Smart #2: MIIT-Leak enthüllt finale Serienversion

Vergesset die hochglanzpolierten PR-Teaser und inszenierten Dramen der Marketingabteilungen. Wer wissen will, wie ein Elektroauto ungeschminkt in Serie geht, schaut nach China zum Ministerium für Industrie und Informationstechnik (MIIT). Dort sind jetzt die offiziellen Zulassungsunterlagen des neuen Smart #2 aufgetaucht. Die Aufnahmen zeigen unaufgeregt das finale Design des elektrischen Zweisitzers.
Die Optik ist eine konsequente Rückkehr zum Ur-Muster: Der mit 2,75 Metern extrem kurze City-Stromer zitiert spürbar den originalen Fortwo. Mit dem typischen farbigen Längsträger von der A- bis zur C-Säule und dem extrem kurzen Überhang bringt er genau das Format mit, das dem über 1.800 kg schweren Smart #1 gefehlt hat. Ein Wendekreis von nur 6,95 Metern macht klar: Das ist endlich wieder ein echtes Werkzeug für die Innenstadt.
Schlanker Akku schlägt unglücklichen Trend
Unter dem Blech nutzt der Zweisitzer Technik von Geely und Mercedes-Benz. Die Produktion übernimmt Zhejiang Haoqing Automobile Manufacturing in China. Für den Vortrieb sorgt ein 60 kW (80 PS) starker Elektromotor von InfiMotion an der Hinterachse, der bei 140 km/h elektronisch abgeregelt wird. Der LFP-Akku setzt auf Zellen von CATL, während die Paketmontage bei Energee liegt.
Das wahre Ausrufezeichen liefert die Waage: Mit einem Leergewicht von schlanken 1.130 kg bricht der Stromer mit dem lästigen Trend zum Übergewicht bei E-Autos. Trotzdem stellt der Hersteller eine Reichweite von knapp 300 Kilometern in Aussicht. Wer urban pendelt, bekommt hier maximale Effizienz bei minimalem Platzbedarf.

Konkurrenz für den Twingo ab 20.000 Euro
Die offizielle Weltpremiere veranstaltet die Joint-Venture-Marke im Oktober auf dem Pariser Autosalon. Doch durch die MIIT-Registrierung ist das Design lange vor der Enthüllung komplett bekannt. Ich halte diesen verfrühten Einblick für einen Glücksfall: Er beweist nüchtern, dass Smart das Konzept des kompakten Zweisitzers nicht vergessen hat.
Wenn der angepeilte Basispreis nahe der 20.000 Euro hält, wird der Zweisitzer in europäischen Metropolen eine echte Ansage. Im Direktvergleich zum kommenden Renault Twingo sichert sich der Hersteller mit den extrem kurzen Abmessungen eine Alleinstellung im Segment.
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