Motorola Razr Flex: Breites Falt-Format mischt die Geekbench-Daten auf

Das endlose Warten auf ein Foldable, das zusammengeklappt nicht wie eine schmale Fernbedienung in der Hand liegt, hat ein Ende. In der Benchmark-Datenbank Geekbench ist das erste breite Klapp-Smartphone von Motorola aufgetaucht – gelistet als Motorola razr flex 27. Der Eintrag liefert die ersten belastbaren Fakten zur Hardware und belegt schwarz auf weiß, dass Motorola die chronische Schwachstelle bisheriger Falt-Geräte direkt an der Wurzel packt.
Schmal war gestern: Das Display-Format, das Foldables endlich alltagstauglich macht
Wer aktuelle Falt-Smartphones im geschlossenen Zustand nutzt, tippt meist auf beengten Tastenfeldern herum. Motorola bricht mit dieser Unsitte und setzt beim Razr Flex auf ein 4,97 Zoll großes Außendisplay mit spürbar breiterem Seitenverhältnis. Das reicht für normale Handgriffe völlig aus, ohne das Gerät aufklappen zu müssen. Aufgeklappt wartet ein 6,92 Zoll großes Hauptdisplay, das auf handliche Maße statt übertriebene Tablet-Ausmaße getrimmt ist. Wie radikal dieser Formfaktor gedacht ist, zeigten bereits die durchgesickerten Abmessungen des ersten Wide Foldable, das auf schlanke 5,8 Millimeter Gehäusedicke kommt.
Statt eines klobigen Ziegelsteins wandert damit ein Gerät in die Hosentasche, das sich im Alltag nicht wie ein sperriger Fremdkörper anfühlt. Genau dieser Schritt war überfällig. Motorola hat bereits beim Motorola Razr Fold mit langer Update-Garantie bewiesen, wie man Scharniertechnik mit praxisnaher Software verbindet. Das Razr Flex treibt dieses Prinzip jetzt auf die Spitze und attackiert eine Marktlücke, um die andere Hersteller bisher einen großen Bogen gemacht haben.
Snapdragon 8 Gen 5: Clevere Vernunft statt Hitzekollaps
Unter dem Display sorgt der Qualcomm Snapdragon 8 Gen 5 für Vortrieb, unterstützt von 12 GB RAM und 256 GB Festspeicher. Im Testparcours von Geekbench 6 liefert das Gespann 2.669 Punkte im Single-Core sowie 8.837 Punkte im Multi-Core-Test ab. Das ist pure Flaggschiff-Leistung auf der Höhe der Zeit.
Manche Datenblatt-Puristen werden die Nase rümpfen, warum Motorola hier nicht zur hitzköpfigen Elite-Version greift. In einem ultraflachen Falt-Gehäuse ist dieser Verzicht jedoch die einzig vernünftige Entscheidung. Dauerhaft stabile Performance schlägt thermische Drosselung nach drei Minuten Spitzenlast um Längen. Motorola riskiert hier keine heißen Finger, sondern liefert praxistaugliche Dauerleistung.
Die Modellkennung mit der Endung »27« verweist auf das nordamerikanische Modelljahr 2027, eine Praxis, die schon beim Motorola Signature 27 für Aufsehen sorgte. Ausgeliefert wird das Gerät direkt mit Android 17, was langes Warten auf die nächste Systemiteration überflüssig macht.
IP49-Zertifizierung und 5.000 mAh: Motorola stopft die Foldable-Lücken
Die eigentlichen Highlights des Datenblatts lauern abseits der reinen Rechenkerne. Motorola integriert einen 5.000 mAh Akku in das Gehäuse, der per USB-PD geladen wird und kabellos mit 25 Watt nachtankt. Kabelloses Laden in dieser Geschwindigkeitsklasse kennen wir bereits vom Edge 70 Max mit kabellosem Laden. Eine derart üppige Akkukapazität sucht man bei anderen flachen Klappgeräten oft vergebens.
Noch bemerkenswerter ist die Robustheit: Das Gehäuse ist nach IP48 und IP49 gegen Wasser und Staub abgedichtet. Staubpartikel galten jahrelang als Todesurteil für feinmechanische Scharniere – dieser Schutzstandard ist ein handfester Vorteil im Alltag. Farblich setzt Motorola auf die Nuancen PANTONE Dark Botanical Garden und PANTONE Coriander.
Das Razr Flex soll noch vor Ablauf des Jahres 2026 auf den Markt kommen. Während sich das Galaxy Z Fold 8 gegen neue Konkurrenten behaupten muss, stößt Motorola mit dem handlichen Breitformat in eine empfindliche Lücke. Wenn jetzt der Einführungspreis stimmt und Motorola nicht der Versuchung nachgibt, Mondpreise über 1.800 Euro aufzurufen, hat dieser Falt-Pionier beste Chancen, das Foldable-Segment kräftig aufzumischen.
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