Mercedes: EQE fliegt raus, E-Klasse Elektro übernimmt

Mercedes zieht bei seinen ersten EQ-Flops endlich die Reißleine. EQE und EQS fliegen schrittweise aus dem Portfolio – viele treue Mercedes-Kunden finden, dass dies auch langsam Zeit wird. Das rundgelutschte Seifenschalen-Design hat den Stuttgartern mächtig Kritik und mäßige Verkaufszahlen eingebracht. Jetzt korrigiert der Konzern seinen Kurs und ersetzt den EQE durch eine echte elektrische E-Klasse mit klassischem Stufenheck.
Klassische Silhouette statt Ei-Design
Erste getarnte Erlkönige drehen bereits ihre Runden, auch wenn die Fahrzeuge erst in ein bis zwei Jahren beim Händler stehen. Neben den zivilen Varianten tüftelt Affalterbach bereits an der Speerspitze: dem Mercedes-AMG E 63 mit EQ-Technologie. Mercedes-Chef Ola Källenius schwärmte kürzlich intern über den elektrischen CLA 45, die synthetische V8-Akustik habe ihm das beste V8-Gefühl beschert, das er je gefahren sei. Bei der Business-Limousine legen die Ingenieure jetzt noch eine Schippe drauf.
Statt eines blubbernden V8-Verbrenners treiben künftig extrem kompakte YASA-Axialflussmotoren das Topmodell an. Diese Aggregate punkten mit dreifacher Energiedichte im Vergleich zu herkömmlichen E-Motoren und werden im Mercedes-Werk Berlin-Marienfelde gefertigt. Wir sprechen hier von über 800 PS Systemleistung und einem Akku mit über 100 kWh Kapazität. Um die AMG-Kundschaft nicht zu verschrecken, simuliert die Steuerung Schaltvorgänge und V8-Klangwelten. Ob man das im Alltag wirklich braucht? Darüber lässt sich streiten.
800 Volt und Ladeleistung weit über 350 kW
Unter dem Blech nutzt die neue E-Flotte die MB.EA-Plattform mit moderner 800-Volt-Technik. Dass die Stuttgarter bei den Ladezeiten keine Kompromisse mehr eingehen, zeigt ein Blick auf die AMG-Entwicklungen: Die AMG.EA-Architektur schafft dank direktgekühlter Rundzellen Spitzen-Ladeleistungen von bis zu 600 kW. Damit pumpt die Säule in zehn Minuten Saft für über 400 Kilometer Reichweite in den Speicher.
Preislich leider völlig daneben dürfte der E 63 allerdings wieder liegen, wenn man die Preispolitik der letzten Performance-Stromer betrachtet. Dennoch ist die Rückkehr zu E-Klasse-Proportionen und harten Specs der einzig richtige Schritt, um enttäuschte Stammkunden zurückzuholen.
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