Opel Corsa GSE: 281 Elektro-PS kosten irre 39.900 Euro

Opel Corsa GSE Front
Quelle: Opel Automobile GmbH
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Opel schnallt dem elektrischen Corsa das GSE-Kürzel auf den Heckdeckel und bringt den bislang stärksten Serien-Corsa an die Ladesäule. Die reine Hardware-Leistung liest sich wie eine echte Kampfansage: 207 kW (281 PS) und 345 Nm Drehmoment treiben die Vorderachse an. In 5,5 Sekunden schießt der Kleinwagen von 0 auf Tempo 100 – das lässt den geplanten VW ID Polo beim Ampelstart locker stehen. Das wurde aber auch Zeit!

Damit die schiere E-Power beim Anfahren nicht komplett in Reifenrauch aufgeht, verbaut Opel ein mechanisches Torsen-Lamellen-Sperrdifferenzial, ein tiefergelegtes Sport-Chassis mit Hydro-Stoßdämpfern sowie 18-Zoll-Räder mit Michelin Pilot Sport 4S (215/40 R18). Dahinter sitzen mächtige Alcon-Bremsen. Im Innenraum locken Alcantara-Performance-Sitze, gelbe Sicherheitsgurte und ein bidirektionaler Onboard-Charger mit V2L-Funktion, um E-Bikes oder Elektro-Grills direkt am Akku anzuzapfen.

Leistungsspritze mit Drossel auf der Autobahn

Doch wer glaubt, mit dem Corsa GSE die linke Spur dauerhaft zu pachten, wird schnell auf den Boden der Tatsachen geholt. Bei 180 km/h schiebt die Elektronik den Riegel vor. Das konnte mein alter DS3 Racing vor über zehn Jahren schon deutlich besser. Zudem wird die volle Leistung von 281 PS nur im Sport-Modus freigeschaltet. In „Normal“ stehen 170 kW (231 PS) parat, während der „Eco“-Modus die Ausbeute auf maximal 150 km/h limitiert.

Auch beim Energiespeicher brennt nichts an, außer womöglich die Reichweite: Der 54 kWh Akku (51 kWh netto) mit angepasst temperiertem Akkupaket verspricht laut WLTP zwar 374 Kilometer Reichweite. Bei sportlicher Kurvenhatz schrumpft dieser Wert in der Praxis jedoch rasch auf weit unter 300 Kilometer zusammen. Ob man das für diesen Preis wirklich braucht?

Altbackenes Cockpit trifft auf Tesla-Preisschild

Optisch geht der GSE mit spezifischer Frontschürze, schwarzem Dach und schwarzem Heckspoiler absolut in Ordnung. Der Innenraum hinterlässt dagegen gemischte Gefühle: Trotz digitalem Fahrerinfodisplay und 10-Zoll-Touchscreen mit Anzeige für G-Kräfte und Beschleunigungswerte erinnert der restliche Armaturenträger eher an das Jahr 2000 als an moderne Elektro-Standards.

Richtig weh tut am Ende der Blick auf den Zettel: Opel verlangt stramme 39.900 Euro für das Kraftpaket. Für ein Auto dieser Größenklasse ist das schlicht extrem teuer. Ein Tesla Model Y bietet für vergleichbares Geld erheblich mehr Platz, Material und Akku. Auch wenn Stellantis die Preise beim Händler wieder mit Rabatten glattbügeln dürfte: Zum Marktstart ist das Angebot preislich leider völlig daneben.

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