Donut Lab veröffentlicht erste unabhängige Testergebnisse: Ladegeschwindigkeit bestätigt – der Rest bleibt offen

Seit dem CES im Januar läuft die Diskussion um Donut Lab auf Hochtouren. Das finnische Startup behauptete, das weltweit erste serienfertige Feststoffakku gebaut zu haben – mit 400 Wh/kg Energiedichte, 100.000 Ladezyklen und fünf Minuten Ladezeit. Svolt-Chef Yang Hongxin nannte es einen Betrug. Donut Lab-CEO Marko Lehtimäki setzte dagegen seinen persönlichen Ruf als Pfand. Heute wurden die ersten Daten eines unabhängigen Instituts veröffentlicht.
Das Ergebnis: teilweise bestätigt, teilweise vertagt.
Das Statliche VTT Technical Research Centre aus Finnland hat eine einzelne 26-Ah-Zelle von Donut Lab getestet, und zwar ausschließlich auf Ladeleistung. Zwei Ladetests: 5C mit 130 Ampere und 11C mit 286 Ampere. Ergebnis beim 11C-Test mit zwei Wärmeableitern: 0 auf 80 Prozent in 4,5 Minuten. Das ist real, das ist gemessen, das ist durch VTT bestätigt.
Es gibt aber einen Haken, der nicht kleinzureden ist. Beim 11C-Test mit nur einem Wärmeableiter stieg die Oberflächentemperatur auf 90 Grad Celsius und löste den Sicherheitsabbruch aus. VTT unterbrach den Test, ließ die Zelle vier Minuten abkühlen, befestigte den Wärmeableiter fester und startete neu. Erst dann lief der Test durch. Donut Lab vermarktet sein Akku mit dem Versprechen, keine aktive Kühlung zu benötigen. Dass der 11C-Test ohne genug passive Kühlung zum Abbruch führt, ist ein Widerspruch zwischen Marketingversprechen und Messergebnis. Kein KO-Kriterium, aber eine Lücke.
Beim 5C-Test mit zwei Wärmeableitern blieb die Temperatur bei maximal 47 Grad Celsius – ein guter Wert. VTT bestätigt, dass die Kapazität nach den Ladetests zu 98,4 bis 99,6 Prozent erhalten blieb. Die Zelle hat sich also nicht selbst beschädigt.
Was der Test nicht liefert, ist mindestens so relevant wie das, was er liefert. VTT hat weder die Energiedichte von 400 Wh/kg geprüft, noch die behaupteten 100.000 Zyklen, noch die Temperaturstabilität bei minus 30 Grad. Das sind genau die Spezifikationen, die Branchenexperten als physikalisch unmöglich bezeichnet haben – die Kombination aus hoher Energiedichte, extremer Ladegeschwindigkeit und Langlebigkeit gleichzeitig. Diese Fragen bleiben heute unbeantwortet.
Zum Vergleich: Factorial Energy, deren Zellen Stellantis validiert hat, erreicht 375 Wh/kg und gilt als Branchenreferenz. BYD und CATL peilen erste Serienproduktion 2027 an. Toyota rechnet mit 2030. Geely will noch in diesem Jahr ein erstes Serienpaket liefern. Kein einziges dieser Unternehmen behauptet, gleichzeitig 400 Wh/kg, 100.000 Zyklen und 11C-Ladefähigkeit zu erreichen. Donut Lab schon. Ob das stimmt, weiß man nach dem heutigen ersten VTT-Bericht noch nicht.
Donut Lab hat angekündigt, die weiteren Tests zur Energiedichte, Zyklenlebensdauer und Temperaturstabilität in den kommenden Wochen in einer Videoreihe auf idonutbelieve.com zu veröffentlichen. Lehtimäki hat außerdem versprochen, dass noch im ersten Quartal 2026 die ersten Verge-Motorräder mit Donut-Akkus an Kunden ausgeliefert werden. Das Quartal endet in fünf Wochen. Bis dahin wird sich zeigen, ob der Rest der Behauptungen ebenfalls standhält oder ob die heutige Teilbestätigung das Beste war, was Donut Lab zu bieten hat.
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