Samsung Galaxy S22 Testbericht

Samsung Galaxy S22 Header
Quelle: Schmidtis Blog

Mit der Samsung Galaxy S22-Reihe hat der südkoreanische Hersteller vor wenigen Wochen seine neue Flaggschiffe für dieses Jahr vorgestellt. Ich habe nun das kleinste Modell zum testen vor mir liegen. Optisch macht es schon was her, doch kann auch der Rest des Gerätes überzeugen? Zeit, es herauszufinden.

Ich habe das Modell mit 8 GB RAM und 128 GB internen Speicher in der Farbe Phantom Black zum testen bekommen. Das Samsung Galaxy S22 wurde mit freundlicherweise vom Hersteller zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür. Dennoch hat dies natürlich keinen Einfluss auf das Testergebnis.

Lieferumfang

Das Samsung Galaxy S22 kommt in einer dezenten schwarzen kleinen Box, dies zeigt schon, dass man eds hier mit einem sehr kompakten Gerät zu tun hat. Auf der Vorderseite kann man „Galaxy S22“ lesen und man sieht ein großes „S“ und die „22“. Auf der Unterseite der Box findet man Modellnummer, Speichergröße und die Farbe – das war es auch schon auf der Box.

Im Inneren finden wir dann das eigentliche Telefon, ferner auch noch ein USB C-Kabel, das SIM-Eject-Tool und etwas Zettelkram. Eine Ladegerät, eine Silikonhülle oder aber Kopfhörer sucht man vergebens.

Samsung Galaxy S22
Lieferumfang | Quelle: Schmidtis Blog

Technische Daten

SoftwareAndroid 12 (One UI 4.1)
Display6,1″ Dynamic AMOLED 2X, 2.340 x 1.080, Infinity-O, 48 – 120 Hz, Gorilla Glass Victus+, 1.300 nits, 425 ppi
ProzessorExynos 2200
RAM + Speicher8 GB + 128 GB UFS 3.1
8 GB + 256 GB UFS 3.1
Akku3.700 mAh
25 Watt kabelgebunden
15 Watt kabellos
Wireless PowerShare
USB-IF compliant
Kamera50 MP (Main camera, 85°, f/1.8, OIS, 2PD)
12 MP (Ultra-wide angle lens, 120°, f/2.2)
10 MP (Telephoto lens, 36°, f/2.4, OIS)
Frontkamera10 MP (f/2.2, 80°, 25mm, 1/3.24″, 1.22 µm, 2PD)
sonstigesIP68, dual SIM (2x Nano + E-SIM), GPS, face recognition, Wireless PowerShare, DeX, child mode, data security: KNOX, ODE, EAS, MDM, VPN
SensorenAccelerometer, Barometer, Ultrasonic in-display fingerprint sensor, Gyro sensor, Geomagnetic sensor, Hall sensor, Light sensor, Proximity sensor, UWB (UWB only in Plus and Ultra)
Connectivity5G, LTE, Wi-Fi 6E (Galaxy S22+) / Wi-Fi 6(Galaxy S22), Wi-Fi Direct Bluetooth v 5.2
Maße und Gewicht70,6 x 146,0 x 7,6 mm bei 168 g
FarbenPhantom Black, Phantom White, Pink Gold, Green

Verarbeitung & Haptik

Man sieht das Samsung Galaxy S22 gut aus! Und liegt dank der kompakten Größe perfekt in der Hand. Der Rahmen ist aus Aluminium, was dem Gerät einen hochwertigen Look verleiht. Die Rückseite ist aus mattiertem Glas und besteht auch aus Gorilla Glass Victus+. Rahmen und Chassis sind erstmals aus „Armor Aluminium“ gefertigt, was für eine bessere Stabilität bei Verwindungen sorgen soll. Wer ein handliches Flaggschiff sucht, ist beim Samsung Galaxy S22 schon einmal richtig aufgehoben.

Schön ist, dass es nicht nur sehr kompakt ist, sondern auch ein flaches Display verbaut wurde. Dadurch wirkt das Design ein wenig kantiger, hat mehr den aktuellen industriellen Look wie z.B. auch das aktuelle iPhone oder einige Modelle aus dem Xiaomi-Universum.

Samsung Galaxy S22
Rückseite | Quelle: Schmidtis Blog

Auf der Unterseite des Gerätes ist der Dual-SIM-Slot, ein USB Typ C-Anschluss, das Mikrofon und der Lautsprecher verbaut. Rechts findet man die Lautstärkewippe und den Power-Button. Eine Speichererweiterung gibt es leider nicht.

Das Samsung Galaxy S22 ist IP68-zertifiziert, heißt also, dass das Gerät vor Wasser und Staub geschützt ist. Alles in allem ist das Gerät auf Top-Niveau verarbeitet, ja, die Qualität ist sogar noch einmal besser als beim letztjährigen S21.

Einzig nervig ist, dass das Gerät, wenn es auf dem Tisch liegt, wegen des Kamerabuckels doch arg wackelt. Doch da sorgt ja zum Glück eine Schutzhülle für Abhilfe. Diese sollte man eh generell nutzen.

Display

Samsung spendiert dem Galaxy S22 ein sehr kompaktes flaches 6,1″ Dynamic AMOLED 2X FullHD+ Display mit 2.340 x 1.080 Pixeln Auflösung mit 425ppi mit LTPO-Technologie, die die Bildwiederholrate dynamisch zwischen 48 – 120 Hz anpassen kann. Es erreicht eine Spitzenhelligkeit von 1.300 nits und wird durch das neueste Gorilla Glass Victus+ geschützt.

Samsung Galaxy S22
Display | Quelle: Schmidtis Blog

Das Display ist der Hammer, war aber auch von Samsung nicht anders zu erwarten. Kräftige Farben, ein sehr guter Kontrast, 120 Hz Bildwiederholrate und eine Spitzenhelligkeit, so dass man selbst bei direktem Sonnenlicht noch alles sehr gut auf dem Display ablesen kann.

Das Display ist natürlich auch HDR10+ zertifiziert und ihr könnt es mit vielen Einstellungsmöglichkeiten an den eigenem Geschmack anpassen. Kurzum, dass Display des Samsung Galaxy S22 gehört zum Besten, was man derzeit bekommen kann.

Kamera

Könnt ihr euch noch an die Zeiten erinnern, in denen Samsung immer die besten Smartphone-Kameras bot? Ja, das ist lange vorbei, ganz für die Spitze reicht es schon lange nicht mehr. Und das ist auch beim Samsung Galaxy S22 nicht anders. Doch ganz ehrlich, im Alltag machen die meisten eh bei Tageslicht ihr Fotos, meistens sogar nur Schnappschüsse. Und dafür ist die Kamera des S22 mehr als ausreichend.

Endlich gibt es auch im kleinsten Modell eine echte Tele-Kamera, die auf optische Vergrößerung setzt. Im folgenden sieht das Kamera-Setup wie folgt aus:

Samsung Galaxy S22
Kamera | Quelle: Schmidtis Blog
  • 50 MP (Main camera, 85°, f/1.8, OIS, 2PD)
  • 12 MP (Ultra-wide angle lens, 120°, f/2.2)
  • 10 MP (Telephoto lens, 36°, f/2.4, OIS)

Bei guten Lichtverhältnissen sind die Ergebnisse der Kamera, aller 3 Linsen, top. Die Hauptkamera liefert Bilder mit sehr hoher Farbgenauigkeit und Detailtreue, die Tele-Kamera bietet bis 3x Zoom sehr gute Ergebnisse. Auch bei etwas schlechteren Lichtverhältnissen kann man die Ergebnisse noch als gut bewerten.

Kommen wir zum Kapitel Nachtfotografie. Samsung hat bei der S22-Generation viel Wert auf Low-Light-Fotografie gelegt, zumindest hat die PR-Abteilung das getan und sogar ein neues Wort erfunden – „Nightography“.

Der Nachtmodus hat einen spürbaren und generell positiven Effekt auf Aufnahmen bei wenig Licht. In der Regel werden etwas mehr Details in den Schatten belichtet, und die Glanzlichter sind viel besser enthalten. Auch mit Lichtquellen wird besser umgegangen, wodurch Überstrahlungen und seltsame Farbtöne durch Streulichtquellen vermieden werden. Im Allgemeinen wird die Belichtung besser ausgeglichen, und in Bereichen, in denen nicht unbedingt zusätzliche Details vorhanden sind, wird das vorhandene Detail erheblich geschärft.

Aufnahmen im Nachtmodus wirken durch die zusätzliche Schärfung tendenziell „bearbeiteter“, was vielleicht nicht überall auf Gegenliebe stößt.

Dennoch verspricht die Marketingabteilung am Ende wieder mehr, als was wir von „Nightography“ erwarten können. Denn es gibt mittlerweile viele andere Hersteller und Modelle, die hier einfach besser sind.

Software & Performance

Samsung setzt auf Android 12 mit seiner eigenen Benutzeroberfläche One UI 4.1. Im Inneren werkelt hierzulande der Samsung Eyxnos 2200 nebst RDNA2-GPU von AMD. War vor dem Start gehypt worden, bringt im Alltag aber nichts an Vorsprung und ist sogar schlechter als die Lösung im Snapdragon 8 Gen 1 von Qualcomm.

