Samsung: KI-Speicherboom frisst die eigene Smartphone-Sparte

Einen solchen Ausrutscher hat es seit 15 Jahren nicht gegeben. Samsungs Mobilfunksparte steckt im zweiten Quartal 2026 tief in den roten Zahlen. Trotz ordentlicher Verkäufe der Galaxy S26-Reihe und solider Zahlen aus der Galaxy A-Serie verbucht die MX-Sparte einen Verlust von 426 Millionen Euro.
Wer jetzt denkt, dass die Kundschaft keine Lust mehr auf die Südkoreaner hat, liegt völlig falsch. Das Problem sitzt im eigenen Haus: Die Bauteilkosten für Arbeitsspeicher sind durch den weltweiten KI-Hype komplett explodiert.
Verrückte Konzernwelt: Rekordgewinne im Chipgeschäft
Das ist die pure Ironie der Geschichte. Während die Entwickler der Galaxy-Smartphones um jeden Cent Marge kämpfen, knallen in Samsungs Halbleiter-Sparte die Sektkorken. Die Chip-Sparte feiert dank der enormen Nachfrage nach HBM-Speicher einen unfassbaren Gewinn von 54 Milliarden Euro.
Da die verschiedenen Sparten im Konzern wie eigenständige Unternehmen verhandeln, kauft die Smartphone-Truppe den Arbeitsspeicher zu echten Marktpreisen ein. Samsung beliefert schlicht bevorzugt extrem lukrative KI-Rechenzentren – und lässt die eigene Mobilfunk-Sparte genauso tief in die Tasche greifen wie die Konkurrenz.
Weniger RAM, mehr Cloud: Was uns jetzt bevorsteht
Da bin ich wirklich gespannt, wie Samsung diesen Spagat in den nächsten Monaten lösen will. Einfach mehr RAM in künftige Smartphones zu verbauen, würde die Kosten nur weiter nach oben treiben. Ich erwarte deshalb einen deutlichen Schwenk in der Produktstrategie.
Der Konzern dürfte künftig noch aggressiver auf Software-Optimierung und Cloud-KI setzen, um den physischen Speicherbedarf der Geräte zu drücken. Gleichzeitig schiebt man die Aufmerksamkeit immer weiter in Richtung hochpreisige Flaggschiffe wie die Galaxy Z8-Reihe oder neue Formfaktoren, um die schrumpfenden Margen abzufangen. Für die Mittelklasse verheißt dieser Kostendruck allerdings wenig Gutes.
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