Rivian: Neues RivianOS 2 bringt KI und Unreal Engine 5

RivianOS 2 Media UI
Quelle: Rivian
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Rivian rollt mit der Version 2026.31 das große Update auf RivianOS 2 aus und hebt seine gesamte Modellpalette auf eine gemeinsame Software-Basis. Der US-Hersteller bringt damit nicht nur die ältere R1-Serie optisch an den neuen R2 heran, sondern rüstet das Infotainment-System in allen Fahrzeugen spürbar auf. Das Over-the-Air-Update erreicht sowohl die erste als auch die zweite Generation des R1T und R1S sowie den frischen Rivian R2.

Unreal Engine 5 und Google-Maps-Warnungen im Cockpit

Ein echter Hingucker auf dem zentralen Infotainment-Bildschirm ist das neue Grafik-Fundament. Rivian setzt im gesamten Fuhrpark ab sofort auf die Unreal Engine 5, um das eigene Fahrzeug und die Umgebung in Echtzeit als 3D-Modell darzustellen. Die flüssigen Animationen und realistischen Lichteffekte machen Eindruck beim Bedienen. Andere Autobauer agieren bei grafisch aufwendigen Benutzeroberflächen oft noch zurückhaltend, doch der Einsatz der Unreal Engine entwickelt sich in modernen Elektroautos zunehmend zum Standard für hochauflösende Visualisierungen.

Ebenso praxistauglich fällt die Erweiterung des Navigationssystems aus. Das System verarbeitet fortan Daten von Google Maps, um Fahrer in Echtzeit vor Geschwindigkeitskontrollen und Blitzer-Meldungen zu warnen. Die Informationen stammen aus einer Kombination offizieller Behördendaten sowie Rückmeldungen aus den Communitys von Google Maps und Waze.

Für Abonnenten des Pakets Connect+ packt Rivian noch zwei weitere Werkzeuge ins Paket. Eine eigene Wetter-App zeigt aktuelle Luftqualitätswerte und eine 10-Tage-Prognose direkt auf dem Display an. Zudem lassen sich geplante Routen über die Funktion Mobile Live Trips fortan nahtlos aus der Smartphone-App an das Auto übertragen und unterwegs anpassen.

Hybrid-KI und lokale Rechenpower trennen alt von neu

Beim Thema künstliche Intelligenz nutzt der Hersteller die neue Plattform Rivian Unified Intelligence, stoßt dabei jedoch auf technische Leistungsgrenzen der älteren Baureihen. Die Fahrzeuge der ersten R1-Generation müssen mangels lokaler Chip-Power bei Sprachbefehlen und Assistenten-Funktionen komplett auf die Cloud vertrauen. Die Antwortzeiten hängen hier schlicht an einer stabilen Mobilfunkverbindung.

Deutlich flotter geht es in der zweiten R1-Generation und im kompakten R2 zur Sache. Hier verbaut der Hersteller leistungsfähigere Onboard-Rechner für Hybrid Edge Compute. Sprachbefehle und KI-gestützte Abfragen verarbeitet das Fahrzeug direkt lokal mit extrem geringer Latenz. Beim Blick auf die Details zum kompakten Rivian R2 wird klar, dass der Hersteller seine neuere Hardware-Architektur von Beginn an für lokale Rechenleistung ausgelegt hat.

Positiv fällt auf, dass Rivian die Datenschutz-Einstellungen mit dem Update transparenter gestaltet. Fahrer können das Hotword zur Sprachaktivierung jederzeit deaktivieren, die Standortfreigabe einschränken oder Nutzerprofile separat verwalten. Diese Anpassungen stehen über alle Modelljahre hinweg bereit.

Neuer Anstrich für das Infotainment im Alltag

Neben Grafik und KI hat Rivian das gesamte Bedienkonzept überarbeitet. Die Einstellungen unter Settings 2 bieten eine universelle Suchfunktion und kontextbasierte Menüs, um häufig genutzte Schalter schneller zu erreichen. Wichtige Bedienelemente wie der Medienplayer oder Schnellzugriffe lassen sich nun wahlweise auf der linken oder rechten Seite des Displays platzieren. Eine vertikale Statusleiste hält grundlegende Fahrzeugfunktionen permanent erreichbar.

Die Zusammenführung der Code-Basis bringt sichtbaren Frischewind in die Kabine. Wie bereits bei der ersten Welle der Einführung von RivianOS 2 zu sehen war, gelingt der Spagat zwischen Alt- und Neukunden allerdings nicht ganz ohne Kehrseiten. Ältere Modelle bekommen zwar die neue Optik, profitieren aber nicht von der schnellen lokalen KI-Verarbeitung.

In meinen Augen macht Rivian mit der Version 2026.31 dennoch verdammt viel richtig. Das Update wertet selbst ältere Fahrzeuge der ersten Generation optisch auf und bringt nützliche Features wie die Blitzer-Warnungen ins Cockpit. Der Kompromiss bei der KI-Rechenleistung zeigt aber auch klar, wie schnell die Hardware im Zeitalter Software-definierter Autos an ihre Grenzen stößt.

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