Klarmobil: Der heimliche 100-GB-Telekom-Deal und die Preis-Falle im Sommer

Es ist Juli, die Tech-Branche schläft den Schlaf der Gerechten und in den Mobilfunk-Zentralen herrscht gähnende Leere. Doch statt abzuwarten, wirft Klarmobil völlig überraschend einen echten Black-Friday-Tarif auf den Markt. Wer jetzt allerdings freudig die Startseite des Providers aufruft, wird enttäuscht. Der Deal existiert dort nicht. Das Angebot läuft ausschließlich über versteckte Aktionslinks und richtet sich gezielt an Daten-Junkies, die das Telekom-Netz wollen, ohne den vollen Magenta-Preis zu zahlen.
Die Eckdaten klingen im ersten Moment fast absurd gut: Für 14,99 Euro im Monat schaltet Klarmobil glatte 100 GB Datenvolumen frei. Das Ganze funkt im 5G-Netz der Telekom. Dazu gibt es die obligatorische Allnet- und SMS-Flatrate. Auf einen teuren Anschlusspreis wird aktuell komplett verzichtet, was einem die lästige SMS-Bestätigung zur Rückerstattung erspart. Wer seinen alten Vertrag noch etwas aussitzen muss, kann den Vertragsbeginn flexibel in die Zukunft schieben.
Natürlich gibt es bei solchen Konditionen einen Haken. Klarmobil kappt die maximale Bandbreite bei 50 Mbit/s. Aus meiner jahrelangen Erfahrung als Tech-Blogger kann ich euch aber beruhigen: Im Alltag ist das völlig irrelevant. Ob ihr 4K-Videos bei YouTube streamt, gigabyteweise Spotify-Playlists offline zieht oder den Laptop per Hotspot füttert – die 50 Mbit/s sind mehr als ausreichend. Viel wichtiger als theoretische Peak-Werte ist die Netzabdeckung, und da liefert die Telekom verlässlich ab.
Die echte Kehrseite lauert auf dem Kontoauszug. Nach Ablauf der 24 Monate Mindestlaufzeit verdoppelt sich der Preis gnadenlos auf 29,99 Euro. Wer hier nicht rechtzeitig kündigt, tappt in die typische Provider-Falle. Zudem ist die Rufnummernmitnahme zwar netz- und anbieterübergreifend kostenlos, hat aber einen blinden Fleck: Wer bereits einen Klarmobil-Tarif im Telekom-Netz nutzt, kann seine Nummer aus technischen Gründen nicht mit in dieses Angebot nehmen.
Hier sind die harten Fakten für den schnellen Überblick:
- 100 GB 5G-Datenvolumen im Telekom-Netz (bis 50 Mbit/s)
- 14,99 Euro pro Monat (Achtung: ab dem 25. Monat 29,99 Euro)
- 0 Euro Anschlusspreis und flexibler Vertragsbeginn
- Kostenlose Rufnummernmitnahme (außer von Klarmobil-Telekom zu Klarmobil-Telekom)
Warum Provider im Sommerloch den Black Friday simulieren
Der Smartphone-Markt ist gesättigt und im Hochsommer sinkt die Bereitschaft, neue Laufzeitverträge abzuschließen, auf den absoluten Tiefpunkt. Freenet, der Mutterkonzern hinter Klarmobil, hat jedoch strikte Quartalsziele bei den Vertragsabschlüssen. Anstatt nun die eigene Kernmarke auf der Homepage im Preis zu drücken und sich die Marge bei ohnehin kaufwilligen Bestandskunden zu ruinieren, nutzt man sogenannte „Schattenlinks“ oder „Stealth-Angebote“.
Diese Deals werden gezielt über Affiliate-Netzwerke, Blogs und Schnäppchen-Portale gestreut. Das Kalkül ist so simpel wie auffällig: Man greift die extrem preissensiblen Wechselkunden ab, die aktiv nach Deals suchen. Die Subventionierung dieses 14,99-Euro-Angebots finanziert sich primär über die Kunden, die nach 24 Monaten die Kündigung vergessen und in die teure 30-Euro-Phase abrutschen. Es ist ein reines Rechenspiel um den durchschnittlichen Umsatz pro Nutzer (ARPU), bei dem aufmerksame Nutzer extrem profitieren können.
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