BMW M3: Warum der erste Elektro-M ganz bewusst auf das „i“ verzichtet

Frontansicht des roten BMW M Concept Neue Klasse
Quelle: BMW
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Vergiss den Buchstabensalat. Mercedes stolpert über seine EQ-Modelle, Audi flüchtet sich in komplizierte Zahlenreihen, aber in München räumt man jetzt radikal auf. Wenn der erste rein elektrische Performance-Bolide der M GmbH anrollt, wird er nicht als verkrampftes Marketing-Konstrukt getauft. Ein Name wie ein Donnerschlag. Ohne künstliche E-Zusätze.

Keine Lust auf die Namens-Falle der Konkurrenz

M-Chef Frank van Meel hat beim Goodwood Festival of Speed Klartext gesprochen. Der für 2027 geplante Elektro-M3 (interner Code ZA0) wird schlicht und ergreifend M3 heißen. Kein iM3. Kein i3 M. Eine glasklare Ansage an die Konkurrenz aus Stuttgart und Ingolstadt. Mercedes eiert im Konfigurator mit „elektrisch“-Anhängseln herum. Audi schiebt das „e-tron“ hinterher. Nervt im Alltag. BMW macht Schluss mit dem Alibi-Buchstaben. Ein M3 bleibt ein M3, völlig egal, wie viele Zylinder im Maschinenraum arbeiten – oder ob da gar keine mehr sind.

Die Kehrseite der Medaille: Sound aus der Konserve?

Der Schritt zum reinen Elektroantrieb ist für viele Fans ein Schock. BMW will die Skeptiker mit künstlichen Emotionen einfangen. Wir reden von simulierten Gangwechseln und einem künstlichen Motorsound, der an klassische Verbrenner erinnern soll. Ein gewagter Kompromiss. Ob das die Hardcore-Gemeinde überzeugt? Fragwürdig. Für mich zählt auf der Piste das echte Feedback der Reifen und das unmittelbare Drehmoment, nicht das Summen aus den Lautsprechern.

Kein Hybrid-Kompromiss für den klassischen Sechszylinder

Wer mit dem Akku-M3 absolut gar nichts anfangen kann, bekommt eine echte Alternative. BMW entwickelt parallel einen neuen Verbrenner-M3 (Code G84) mit dem legendären Reihensechszylinder. Der neue Verbrenner-M3 wird kein schwerer Plug-in-Hybrid wie der neue M5 oder der Audi RS 5. Erfrischend puristisch. BMW M setzt weiterhin auf den reinen Verbrenner – nur eben mit etwas sanfter Elektro-Unterstützung für die Abgasnorm. Das spart Gewicht. Schließlich wiegt so ein Batterie-Paket im Hybrid-Betrieb ordentlich. Ein schwerer Brocken. Da leidet die Querdynamik. Die Münchner haben das verstanden und halten die klassische Fahrdynamik hoch.

Euro-7-Zwang und die neue Gelb-Sucht der M-GmbH

Behind the scenes kämpft BMW mit ganz realen Problemen. Der leichte Dämpfer bei den globalen M-Verkaufszahlen liegt nicht an mangelnder Nachfrage. Schuld sind schlicht Lieferengpässe beim S58-Motor. Der musste für die Euro-7-Norm massiv umgebaut werden und nutzt jetzt das patentierte Vorkammer-Zündsystem M Ignite. Technisch hochgradig komplex.

Gleichzeitig zeigt die Marke ein neues Gesicht: Die markanten gelben Tagfahrlichter wandern künftig von den exklusiven CS-Modellen hinab zu den normalen M-Performance-Modellen. Mehr Premium-Feeling für die breite Masse. Und wer vor dem Elektro-Zeitalter zittert: Selbst der neue X5 bekommt in Europa weiterhin einen dicken V8 spendiert.

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