Volkswagen: Der ID. Aura T6 zeigt das ganze Elend der europäischen ID-Modelle

Schräge Frontansicht des neuen Elektro-SUVs VW ID. Aura T6 in Silber. Das moderne Familien-E-Auto zeigt ein kantiges Design, markante Y-Speichen-Alufelgen und einen LiDAR-Dachsensor
Quelle: MIIT
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Wolfsburg spart uns kaputt, während China die Sahnehäubchen bekommt. Der frisch beim chinesischen Patentamt registrierte ID. Aura T6 zeigt schmerzhaft, wie weit VW im Heimatmarkt hinterherhinkt. Ein 90-Liter-Frunk, ein echtes Walzen-Lenkrad und die moderne Xpeng-Plattform – von solchen Features können ID.4-Fahrer hierzulande nur träumen.

Zahlen lügen nicht: Ein Fünfsitzer mit Gardemaß

Ein großer Brocken. Der ID. Aura T6 misst stattliche 4.811 Millimeter in der Länge und bringt je nach LFP-Batterie-Variante von CATL oder Gotion High-tech entweder 2.026 oder 2.126 Kilogramm auf die Waage.

Ein echtes Raumwunder. Als Antrieb dient in beiden Versionen ein Heckmotor mit 170 kW (298 PS) Spitzenleistung. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 beziehungsweise 186 km/h. Keine Sportskanone, aber völlig ausreichend für die Langstrecke.

Das Lenkrad-Dilemma: Warum China bekommt, was uns verwehrt bleibt

Fangen wir beim Lenkrad an. In China verbaut VW endlich die hochwertigen Walzen-Regler, die uns beim ID. 2all Konzept so schmackhaft gemacht wurden. Bei uns? Billiges Touch-Gefummel im ID.3 und ID.4. Das nervt im Alltag tierisch.

Dazu gesellt sich ein überraschend gigantischer 90-Liter-Frunk unter der Fronthaube. Endlich Platz für die Ladekabel, ohne den vollgepackten Kofferraum ausräumen zu müssen.

Drinnen geht das Verwöhnprogramm weiter. Die Vordersitze lassen sich komplett flach umlegen, um zusammen mit der Rückbank eine 1,80 Meter lange Liegefläche zu bilden. Dazu kommen ein integrierter Kühlschrank und ein Entertainment-Bildschirm für die zweite Reihe. Wer braucht da noch ein Hotelzimmer?

Die Kehrseite der Medaille liegt auf der Hand. Mit über zwei Tonnen Leergewicht ist der T6 kein Leichtgewicht, und die LFP-Chemie dürfte im Winter spürbar an Ladeleistung verlieren. Zudem bleibt das Schmuckstück erst mal komplett China vorbehalten.

Der nackte Überlebenskampf im Reich der Mitte

Hinter dem ID. Aura T6 steckt blanker Pragmatismus und ein Hauch Panik. Volkswagens operativer Gewinn in China ist im Jahr 2025 um über 62 Prozent eingebrochen. Die Antwort? Eine radikale Kooperation mit dem chinesischen Elektro-Startup Xpeng. Der T6 nutzt deren neue CEA-Elektronikarchitektur (China Electronic Architecture). Statt Dutzender einzelner Steuergeräte kontrolliert ein zentraler Computer das gesamte Auto. Das spart immense Produktionskosten und beschleunigt die Systemleistung dramatisch.

Zusätzlich liefert das Joint Venture Carizon – eine Ehe zwischen VW und Horizon Robotics – die nötige Software für das autonome Fahren samt optionalem LiDAR-Sensor. VW lagert die Kernkompetenzen also dorthin aus, wo die Musik spielt. Für den deutschen Riesen ist das ein schmerzhafter Kompromiss, aber die einzige Chance, im härtesten E-Auto-Markt der Welt überhaupt noch eine Rolle zu spielen.

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