Motorola Edge 70 Max: Rekord-Akku trifft auf Sparkamera

Motorola Edge 70 Max Header mit 2 Farbvarianten des Telefons
Quelle: Motorola
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Motorola schrumpft das Akku-Problem. 7.100 Milliamperestunden in einem Gehäuse, das gerade einmal 8,29 Millimeter dünn ist. Ein dickes Ding. Zumindest auf dem Papier. Aber was taugt das Ganze im Alltag, wenn der Akku-Riese ab sofort für stolze 799 Euro auch bei uns aufschlägt? Ein genauer Blick auf die nackten Zahlen zeigt, wo der Haken liegt.

Dünnes Gehäuse, riesiger Akku – die Kehrseite der Physik

Bisher bedeutete viel Laufzeit immer: ein klobiger Ziegelstein in der Hosentasche. Motorola bricht dieses Gesetz scheinbar. Silizium-Kohlenstoff-Technologie der vierten Generation macht es möglich. Die Energiedichte steigt, das Gehäuse bleibt mit 8,29 Millimetern extrem flach. Aber 221 Gramm Gewicht sprechen eine andere Sprache. Das zieht ordentlich an der Hose. Wer das Gerät den ganzen Tag hält, spürt jedes Gramm davon. Ein schwerer Brocken.

Geladen wird das Ganze kabelgebunden mit 90 Watt. Das soll in gut 21 Minuten die Hälfte des Akkus füllen. Kabellos sind dank Qi2.2-Standard immerhin 25 Watt drin – magnetisch fixiert, wie wir es von Apple kennen. Ein cleverer Schachzug für den Alltag.

Snapdragon 8 Gen 5 und ein Display, das blendet

Im Inneren werkelt Qualcomms brandneuer Snapdragon 8 Gen 5. Gefertigt im 3-Nanometer-Verfahren, taktet das Teil mit bis zu 3,8 GHz. Das ist pure Overkill-Leistung für fast jeden normalen Nutzer. Damit das Gerät beim Zocken nicht wegschmilzt, verbaut Motorola eine riesige Kühllösung mit 5.500 mm² Vapor Chamber.

Das Display ist ein weiteres Extrem. Ganze 7.000 Nits Spitzenhelligkeit wirft der 6,8 Zoll große Extreme AMOLED-Bildschirm aus. Völlig absurd. Im Alltag braucht das kein Mensch, außer man starrt in der Sahara direkt in die Mittagssonne. Trotzdem: 144 Hertz Bildwiederholrate und 2K-Auflösung sind eine Ansage.

Zwei Kameras müssen reichen – und der Preis tut weh

Bei den Kameras spart Motorola im Vergleich zu echten Ultra-Flaggschiffen. Kein optischer Zoom. Stattdessen verbauen sie eine 50-Megapixel-Hauptkamera mit dem Sony LYT-710 Sensor und optischer Stabilisierung. Dazu gesellt sich ein schlichtes 8-Megapixel-Ultraweitwinkel, das auch Makroaufnahmen beherrscht. Selfies knipst man mit 32 Megapixeln. Das reicht für Schnappschüsse, ist aber kein Fotowunder.

Der Preis für das Paket ist happig. 799 Euro verlangt Motorola in Europa für die Version mit 8 GB RAM und 256 GB Speicher. Das Launch-Paket bis zum 15. August federt das mit kostenlosen Moto Buds Loop und einem 125-Watt-Ladegerät etwas ab. Trotzdem: Ein stolzer Preis für ein Gerät, das bei den Kameras deutliche Kompromisse eingeht.

Silizium-Kohlenstoff: Die heimliche Revolution der Smartphone-Industrie

Wir haben jahrelang stagniert. Lithium-Ionen-Akkus stießen an ihre physikalischen Grenzen – mehr Kapazität bedeutete unweigerlich klobigere Gehäuse. Die jetzt einsetzende Massenmarktreife von Silizium-Kohlenstoff-Akkus verschiebt dieses Paradigma grundlegend. Motorola zeigt mit dem Edge 70 Max, dass wir in Zukunft keine Kompromisse mehr zwischen schlankem Design und tagelanger Laufzeit machen müssen.

Für die Konkurrenz wird das ungemütlich. Samsung und Apple müssen liefern, wenn sie nicht ins Hintertreffen geraten wollen. Denn im Alltag ist ein ausdauernder Akku für die meisten Nutzer schlicht wichtiger als der hundertste KI-Bildgenerator.

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