Kia EV3: US-Test enthüllt das 400-Volt-Problem

KIA EV3 2027
Quelle: Kia
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Der erste US-Praxistest des 2027 Kia EV3 zeigt ein Muster, das wir vom europäischen Markt kennen: Kia baut ein attraktives Paket für unter 35.000 Dollar, kaschiert technische Kompromisse aber nur mäßig. Die US-Kollegen von Slashgear haben sich hinter das Steuer gesetzt und bestätigen, was die Daten schon vermuten ließen. Der Einstiegspreis ist eine Ansage, das Fahrwerk überrascht positiv, aber die Ladekurve holt einen im Jahr 2026 schnell auf den Boden der Tatsachen zurück.

Der Sweet-Spot: Wind-Trim für 36.485 Dollar

Kia staffelt den EV3 in den USA aggressiv. Das Basismodell startet bei 31.385 Dollar (inklusive Überführung) mit einem 58,3 kWh-Akku. Das reicht für 201 PS und geschätzte 221 Meilen (355 km). Ein Lockvogel für Flottenkunden, im Alltag eher ein Kompromiss.

Viel interessanter ist der „Wind“-Trim für 36.485 Dollar. Hier verbaut Kia den großen 81,4-kWh-Akku, der die Reichweite auf 321 Meilen (516 km) schraubt. Ob die Distanzen im echten Leben halten, was sie versprechen, ist fraglich – erst kürzlich zeigte ein ausführlicher Test zur realen Reichweite, dass der Bordcomputer gerne mal optimistisch rechnet. Trotzdem: Für unter 40.000 Dollar bekommt man ein Auto, das auf dem Papier Langstrecke kann.

Wer sich für die Top-Ausstattungen „Land“ (40.185 Dollar) oder „GT-Line“ (46.730 Dollar) entscheidet, zahlt einen Aufpreis, der in keinem vernünftigen Verhältnis zum Mehrwert steht. Fast 47.000 Dollar für ein Kompakt-SUV auf 400-Volt-Basis sind schlicht zu viel.

Fahrwerk: Überraschend erwachsen für die Klasse

Auf der Straße gibt sich der EV3 keine Blöße. Die US-Tester vergleichen ihn mit dem neuen Chevy Bolt, der in engen Kurven etwas agiler agiert. Der Kia ist weniger auf Sportlichkeit getrimmt, was ihm im Alltag zugutekommt.

Das Fahrwerk schluckt grobe Querfugen erstaunlich souverän. Für ein Kompakt-SUV mit kurzem Radstand ist die Dämpfung straff, aber niemals hölzern. Die Karosserie bleibt ruhig, das Auto fühlt sich auf der Langstrecke deutlich größer an. Kia hat hier offensichtlich an der Hinterachse nachgearbeitet und dem Image früherer Niro-Generationen den Rücken gekehrt.

Wer Allrad und Performance will, greift zum GT. Mit 288 HP katapultiert sich das Kompakt-SUV in Sportwagen-Sphären, verliert dann aber jegliche Vernunft beim Preis-Leistungs-Verhältnis.

Innenraum: Premium-Optik zum Kampfpreis

Kia weiß, wo Käufer 2026 hinschauen. Das Cockpit ist ein Bildschirm-Reigen, der über das hinausgeht, was man in der 35.000-Dollar-Klasse erwartet. Die drei Displays (12,3 Zoll, 5 Zoll, 12,3 Zoll) simulieren ein durchgehendes Glas-Panel. Das sieht teuer aus und funktioniert intuitiv.

Wichtig: Wireless Apple CarPlay und Android Auto sind serienmäßig. Kein Kabelsalat, kein Ärger mit veralteten Karten. Schon beim Marktstart in Europa setzte der Kia EV3 den VW ID.3 gehörig unter Druck, weil er Premium-Gefühl zum Kampfpreis bot. Harte Materialien im unteren Türbereich verzeiht man angesichts des Preises sofort.

Das 400-Volt-Problem: Laden wie vor drei Jahren

Wo der EV3 Federn lässt, ist an der Schnellladesäule. Kia setzt auf die ältere 400-Volt-E-GMP-Plattform. Der kleine Akku lädt mit maximal 100 kW, der große 81,4-kWh-Akku schafft 127 kW. Das ist laut Kia 30 Prozent schneller als beim alten Niro EV, aber im Vergleich zur Konkurrenz ein Flaschenhals.

Bei 127 kW Peak fällt die Ladekurve schnell ab. Wer von 10 auf 80 Prozent laden will, muss deutlich mehr Geduld mitbringen als etwa im Hyundai Ioniq 5. Das bedeutet: Nach den ersten 20 Prozent drosselt das System die Leistung drastisch. Auf einem Roadtrip kostet das zwei zusätzliche Kaffeepausen. Warum 800 Volt im Kompakt-Segment oft fehlen und warum das 400-Volt-Netz zum Nadelöhr wird, spürt man sofort. Kia spart am SiC-Inverter und der Batteriekühlung, um den Einstiegspreis niedrig zu halten.

Der Kia EV3 ist in der „Wind“-Konfiguration eine Empfehlung für alle, die ein bezahlbares, alltagstaugliches E-Auto suchen und nicht täglich an der Schnellladesäule campieren. Wer häufig Langstrecke fährt, sollte die Ladezeiten durchrechnen – oder zum größeren EV5 greifen.

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3 Kommentare

  1. die 400V Variante der E-GMP Plattform ist nicht alt, sondern neuer als die 800V-Variante von z.B. Ioniq 5 und gezielt für preissensiblere Modelle entwickelt.
    800V bietet derzeit längst noch nicht jeder Hersteller, schon gar nicht im C-Segment.

  2. So einen Beitrag entspricht dem Standart vor 4 Jahren und bescheinigt dem Autor wenig Kompetenz. Alles Argumente, die mit der Realität nicht mithalten können. Der EV3 macht eine super Job und 90% des Standartnutzungsverhalten sind perfekt abgedeckt. Er hat halt kein 800Volt-System. Aber welches in diesen Segment verfügbare Modell hat die schon? Und der Preis ist auch dem Segment entsprechend.

  3. wieder so ein sinnloser Autoartikel…
    „Wer häufig Langstrecke fährt,…“

    Niemand. Niemand!! Vielleicht 0,5% fahren täglich Langstrecke, wenn überhaupt. 99% fahren weniger als 100km pro Tag.
    Ein Serienfahrzeug für 0,irgendwas Prozent wäre dumm und sinnlos, zumindest im Preis. Zum Vergleich , Ferrari hat etwa 0,1% Marktanteil.

    Das ist ein EV3!!!, Langstrecke, Rennstrecke, Offroad, alles uninteressant.

    Das ist das Niveau von YouTubern die Kleinwagen bekommen und dann die Autobahnreichweite testen. Das können sie, geradeaus fahren, für einen ordentlichen Test reicht es nicht.

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