VW-Strategie gescheitert: E-Auto-Werke in der Krise

Volkswagen Logo 2019
Quelle: Volkswagen AG
Verpasse keine News, folge mir auf WhatsApp, Mastodon oder Google News

Volkswagen steckt in der Elektro-Falle: Das Werk in Zwickau, einst als Leuchtturm der Transformation gefeiert, operiert aktuell nur bei einer Auslastung von etwa 50 Prozent. Während die Kapazitäten auf 330.000 Fahrzeuge pro Jahr ausgelegt sind, stehen die Bänder immer wieder still. Der strategische Fehler liegt rückblickend auf der Hand: VW hat zu viele Werke gleichzeitig auf reine E-Mobilität umgerüstet, statt die Produktion zunächst an einem Standort zu bündeln. Jetzt stehen mehrere Fabriken bereit, aber keine einzige arbeitet wirklich wirtschaftlich.

In China verliert der Konzern massiv Boden an heimische Marken, während in Europa die Nachfrage deutlich hinter den optimistischen Prognosen zurückbleibt. Zwar steigen die Zulassungszahlen für Stromer im Flottenmarkt Anfang 2026 wieder an, doch für VW kommen die echten Hoffnungsträger erst noch. Die günstigen Einstiegsmodelle wie der ID. Polo oder der Cupra Raval laufen erst im Laufe des Jahres in Spanien an. Das Werk in Zwickau profitiert davon jedoch nicht, da die neuen Bestseller auf der iberischen Halbinsel gefertigt werden.

Um die Standorte in Deutschland zu retten, sucht das Management händisch nach Alternativen. Ein Teil der Flächen in Zwickau soll künftig für das Recycling von Altbatterien und Fahrzeugkomponenten genutzt werden. Das sichert zwar rund 1.000 Arbeitsplätze, reicht aber bei weitem nicht aus, um die Stammbelegschaft voll zu beschäftigen. Zudem drücken Konkurrenten wie BYD und Hyundai mit aggressiven Preisen in den europäischen Markt und besetzen genau die Segmente, in denen VW noch auf seine neuen Modelle wartet.

Der Mut zur frühen Transformation kostet Volkswagen nun ordentlich Lehrgeld. Politische Kehrtwenden bei Förderungen und eine zögerliche Ladeinfrastruktur bremsen den privaten Absatz zusätzlich aus. VW muss jetzt den Spagat schaffen, die teuren Überkapazitäten in Deutschland zu verwalten, während die profitablen Kompaktwagen im Ausland vom Band laufen. Ob die geplante Kreislaufwirtschaft und neue Software-Allianzen den Karren rechtzeitig aus dem Dreck ziehen, bleibt die entscheidende Frage für die kommenden zwei Jahre.


Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert