Chinas Technik im Zwickauer Werk? Warum der ID Aura T6 als elektrischer Touareg kommen muss

Schräge Frontansicht des neuen Elektro-SUVs VW ID. Aura T6 in Silber. Das moderne Familien-E-Auto zeigt ein kantiges Design, markante Y-Speichen-Alufelgen und einen LiDAR-Dachsensor
Quelle: MIIT
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Krise in Wolfsburg, wackelnde Standorte und gähnende Leere in der elektrischen Oberklasse: VW steht in Europa gewaltig unter Druck. Ausgerechnet aus China könnte nun der Befreiungsschlag für das brachliegende Luxus-Segment kommen. Der frisch enthüllte ID Aura T6 besitzt alle Zutaten, um als elektrischer Touareg-Nachfolger die europäischen Lücken zu schließen.

Wen überrascht es? Seit dem Aus für den bisherigen Touareg hat Volkswagen kein echtes E-Flaggschiff mehr im Portfolio. Dass man nun auf Entwicklungen aus China zurückgreift, zeigt brutal ehrlich, wie weit die Transformation der heimischen Plattformen hinterherhinkt.

CEA-Plattform und Xpeng-Gene: Der technische Befreiungsschlag

Hinter der Fassade des rund 4,81 Meter langen ID Aura T6 steckt keine reine Wolfsburger Hausmannskost mehr. Das Fahrzeug nutzt die zusammen mit Xpeng entwickelte CEA-Elektronikarchitektur. Das bedeutet: rund 30 Prozent weniger Steuergeräte, integrierte LiDAR-Sensorik auf dem Dach und eine völlig neue Zonal-Computing-Struktur.

Konzernchef Oliver Blume lässt im Tagesschau-Gespräch bereits durchblicken, worauf wir uns einstellen können. Es mache Sinn, chinesische Modelle in Segmente zu importieren, in denen VW in Europa schlicht nicht vertreten ist. Hinter den Kulissen geht es dabei längst nicht mehr nur um reine Importe, sondern um knallharte Auslastung.

Rettungsanker für Zwickau: Margenstarke Modelle statt billiger BEVs

Standorte wie das MEB-Leitwerk Zwickau stehen wegen der schwachen Nachfrage nach ID.3 und ID.4 massiv unter Druck. Die Fertigung eines luxuriösen E-SUV auf Niveau des Skoda Peaq direkt in Deutschland könnte die Bänder wieder auslasten. Importzölle der EU auf chinesische Eigenimporte würden damit geschickt umgangen.

Da ich mich schon länger frage, wie VW die teuren deutschen Werke wirtschaftlich betreiben will: Ein hochpreisiger „ID Touareg“ bringt genau die Marge mit, um die hohen lokalen Produktionskosten abzufedern.

EREV mit EA211-Generator: Der Abschied von der reinen Batterie-Doktrin?

Apropos Antrieb: VW bringt womöglich nicht nur das Blech aus Asien mit, sondern auch eine radikale Kehrtwende bei den Motoren. In China setzt der Konzern verstärkt auf EREV-Systeme (Extended-Range Electric Vehicles). Dabei dient ein 1,5-Liter-Turbobenziner (EA211) rein als Generator für den Stromspeicher.

Für langstreckenverwöhnte Touareg-Fahrer wäre das der ideale Übergang. Während Passat und Tiguan weiterhin auf klassische Plug-in-Hybride setzen, böte ein EREV-Flaggschiff echtes Elektro-Fahrgefühl ohne Reichweitenfrust an der Ladesäule.

Da bin ich echt auf die finale Preisgestaltung gespannt. Wenn VW die heimischen Werke durch den Technologietransfer aus China rettet, ist das pragmatisch – für das technologische Selbstverständnis der deutschen Automobilindustrie bleibt es jedoch ein historischer Offenbarungseid.

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