Dennoch gibt es an der Leistung nichts zu meckern, alles ist flott und ohne ruckeln oder zucken unterwegs. Apps starten blitzschnell, und auch Multitasking bringt das System nicht ins schwitzen. Das Samsung Galaxy S22 kommt dabei zu keinem Zeitpunkt an seine Leistungsgrenzen. Und da zeigt sich dann auch wieder, dass selbst 8 GB bei einem gut ausbalanciertem System mehr als ausreichend sind in einem Android-Smartphone.

Mit Android 12 ist die neueste Iteration des Google-Betriebssystems installiert. Darüber zieht Samsung wie üblich sein One UI, hier in Version 4.1. One UI mag man oder aber auch nicht. Jedoch ist es über die vergangenen Jahre immer besser und schneller geworden.

Updates kommen regelmäßig jeden Monat und auch das nächste Android 13 dürfte noch in diesem Jahr auf den Geräten ankommen. Samsung verspricht ja mittlerweile 4 große Android Updates und 5 Jahre Sicherheitsupdates für diese Modellgeneration – bis 2027 habt ihr also da nichts zu befürchten.

Schon beim Start könnt ihr auswählen, ob ihr zusätzliche Bloatware installieren wollt oder nicht. Aber selbst wenn ihr alles abwählt, finden sich am Ende nur die nötigsten Apps auf dem System, es ist also fast pur und nicht zugemüllt. Dies könnte auch ein Grund dafür sein, dass die UI so schnell und flüssig läuft.

Ansonsten könnt ihr in den Systemeinstellungen das System so anpassen, wie ihr es mögt, da gibt es massig Möglichkeiten für. alles in allem macht das System einen gelungenen Eindruck.

Lautsprecher

Das Samsung Galaxy S22 hat natürlich Stereo-Lautsprecher verbaut. Der Sound verteilt sich dabei etwa 60:40 auf die beiden Lautsprecher. Die Lautsprecher sind laut und kräftig und klingen auch recht anständig. Samsung hat eine gute Arbeit geleistet, um die beiden Lautsprecher auszubalancieren.

Die Lautsprecher sind in Bezug auf die Klangqualität wirklich gut abgestimmt. Ferner bietet das Modell Dolby Atmos mit allgemeinen Multimedia-Profilen und einer Version speziell für Spiele. Außerdem gibt es einen Equalizer, einen UHQ-Upscaler und Adapt Sound, mit dem man den Klang an seine Vorlieben oder Hörbedürfnisse anpassen kann.

Samsung Galaxy S22
Unterseite | Quelle: Schmidtis Blog

Akku

Der Akku ist ein Schwachpunkt bei dem Gerät. Ob es der kompakten Größe geschuldet ist? 3.700 mAh sind jedenfalls nicht mehr zeitgemäß, vor allem wenn man bedenkt, dass der Vorgänger hier noch 4.000 mAh bot.

Die meisten von euch dürften damit über den Tag kommen, abends dürften dann vielleicht noch 20 Prozent Akkukapazität zur Verfügung stehen. Wer aber öfter mal zockt oder Fotos und Videos ansieht oder viel im Netz surft, da könnte es dann wirklich eng werden und man müsste zwischendurch den Akku wieder aufladen.

Samsung verspricht 25 Watt kabelgebundenes und 15 Watt kabelloses Laden. Ist auch beides nicht gerade schnell, vor allem, da kein Ladegerät im Lieferumfang beigelegt ist, muss man sich dieses auch noch extra kaufen, falls man keines zu Hause rumliegen hat.

Eine vollständige Ladung am Kabel kann dann schon mal 2 Stunden dauern, kabellos sogar noch länger – je nachdem, wieviel Restladung der Akku noch hat. Kurzum: Der Akku ist etwas zu klein geraten und die Ladedauer zu lang.

Fazit

Wie lautet nun das Fazit? Ich bin begeistert, dass Samsung Galaxy S22 verspricht alles, was man im Alltag braucht – und nicht mehr. Klar, es gibt 1 oder 2 Kritikpunkte, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Der Akku könnte etwas größer sein und schneller laden und die Kamera könnte bei Nacht etwas bessere Aufnahmen machen – aber das waren schon meine beiden einzigen Punkte.

Ansonsten ist die Verarbeitung extrem hochwertig, das Display der Hammer und gerade der kompakte Formfaktor mit dem flachen 6,1″ Display sagt mir extrem zu. Wenn es ein solches Modell mit der Kameraleistung von Google gäbe, das wäre der Hammer. Aber hier kann vielleicht ein GCam-Mod Abhilfe schaffen.

Am Ende gibt es für mich eine klar Kaufempfehlung, wer also ein günstiges Angebot zum Samsung Galaxy S22 sieht, der kann bedenkenlos zuschlagen.

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