VW ID. Tiguan: Warum der Name-Wechsel nicht das reale Problem löst

VW ID. Tiguan 2027
Quelle: Seu Carro Usado
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Volkswagen benennt das ID.4 und ID.5 um in ID Tiguan – und denkt, damit den Markt aufzurütteln. Schön naive Vorstellung. Die Wahrheit ist härter: Ein neuer Name und mehr Plastikknöpfe im Innenraum ändern nichts daran, dass VW bei der Batterie-Technologie gegenüber BYD, CATL und Tesla massiv ins Hintertreffen geraten ist. Der neue Look ist nice, aber das ist Kosmetik auf einem Schiff, das langsam sinkt.

Das echte Problem: Technologie-Rückstand statt Design-Update

Während Tesla die 4680er-Zellen optimiert und BYD mit LFP-Batterien den Preis-Performance-Punkt perfekt trifft, experimentiert VW immer noch mit Solid-State-Technologie, die 2026 frühestens kommt – wenn überhaupt pünktlich. Der ID Tiguan wird auf der MEB-Plattform mit bewährten Lithium-Ionen-Batterien fahren. Das ist nicht schlecht, aber auch nicht vorwärts.

Das bedeutet konkret: Wer einen ID. Tiguan kauft, bekommt einen stabilen, bewährten E-SUV mit etablierter Reichweite (Prognose: 300–500 km je nach Variante), aber keine Sensation. Tesla Model Y fährt dafür schneller, BYD Yuan Plus ist günstiger, Skoda Enyaq ist praktischer. Der ID Tiguan sitzt in der Mitte – und Mitte verkauft sich in der E-Auto-Welt nicht mehr.

Innenraum-Aufwertung: Ein Zugeständnis, keine Innovation

VW rächt sich selbst für die minimalistische ID.4/ID.5-Innenraum-Strategie – mehr echte Tasten, Metallfinish, hochwertigere Materialien im neuen ID. Tiguan. Das ist gut, aber auch ein stilles Eingeständnis, dass der Touchscreen-Faschismus der letzten Generation gescheitert ist. Konkurrenten wie Polestar 3 und Volvo EX90 haben diese Lektion längst gelernt.

Was hilft es, wenn der ID. Tiguan endlich ein normales Auto-Interieur bekommt, aber die Ladegeschwindigkeit immer noch hinter BYD-Modellen hinterherhinkt? Oder wenn das Infotainment-System – basierend auf der alten VW.OS-Architektur – gegen Teslas Betriebssystem-Integration oder Xiaomi Auto-Tech aussticht? VW klebt Pflaster auf tiefe Wunden.

Das Design-Manöver: Weniger Futurismus, mehr Resignation

Die weniger futuristische, klassischere Design-Sprache ist ehrlich gesagt ein Rückzug. Das bisherige ID-Design war polarisierend – klar. Aber es war mutig. Der neue Tiguan-Look? Das sieht aus wie der Versuch, sich unsichtbar zu machen, um nicht negativ aufzufallen. Das ist keine Strategie, das ist Überlebenstaktik.

Mercedes EQC, Audi Q4 e-tron, BMW iX – alle haben begriffen, dass E-Autos nicht anders aussehen müssen als normale Autos. VW kommt jetzt auch zu dieser Erkenntnis. Nur: Die technologische Lücke lässt sich nicht mit besserer Optik schließen.

Tiguan-Name vs. ID-Marke: Ein Rückfall ins Alte

Der Schritt zurück zum Namen Tiguan ist strategisch fragwürdig. Das Tiguan-Branding steht für Sicherheit und Familiengebrauchtwagen – nicht für innovative Elektromobilität. Tesla hat verstanden, dass Modellnamen (Model 3, Model Y) eine Marke aufbauen können. VW zerstört gerade seine hauseigene ID-Marke, die zumindest halbwegs Elektro-Kompetenz signalisierte. Jetzt heißt der E-SUV wieder wie der alte Benziner – das verwirrt mehr, als es hilft.

Das ID.5 wird komplett gekillt, das Coupé-Segment geht an Skoda Enyaq Coupé. Das ist Marken-Kanibalisierung im Konzern. Kunden, die einen sportlichen E-SUV wollen, müssen jetzt tschechisch denken. Das wird nicht funktionieren.

Timing: Zu spät und zu zögerlich

Die ersten Vorserienmodelle rollen bereits – erwartet werden offizielle Details und Preis-Ankündigungen für 2025. Das ist nicht schnell genug. Während VW noch über Design und Tasten diskutiert, haben Chinese EV-Hersteller bereits die nächste Batterie-Generation in Serienreife und Tesla arbeitet an den nächsten Innovations-Sprüngen.

Ein neuer ID. Tiguan 2025/2026 wird in einen Markt kommen, der BYD Yuan Plus als Preis-Killer (ab ~25.000€ in China), Tesla Model Y als Performance-Leader und Xiaomi-Auto als Technologie-Geheimtipp bereits etabliert hat. VW wird wieder im Premium-Mittelfeld landen – teuer, bewährt, unspektakulär.

Die harte Frage: Wen interessiert’s?

Der typische ID.4-Käufer will ein zuverlässiges, praktisches Elektro-SUV – und das bekommt er weiterhin. Der neue ID Tiguan wird das liefern. Aber Neukunden? Die suchen inzwischen Reichweiten über 500 km, Ladegeschwindigkeiten über 150 kW und Preise unter 40.000€ für die Basisvariante. Der ID. Tiguan wird wahrscheinlich bei 45.000–55.000€ starten (basierend auf aktuellen ID.4-Preisen) und wird damit gegen Model Y mit besserer Beschleunigung und gegen BYD mit besserer Batterie-Technologie verlieren.

Das neue Design und die Material-Aufwertung sind willkommen, aber sie sind Symptom-Bekämpfung, keine Heilung. VW müsste ein echter technologischer Sprung sein – schnellere Lader, bessere Batterien, niedrigere Preise. Stattdessen bekommt der Markt einen umbenannten ID.4 mit echten Knöpfen.

Ein Auto für die, die sich nicht entscheiden können

Der ID. Tiguan wird ein erfolgreicher Wagen – bei VW-Loyalisten, Firmenkunden und Käufern, die vom bisherigen ID-Design genervt waren. Aber Game-Changer ist das nicht. Es ist ein Auto für den, dem Tesla zu temperamentvoll, BYD zu unbekannt und Skoda zu böhmisch ist. Solide, aber unaufgeregt. Genau wie VW selbst inzwischen.

Das ist nicht böse gemeint – das ist ehrlich. VW hätte groß werden können mit diesem Facelift. Stattdessen wird der ID. Tiguan ein Auto sein, das Menschen kaufen, weil es sicher ist, nicht weil es sie begeistert.

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2 Kommentare

  1. Wieder sowas…
    ID4 mit Tasten ist bereits seit einigen Monaten am Markt, ID.Tiguan wird mit 700km angepriesen und erst wenn die 9XkWh Akku nicht kommt, dann ruhig sowas schreiben. Seit Januar 26 wurden von VW die 700km für Eny/ID versprochen, also muss eine grössere Batterie drin sein.
    Auch wenn die es geschafft haben im MEB+ mehr platzt zu schaffen, um die Alte ID7 ProS 86kWh unterzubringen wird es machbar. Mal schauen ob CTP mit NCM jetzt endlich kommt, oder alles erst mit dem SSP Akkus erst 2028 kommt.
    VW kann alles kombinieren, altes MEB, MEB+, neue Motoren, alte Motoren….
    Wieso macht ihr VW so down, das Fahrzeug kommt doch fast morgen…

  2. Was optimiert Tesla??? Teslas Batteriezellen sind doch der größte Schrott auf dem Markt! Warum schreibst du solche Sachen, wer bezahlt dich dafür? Tesla?

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