VW MEB+ Plattform: Erste Praxistests bestätigen Volkswagens Schnellladeversprechen

Heckansicht eines blauen VW ID. Polo
Quelle: Volkswagen AG
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Volkswagen trifft bei seinen kommenden Elektro-Kleinwagen offenbar eines der wichtigsten Alltagsversprechen. Erste ausführliche Praxistests bestätigen, dass Modelle wie der VW ID. Polo und der Cupra Raval den Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent tatsächlich in rund 24 Minuten absolvieren können – vorausgesetzt, der Akku ist optimal temperiert. Für Käufer bedeutet das vor allem mehr Flexibilität auf Langstrecken, obwohl die maximale Ladeleistung auf dem Papier unspektakulär wirkt.

Konstante Ladekurve wichtiger als hohe Spitzenleistung

Mit etwas über 100 kW Ladeleistung wirken die neuen MEB+-Modelle zunächst weniger beeindruckend als einige Wettbewerber. Entscheidend ist jedoch die vergleichsweise flache Ladekurve, denn hohe Leistung bleibt über einen großen SoC-Bereich erhalten und reduziert die tatsächliche Standzeit an der Ladesäule.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus den ersten Tests:

  • 10 bis 80 Prozent in rund 24 Minuten bestätigt.
  • Maximale Ladeleistung von etwas über 100 kW bei etwa 40 bis 50 Prozent SoC.
  • Bei 64 Prozent SoC werden noch rund 105 kW erreicht.
  • Selbst bei 79 Prozent SoC fließen noch etwa 77 kW.
  • Oberhalb von 85 Prozent fällt die Ladeleistung deutlich ab und kann auf etwa 20 kW sinken.
  • Bereits ein Ladestopp bei rund 55 Prozent Akkustand lohnt sich, da die Ladeleistung schnell auf über 100 kW ansteigt.

Was bedeutet das für Käufer?

Die Messergebnisse zeigen, dass Volkswagen einen anderen Ansatz verfolgt als viele Hersteller mit hohen Peak-Werten. Statt kurzzeitig 150 oder 200 kW zu erreichen, setzt der Konzern auf eine stabile Ladeleistung, die in der Praxis oft wichtiger ist als ein Marketingwert auf dem Datenblatt.

Das ist ein deutlicher Fortschritt gegenüber frühen MEB-Fahrzeugen, deren Ladekurve stärker einbrach. Gleichzeitig bleibt Volkswagen hinter den modernsten 800-Volt-Plattformen zurück, die inzwischen Ladezeiten von unter 20 Minuten ermöglichen. Im Segment der elektrischen Kleinwagen dürfte die Kombination aus breiter 100-kW-Ladeinfrastruktur und konstantem Ladeverhalten dennoch einen echten Wettbewerbsvorteil darstellen.

Die Zahl „100 kW“ klingt 2026 nicht spektakulär. Entscheidend ist jedoch die Ladekurve – und genau dort liefern die neuen MEB+-Modelle den größeren Praxisgewinn als manche Fahrzeuge mit deutlich höheren Spitzenwerten.

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2 Kommentare

  1. Ob eine hohe Ladeleistung am Start oder eine konstante Ladeleistung 10-80 % SoC wichtig sind, kommt auf das Fahrprofil an. fahre ich z.B. mit meinem ID.3 GTX 450 km und muss für die Reststrecke bis zum Ziel nur noch bis 50% SoC nachladen, profitiere ich von einer hohen Peakleistung von 185 kW bei 5% SoC, die bis 30% anhält und dann auf den letzten 20% etwas abfällt.

    Habe ich dagegen noch weitere 400 km vor mir und muss entsprechend bis 80% nachladen, ist eher die konstante Ladeleistung relevant.

    Pauschal kann man das also entsprechend nicht beantworten, worauf es ankommt.

  2. …mir wäre 22kW AC daheim in der City wichtiger als DC 105kW laden unterwegs. Bei uns sind meist nur 50kW DC-Ladesäulen rundum. „Langstrecke“ (OneStopp im AB-Tempo: ca. 420km) im Polo macht sowieso kaum Spaß! Gruß aus Wien

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