Donut Lab Feststoffbatterie: Erste Prüfdaten zum angeblichen Wunder-Akku liegen vor – und sind ernüchternd

Donut Lab Solid State Header
Quelle: Donut Lab

Die finnische Firma Donut Lab will das physikalisch Unmögliche geschafft haben. Ihr Feststoffakku soll eine Energiedichte von 400 Wh/kg bieten und über 100.000 Ladezyklen überstehen. In nur fünf Minuten sei der Stromspeicher zudem komplett gefüllt. Da solche Werte herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus alt aussehen lassen, hagelte es nach der ersten Präsentation auf der CES massive Kritik. Sogar Vorwürfe des Betrugs standen im Raum. Nun liegen erste unabhängige Daten des VTT Technical Research Centre of Finland vor. Diese bestätigen zumindest ein extremes Schnellladeverhalten unter Laborbedingungen.

Der Prüfbericht VTT-CR-00092-26 zeigt, dass eine 26-Ah-Einzelzelle Ladeströme von bis zu 286 A verkraftet. Damit erreichte der Prototyp innerhalb weniger Minuten einen Ladestand von 80 Prozent. Die Tests gelangen sowohl mit passiver Kühlung als auch unter erschwerten thermischen Bedingungen. Nach dem Ladezyklus wiesen die Forscher die volle Kapazität der Zelle nach. Das klingt nach einem Erfolg für die Schnellladefähigkeit, deckt aber nur einen Bruchteil der vollmundigen Versprechen ab.

Wichtige Parameter wie die tatsächliche Lebensdauer über die behaupteten 100.000 Zyklen fehlen im Bericht komplett. Auch zur hohen Energiedichte oder zum chemischen Nachweis der Feststofftechnologie gibt es keine verifizierten Aussagen. Kritiker betonen, dass solche Ladeleistungen unter Laborbedingungen auch mit optimierten Standard-Zellen machbar sind. Solange Langzeittests und der Beweis der Serienreife ausbleiben, bleibt die Skepsis in der Branche berechtigt. Donut Lab versucht nun mit der Kampagne I Donut Believe und wöchentlichen Daten-Häppchen das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen.

Aktuell liefert das Start-up lediglich einen validierten Datenpunkt in einem sehr langen Prozess. Ein einzelner schneller Ladevorgang macht noch keine Revolution für die Elektromobilität. Erst wenn vollständige Batteriepacks im harten Alltag bestehen, erledigen sich die Zweifel von selbst. Bis dahin bleibt das Projekt eine spannende Mischung aus mutiger Vision und fragwürdigen Marketing-Claims. Die kommenden Wochen müssen zeigen, ob Donut Lab wirklich mehr als nur heiße Laborluft zu bieten hat.

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