Opel: Crossover-Astra und China-SUV ersetzen Elektro-Traum

schräge Frontansicht Opel Astra GSE Line
Quelle: Stellantis Germany GmbH
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Ich blicke auf die überarbeiteten Stellantis-Pläne und sehe einen harten Realitätscheck: Opel beerdigt das starre Ziel einer rein elektrischen Modellpalette ab 2028. Statt teurer Rüsselsheimer Eigenentwicklungen setzen die Verantwortlichen künftig auf kompromisslose Plattform-Effizienz aus Fernost und neue Karosserieformen.

Elektrischer Corsa wird zur radikalen 25.000-Euro-Wette

Der Opel Corsa bleibt der wichtigste Ertragsbringer im europäischen B-Segment. Bei der für 2028 eingeplanten nächsten Generation streicht der Konzern jedoch alle Verbrenner und Hybride. Die Verspätung des Elektro-Corsa bis 2028 zwingt Rüsselsheim zwar zum Durchhalten, schafft aber Raum für eine neue Stellantis-Kleinwagen-Architektur.

Die Plattform muss zwei Hauptprobleme lösen. Neben moderner Software sind größere Akkus für knapp 500 Kilometer WLTP-Reichweite eingeplant. Das Laden von 10 auf 80 Prozent muss in unter 25 Minuten gelingen. Als Verkaufspreis steht die Zielmarke von exakt 25.000 Euro fest.

Astra verliert das Schrägheck und wird zum Crossover

Beim Dauerbrenner Opel Astra kündigt sich das Ende der klassischen Kompaktklasse an. Das gewohnte Schrägheck weicht in der nächsten Generation einem elektrischen Crossover-SUV. Marken-Chef Florian Huettl betont, dass der Name Astra nicht an eine feste Karosserieform gebunden ist. Einziger Anker für Pragmatiker: Der Astra Kombi bleibt im Programm.

Technisches Fundament bildet die neue STLA One Plattform. Ein Wechsel auf 800 Volt Lade-Architektur ist hier zwingend nötig, um konkurrenzfähig zu bleiben. Wer Opels Strategie gegen die drohende E-Krise beobachtet, erkennt den Spagat zwischen Tradition und Kosten. Wie tief die Gräben bei der sportlichen Positionierung liegen, zeigt die aktuelle Aufspaltung beim Astra GSE.

Leapmotor B10 liefert das Gerüst für neues C-SUV

Für 2028 plant Rüsselsheim ein rund 4,50 Meter hohes Elektro-SUV im C-Segment zwischen Frontera und Grandland. Anstatt Milliarden in eine eigene Entwicklung zu stecken, nutzt Opel die Plattform des chinesischen Leapmotor B10. Als Modellname steht das Traditionskürzel Antara im Raum.

Das China-Doppel bringt handfeste Vorteile: Die Leapmotor-Architektur streicht die klassische 12-Volt-Starterbatterie und senkt die Produktionskosten drastisch. Das Fahrzeug soll im spanischen Werk Saragossa vom Band laufen, um EU-Strafzölle zu umgehen.

Geplant sind 35.000 bis 40.000 Euro Einstiegspreis und rund 500 Kilometer Reichweite. Wie dynamisch die Stellantis-Expansion von Leapmotor in Europa abläuft, zeigt den Einfluss der Chinesen. Doch angesichts bekannter Reichweiten-Debatten chinesischer Stromer muss der Antara-Klon auf europäischen Autobahnen erst noch beweisen, was der Baukasten im Alltag leistet.

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