte System „Pleos Connect“ auf Bildschirmen mit bis zu 14,6 Zoll seine Europa-Premiere. Der absolute Volltreffer für die Ergonomie ist jedoch die Entscheidung gegen den totalen Touchscreen-Zwang. Für die Klimabedienung und die Lautstärke sind weiterhin echte, physische Tasten und Regler an Bord, was die Bedienung während der Fahrt drastisch erleichtert.

Hyundai macht beim Ioniq 3 strategisch alles richtig. Während Volkswagen beim ID.3 erst schmerzhaft via Facelift lernen musste, dass Kunden keine unbeleuchteten Touch-Flächen wollen, liefern die Koreaner ab Werk haptische Tasten und ein pfeilschnelles Infotainment. Dass man die teure 800-Volt-Technik für die Kompaktklasse opfert, ist betriebswirtschaftlich absolut logisch – besonders weil stattdessen serienmäßige 22 kW AC-Ladeleistung spendiert werden, was beim Parken in der City im Alltag viel mehr wert ist als theoretische Peak-Werte am Autobahn-Schnelllader.


Quelle:  Elektroauto-News | Autocar

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