Xiaomi: HyperOS 4 sperrt ältere Handys bei Liquid Glass aus

Ein frischer Quellcode-Leak zu HyperOS 4 liefert die Gewissheit: Die imposante neue Optik namens Liquid Glass landet nicht auf allen Smartphones. Wer kein aktuelles Top-Modell besitzt, bekommt von der überarbeiteten Benutzeroberfläche nur eine stark abgespeckte Variante zu sehen.
Die Ursache dafür liegt tief im Code begraben. Xiaomi koppelt die rechenintensiven visuellen Effekte starr an ausgewählte Spitzen-Prozessoren: den Snapdragon 8 Elite, MediaTeks Dimensity 9500 sowie die eigenen Chips XRING O1 und XRING O3. Ältere Oberklasse-SoCs bleiben in den Freigaberegeln bisher konsequent außen vor.
Warum echtes Lichtfeld-Rendering ältere Chips überfordert
Aus technischer Sicht ist dieser Schritt keineswegs reine Willkür. Liquid Glass ist kein einfaches Theme mit statischen Weichzeichnern, sondern setzt auf komplexe Echtzeit-Lichtbrechung und KI-basierte Farbanpassung. Das System muss Transparenzen, Hintergrundtöne und Lichteffekte bei jeder Bewegung auf dem Display dynamisch neu berechnen.
Geleakte System-Screenshots aus dem Setup-Prozess verdeutlichen das Ausmaß: Das komplette Kontrollzentrum mit eingebundenen Geräten wie den Xiaomi Buds, dem Xiaomi Pad oder dem Elektroauto Xiaomi SU7 nutzt lichtdurchlässige Karten. Das verlangt der Grafikeinheit und der NPU massive Dauerleistung ab, die ältere Prozessoren schlicht an ihre thermischen und leistungstechnischen Grenzen bringt.
Technische Trennung trifft vor allem die gehobene Mittelklasse
Sollte Xiaomi diese strikten Hardware-Schranken in der finalen Version beibehalten, spaltet das die Nutzerschaft spürbar. Besitzer teurer Flaggschiffe genießen das volle visuelle Paket, während Nutzer von Mittelklasse-Geräten oder zwei Jahre alten Top-Smartphones mit simplem Standard-Blur abgespeist werden. Besonders bitter trifft das Halter von Dimensity-Topmodellen der vorherigen Generation, denen es eigentlich nicht an Rohleistung mangelt.
Obwohl es sich noch um frühen Entwicklungscode handelt, zeichnet sich eine klare Marschrichtung ab. Xiaomi nutzt visuelle Exklusivität gezielt als Hebel, um den Umstieg auf die neueste Hardware-Generation schmackhaft zu machen.
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