Samsung Galaxy S26 Ultra: ALoP oder nicht? Was spricht dafür – und was nicht

Samsung Galaxy S26 Ultra Farben
Quelle: Samsung

Ein Kreis. Das ist der Ausgangspunkt einer der interessanteren Smartphone-Kamera-Debatten der letzten Jahre. Das 5x-Periskop-Tele des Galaxy S26 Ultra hat eine kreisrunde Eintrittsöffnung. Beim S25 Ultra war sie rechteckig. Für viele Beobachter gilt das als Bestätigung: ALoP ist an Bord. Wer so denkt, denkt zu schnell.

Zuerst die Technik: Konventionelle gefaltete Teleobjektive sind Prisma-zuerst-Systeme. Licht fällt ein, trifft auf ein Prisma, das es 90 Grad umlenkt, dann läuft es horizontal durch einen gestapelten Linsensatz zum Sensor. Dieses Design hat eine strukturelle Grenze: Mehr Helligkeit bedeutet größere Öffnung, größere Öffnung bedeutet mehr Bauhöhe oder mehr Kameramodul-Protrusion. Der berüchtigte Vulkankrater-Buckel ist die direkte Folge dieser Geometrie.

ALoP dreht das Prinzip um. Die Linsen sitzen über dem Prisma, nicht dahinter. Licht trifft zuerst auf kreisrundes Glas, läuft durch Brechungskurven, erreicht dann erst das Prisma darunter. Das verkürzt die Modulbaulänge. Gleichzeitig lässt sich eine größere Eintrittspupille realisieren, ohne das Gehäuse dicker zu machen. Samsung hat bei der Vorstellung von ALoP eine Verkürzung von rund 20 Prozent gegenüber konventionellen Layouts in Aussicht gestellt.

Jetzt der Abgleich mit dem S26 Ultra. Das Gerät misst 7,9 mm in der Dicke, 0,3 mm flacher als das S25 Ultra mit 8,2 mm. Das 5x-Periskop kommt auf f/2.8 statt bisher f/3.4 beim Vorgänger. Mehr Licht, dünneres Gehäuse, neue Optik-Form. Das klingt nach ALoP. Die visuelle Analyse, die in der Community die Diskussion ausgelöst hat, stützt sich auf einen konkreten Befund: Die Linsenelemente des S26 Ultra sitzen flush gegen das Deckglas, statt tief in einem rechteckigen Hohlraum zu verschwinden wie beim Vorgänger. Das entspricht optisch dem, was eine Linse-über-Prisma-Geometrie erwarten lässt.

Trotzdem bleiben berechtigte Gegenargumente. Kreisrunde Linsen beweisen keine ALoP-Architektur. Kreisförmige Öffnungen sind ein optisches Grundprinzip, Prisma-zuerst-Systeme nutzen sie ebenso. Und f/2.8 ist eine sinnvolle Verbesserung, aber kein aggressiver Sprung. Samsungs eigene ALoP-Demonstrationen zielten auf f/2.58-Klasse. Wer bei f/2.8 landet, hat entweder nicht vollständig implementiert oder effizienter optimiert als erwartet. Dazu kommt: Wenn ALoP das Modul verkürzt, warum ist beim S26 Ultra noch ein Kamera-Buckel sichtbar? Einige Stimmen interpretieren das als Zeichen, dass der eingesparte Raum intern anders genutzt wurde – größerer Sensor, bessere Stabilisierungsmechanik – statt den Buckel zu eliminieren. Das ist plausibel, bleibt aber Spekulation.

Was eine endgültige Antwort liefern würde: ein Teardown. Der zeigt die interne Reihenfolge der Elemente, den Prismawinkel und ob der Sensor leicht gekippt ist, wie es ALoP strukturell erfordert. Samsung hat ALoP-Technologie bisher in keinem seiner Smartphones verbaut – wenn das S26 Ultra tatsächlich das erste Gerät damit wäre, wäre das ein echter Einschnitt. Bis ein Teardown die Geometrie offenlegt, ist der Kreis auf dem Kameramodul ein Hinweis, kein Beweis.

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