Nothing Phone (3a): Strahlung zu hoch – Verbot droht auch in Deutschland

Nothing Phone (3a)-Series
Quelle: Nothing
Verpasse keine News, folge mir auf WhatsApp, Mastodon oder Google News

Frankreich hat kurzen Prozess gemacht: Verkaufsstopp für das Nothing Phone (3a), weil das Gerät die EU-Grenzwerte für Handystrahlung reißt. Jetzt zieht die deutsche Bundesnetzagentur nach und startet ein eigenes Prüfverfahren. Die spannende Frage: Reicht ein Software-Update, oder steht am Ende ein EU-weites Verkaufsverbot?

Der Vorwurf: 4,32 statt 4,0 W/kg

Die französische Behörde ANFR hat beim Phone (3a) (Modellbezeichnung A059) einen SAR-Wert von 4,32 W/kg gemessen – bei Nutzung am Körper, also in der Hosentasche oder in der Hand. Der EU-Grenzwert liegt bei 4,0 W/kg. Die Überschreitung ist damit real, messbar und nicht auf eine Toleranzgrenze zurückzuführen, über die man streiten könnte.

Zusätzlich moniert Frankreich zwei weitere Punkte: ein unzureichend durchgeführtes Konformitätsbewertungsverfahren und die fehlende Postanschrift des Herstellers auf der Funkanlage. Letzteres ist eigentlich Pflichtprogramm bei der CE-Kennzeichnung – dass das übersehen wurde, wirft kein gutes Licht auf die Qualitätssicherung bei Nothing.

Die Konsequenz aus Paris ist hart: Verkaufsverbot am französischen Markt, Rückruf bereits verkaufter Geräte. Kein Kompromissangebot, keine Übergangsfrist – Vollstopp.

Deutschland zieht nach: Vier Wochen Anhörung

Mit der Amtsblattmitteilung Nr. 124/2026 hat die Bundesnetzagentur nach § 30 Funkanlagengesetz (FuAG) ein formelles Stellungnahmeverfahren eröffnet. Händler, Importeure und der Hersteller selbst bekommen vier Wochen Zeit, sich zur geplanten Marktbeschränkung zu äußern. Das ist Standardverfahren bei grenzüberschreitenden Marktüberwachungsmaßnahmen innerhalb der EU – Frankreichs Entscheidung entfaltet nicht automatisch Wirkung in Deutschland, sondern jedes Land prüft eigenständig nach.

In Deutschland gilt aktuell kein Verkaufsverbot. Das Phone (3a) bleibt hierzulande vorerst regulär im Handel – die Ampel steht auf Gelb, nicht auf Rot.

Der Präzedenzfall, der Hoffnung macht: Apple hatte das gleiche Problem

Wer glaubt, das sei ein Nothing-spezifisches Desaster, sollte sich an 2020 erinnern: Damals stoppte dieselbe Behörde ANFR den Verkauf des iPhone 12 in Frankreich – ebenfalls wegen einer SAR-Überschreitung. Apple reagierte mit einem Software-Update, das die Sendeleistung drosselte, die Konformität war wiederhergestellt, der Verkauf lief weiter, ein EU-weites Verbot blieb aus.

Das ist relevant, weil es zeigt: Der Ablauf, den Nothing jetzt durchläuft, ist kein Sonderfall, sondern ein eingespieltes Verfahren der Marktüberwachung. Software-Fixes bei SAR-Problemen sind technisch machbar, weil die Sendeleistung über Firmware-Parameter regulierbar ist – anders als etwa bei einem Hardware-Defekt.

Nothings Zeitplan: Update bis Ende August

Laut Berichten von frandroid.com hat Nothing bereits reagiert und ein Update angekündigt, das den SAR-Wert bis Ende August in den zulässigen Bereich drücken soll. Wichtig zur Einordnung: Das ist bislang eine Herstellerankündigung, keine bestätigte, unabhängig verifizierte Umsetzung. Ob das Update tatsächlich ausreicht und ob die ANFR die Nachmessung akzeptiert, ist der eigentliche Knackpunkt der kommenden Wochen.

Ein Nebeneffekt solcher Drosselungs-Updates: Die Reduzierung der Sendeleistung kann theoretisch minimal schlechteren Empfang in Funklöchern bedeuten. In der Praxis ist dieser Effekt bei den meisten bisherigen Fällen (siehe iPhone 12) für Nutzer kaum spürbar gewesen.

Was Käufer nach heutigem Stand wissen müssen

Betroffen ist ausschließlich das Phone (3a). Andere Nothing-Modelle wie Phone (2), Phone (2a) oder Phone (3) tauchen in der Beanstandung nicht auf und sind nicht Gegenstand des Verfahrens. Wer ein Phone (3a) in Frankreich gekauft hat, fällt unter den dortigen Rückruf. Käufer in Deutschland müssen aktuell nichts unternehmen – ein Verkaufsstopp hierzulande existiert bislang nicht, ist aber im laufenden Anhörungsverfahren möglich.

Realistischer Fahrplan: Läuft die Vier-Wochen-Frist ohne Einigung ab und liefert Nothing kein überzeugendes Update, kann die Bundesnetzagentur eigene Maßnahmen verhängen – bis hin zum Vertriebsstopp in Deutschland. Verläuft es wie beim iPhone 12-Fall, bleibt es bei einem Software-Update und einem Achselzucken der Geschichte.

Häufige Fragen zum Nothing Phone (3a) SAR-Fall

Ist das Nothing Phone (3a) gesundheitsschädlich?
Der gemessene Wert liegt mit 4,32 W/kg über dem EU-Grenzwert von 4,0 W/kg, aber nicht in einem Bereich, der laut bisherigen Einordnungen ähnlicher Fälle als akute Gesundheitsgefahr gilt. Der Grenzwert selbst ist mit Sicherheitsmarge angesetzt.

Muss ich mein Phone (3a) zurückgeben?
In Deutschland aktuell nicht. Der Rückruf gilt bisher nur für den französischen Markt.

Wann kommt das Update?
Nothing hat laut Medienberichten Ende August als Zieldatum genannt. Eine offizielle, bestätigte Veröffentlichung steht noch aus.

Sind andere Nothing-Handys betroffen?
Nein, die Beanstandung bezieht sich ausschließlich auf das Modell A059, also das Phone (3a).

Google bevorzugte Quelle Schmidtis Blog Schmidtis Blog zu Deiner bevorzugten Quelle bei Google hinzufügen

Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert