Warum Samsungs One UI 9 ein Segen für dein Galaxy S24 Ultra ist (und warum die Benchmarks lügen)

Rückseite der Modelle der Samsung Galaxy S24-Series bestehen aus S24, S24+ und S24 Ultra in verschiedenen Farben
Quelle: Samsung
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Das dürfte viele Besitzer des Galaxy S24 Ultra beruhigen, die mit Sorge auf die schiere Fragmentierung von Android blicken. Während die aktuelle Smartphone-Generation bereits mit neuerer Hardware glänzt, schlägt Samsung beim kommenden Android 17-Update einen Kurs ein, der im Alltag wichtiger ist als jede neue Feature-Liste. Ein erster Benchmark-Leak zeigt genau, wo die Prioritäten liegen.

Optimierung statt Marketing-Floskeln: Die nackten Zahlen aus der Datenbank

Die Kollegen von SammyGuru haben den ersten validen Geekbench-6-Eintrag der globalen Modellvariante (SM-S928B) aufgespürt. Das Gerät lief unter der Test-Firmware S928BXXU6EZG2 und war mit 12 GB LPDDR5X-Arbeitsspeicher bestückt.

Die Ergebnisse: 2.197 Punkte im Single-Core und 7.097 Punkte im Multi-Core-Test.

Aus technischer Sicht überrascht dieser Leak nicht. Vergleicht man die Werte mit den aktuellen Benchmarks unter One UI 6.1.1 oder One UI 8, wird deutlich: Da ist kein Performance-Zuwachs. Der verbaute Snapdragon 8 Gen 3 for Galaxy (gefertigt im optimierten N4P-Prozess von TSMC) wird von Samsung also nicht weiter an der Taktschraube gedreht.

Genau hier lag bisher das Problem bei großen Android-Sprüngen. Statt die CPU-Kerne für künstliche Benchmark-Rekorde heißlaufen zu lassen, investiert Samsung die Entwicklungszeit in das sogenannte Sustained Performance Management.

Das wahre Problem älterer Flaggschiffe: RAM-Druck durch On-Device-KI

Wer das Galaxy S24 Ultra im Alltag nutzt, kennt das Phänomen: Wenn im Sommer das Display bei direkter Sonneneinstrahlung auf maximale Peak-Helligkeit schaltet und im Hintergrund generative KI-Prozesse laufen, drosselt das System (Thermal Throttling). One UI 9 setzt genau hier an.

Da das S24 Ultra im Vergleich zu neueren Geräten mit 12 GB statt 16 GB RAM auskommen muss, fokussiert sich Android 17 auf eine radikale Komprimierung des Arbeitsspeichers für System-Apps. Samsung überarbeitet dafür das hauseigene Speicher-Management (RAM Plus wird zugunsten einer nativen Kernel-Komprimierung umgestellt).

Zudem werden die Oberflächen-Animationen von den rechenintensiven CPU-Zyklen entkoppelt und direkter an die GPU übergeben. Das sorgt für die flüssigeren Blur-Effekte, die der Leak erwähnt, ohne dass das Gerät mehr Strom verbraucht. Ein absolut logischer Kompromiss.

Die Release-Strategie: Warum der 22. Juli der Stichtag ist

Samsung bricht in diesem Jahr mit alten Mustern. Während die exklusive Beta-Phase für die aktuelle Galaxy S26-Serie bereits läuft, müssen ältere Geräte wie die S24-Reihe länger warten. Der Grund ist rein strategischer Natur.

Samsung will das finale, stabile Release von Android 17 und One UI 9 am 22. Juli im Rahmen des großen Sommer-Events parallel zur Vorstellung des neuen Foldable-Lineups (Galaxy Z Fold 8 und Z Flip 8) präsentieren. Damit soll ein klares Signal an den Markt gesendet werden: Das Update-Versprechen von sieben Jahren wird nicht durch unfertige Betas für ältere Geräte verwässert, sondern durch punktgenaue, stabile Releases eingelöst.

Für Besitzer des S24 Ultra bedeutet das zwar etwas Geduld, aber eben auch die Garantie, dass ihr Gerät nicht zum unfertigen Testfeld mutiert.

Steigende Wafer-Preise verändern den Software-Lebenszyklus

Der wirtschaftliche Hintergrund hinter Samsungs neuer Update-Pragmatik ist die drastische Kostenentwicklung in den High-End-Foundries. Ein einzelner 3-Nanometer-Wafer (N3E bei TSMC oder 3GAP bei Samsung) kostet in der Produktion mittlerweile deutlich über 20.000 US-Dollar. Da die Hardware-Margen durch diese explodierenden Zuliefererkosten unter Druck geraten, müssen Smartphone-Hersteller die Attraktivität ihrer Geräte über die Software verlängern.

Statt Kunden jedes Jahr zum Neukauf zu zwingen, bindet Samsung die Nutzer über ein stabiles Ökosystem. Die Optimierung von Android 17 für ältere Plattformen wie den Snapdragon 8 Gen 3 spart Samsung Millionen an Support-Kosten, da weniger individuelle Bugfixes für veraltete Hardware-Treiber geschrieben werden müssen.

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