Tesla Giga Berlin: Produktionszahlen in Grünheide brechen massiv ein

Tesla Modellpalette 2024
Quelle: Tesla, Inc.

Die Auslastung der Tesla-Fabrik in Brandenburg sinkt laut aktuellen Daten auf ein kritisches Niveau. Während die Werksleitung rund um André Thierig öffentlich ein florierendes Geschäft beschwört, sprechen die Zahlen des Datendienstleisters Inovev eine andere Sprache. Im Jahr 2025 rollten demnach nur rund 149.000 Einheiten des Model Y vom Band. Das entspricht einem herben Rückgang von fast 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei einer theoretischen Kapazität von 375.000 Fahrzeugen arbeitet das Werk somit nur noch zu knapp 40 Prozent.

Dieser Negativtrend passt ins globale Bild des US-Herstellers. Tesla verzeichnete 2025 das zweite Jahr in Folge sinkende Auslieferungszahlen. Weltweit gingen die Verkäufe um über neun Prozent auf etwa 1,6 Millionen Fahrzeuge zurück. Zwar punktet das Model Y in kleineren Märkten wie Norwegen oder der Türkei, doch diese Zuwächse fangen das Minus in den Kernregionen USA, China und Europa nicht ab. Dort verlor Tesla in Summe rund 155.000 Käufer. Auch der Start in das Jahr 2026 verlief mit einem Absatzminus von 40 Prozent im Januar enttäuschend.

Hinter den Kulissen sorgt zudem der Konflikt mit der IG Metall für Unruhe. Elon Musk drohte zuletzt offen damit, die geplanten Werkserweiterungen in Grünheide zu stoppen. Er fordert eine Fabrik frei von externen Einflüssen durch Gewerkschaften. Gleichzeitig schlägt der CEO in Videobotschaften überraschend optimistische Töne an. Er lobt die Giga Berlin als eine der coolsten Fabriken weltweit und stellt künftige Projekte wie das Cybercab, den Semi-Lkw oder sogar den Roboter Optimus für den Standort in Aussicht.

Trotz der schwachen Auslastung behauptet die Werksleitung weiterhin, die Produktion zu skalieren. Auch der Hochlauf der Batteriezellfertigung soll entgegen früherer Pläne bereits begonnen haben. Ob diese Ankündigungen angesichts einer hauchdünnen Gewinnmarge von unter einem Prozent und voller Lagerhallen realistisch sind, bleibt fraglich. Dauerhaft unterbelegte Fabriken belasten die Bilanz massiv. Tesla steht in Brandenburg vor der Herausforderung, den Widerspruch zwischen großen Expansionsplänen und der realen Marktschwäche aufzulösen.

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