Samsung Galaxy S23: Warum das Update-Aus verfrüht kommt

Ein geleakter Support-Chat mit Insider Tarun Vats bestätigt nun, was viele befürchtet haben: Die Samsung Galaxy S23-Reihe erhält mit One UI 9 (auf Basis von Android 17) ihr allerletztes großes Betriebssystem-Update. Auch wenn das vierjährige Update-Versprechen kalendarisch eingehalten wird, hinterlässt die Entscheidung einen sehr bitteren Beigeschmack.
Aus meiner Erfahrung mit dem Galaxy S23 Ultra kann ich über diese Entscheidung nur den Kopf schütteln. Der verbaute Snapdragon 8 Gen 2 rennt auch 2026 noch absolut butterweich, zeigt selbst unter Last kein thermisches Drosseln im Alltag und schlägt sich bei der Akkulaufzeit hervorragend. Dass diese Hardware-Power nun softwareseitig aufs Abstellgleis geschoben wird, ist reine Verkaufstaktik.
Hinter den Kulissen: Treiber-Zyklen und künstliche Feature-Sperren
Besonders ärgerlich für Besitzer: Die Chance auf das spätere One UI 9.5-Update tendiert gen null. Samsung wiederholt hier das Muster der S22-Reihe, die zwar Android 16 sah, beim wichtigen Feature-Drop One UI 8.5 aber leer ausging. Der Grund liegt tief in den Industriemechanismen: Chip-Hersteller wie Qualcomm lassen nach einigen Jahren die Unterstützung für neue Treiber-Pakete (Board Support Packages) auslaufen, was die Anpassung neuer Schnittstellen für den Hersteller aufwendig macht.
Hinzu kommt der Hunger neuerer System-Versionen nach NPU-Leistung für lokale On-Device-KI. Während Apple durch die eigene Chip-Entwicklung und tief verankerte iOS-Kernel ältere iPhones wie das iPhone 11 sieben Jahre lang durchschleift, kappt Samsung lieber das Feature-Set ehemaliger Flaggschiffe. Neue Oberflächen-Gimmicks wandern künftig exklusiv in die Galaxy S27-Serie.
Die TCO-Rechnung: So teuer sind vier Jahre Support wirklich
Rechnet man die Gesamtkosten (Total Cost of Ownership) durch, wird die künstliche Verknappung für Käufer richtig teuer. Ein Galaxy S23 Ultra zur ursprünglichen UVP von 1.399 Euro schlägt bei vier Jahren Major-Updates mit satten 350 Euro pro Support-Jahr zu Buche. Neuere Generationen mit Samsungs aktuellem 7-Jahre-Versprechen drücken diesen Wert auf knapp 200 Euro pro Jahr.
Das hinterlässt auch auf dem Gebrauchtmarkt Spuren. Auf Ankaufplattformen wie Rebuy oder Back Market zeigt sich ein deutlicher Effekt: Sobald das finale Android-Update für eine Modellreihe feststeht, sinken die Wiederverkaufswerte von Android-Geräten spürbar schneller als bei der Apple-Konkurrenz.
Entwarnung bei Sicherheit: Was Betroffene jetzt tun können
Ganz aufgeben muss man sein S23 allerdings nicht. Wichtig zur Einordnung: Das Ende der Major-Updates bedeutet keineswegs das Ende der IT-Sicherheit. Im Rahmen der 5-Jahre-Garantie erhält die Galaxy S23-Familie auch nach Android 17 weiterhin regelmäßige Sicherheits-Patches.
Wer auf neue Personalisierungs-Features nicht verzichten möchte, kann fehlende Oberflächen-Funktionen von One UI 9.5 zudem oft manuell über Samsungs eigene Werkzeugkiste Good Lock nachrüsten. Ein übereilter Neukauf ist rein aus Leistungssicht völlig unbegründet. Wer das Smartphone einfach weiter nutzt, fährt wirtschaftlich immer noch am besten.
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