WhatsApp Verschlüsselung unter Beschuss: Klage behauptet geheime Backdoor bei Meta

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Quelle: KI-generiert mit Ideogram

Kryptographie-Experten bezeichnen die neue Milliardenklage gegen Meta aktuell als kompletten Blindgänger ohne Beweise. Die Anwaltskanzlei Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan wirft dem Konzern vor, die Verschlüsselung von WhatsApp durch interne Anfragen jederzeit umgehen zu können. Namhafte Professoren wie Matthew Green von der Johns Hopkins University halten diese Vorwürfe für absurd. Experten sind sich einig, dass Reverse-Engineering eine solche Sicherheitslücke in den letzten zehn Jahren längst entdeckt hätte. Bisher fehlen der Klage jegliche technischen Belege für die Existenz eines geheimen Hintereingangs.

Die Vorwürfe basieren ausschließlich auf anonymen Whistleblowern aus Ländern wie Brasilien, Indien und Mexiko. Laut deren Aussagen können Meta-Ingenieure angeblich seit 2016 über einfache interne Aufgabenanfragen Zugriff auf private Chats erhalten. Meta reagierte bereits mit einer scharfen Zurückweisung und nennt die Anschuldigungen kategorisch falsch. Der Konzern vermutet hinter der Klage ein gezieltes Ablenkungsmanöver. Die Anwaltskanzlei vertritt nämlich gleichzeitig die NSO Group. Das israelische Spyware-Unternehmen verlor erst kürzlich einen millionenschweren Prozess gegen WhatsApp und befindet sich nun in der Berufung.

Auch offizielle Stellen in den USA sehen derzeit keinen Grund für ein Einschreiten der Behörden. Das Handelsministerium prüfte zwar erste Hinweise auf einen möglichen Datenzugriff, stufte diese jedoch schnell als unbegründet ein. Eine formelle Untersuchung findet daher nicht statt. WhatsApp nutzt für seine Sicherheit das bewährte Signal-Protokoll, das in Fachkreisen als Goldstandard gilt. Ohne handfeste Code-Analysen bleibt die Klage somit nur eine Aneinanderreihung von Behauptungen ohne Substanz. Für die Nutzer bedeutet das vorerst Entwarnung beim Thema Datenschutz.

Es wirkt fast so, als wolle man hier nur Schlagzeilen produzieren, um den Druck im NSO-Verfahren zu erhöhen. Sollte sich jemals eine Backdoor in dieser Größenordnung bestätigen, wäre das Vertrauen in digitale Kommunikation weltweit am Ende. Doch solange keine Beweise auf dem Tisch liegen, bleibt WhatsApps Versprechen der Privatsphäre technisch glaubwürdig. Wir beobachten die Gerichtsakten natürlich weiter für euch. Dennoch sieht es momentan stark nach einem juristischen PR-Stunt aus. Die Sicherheit eurer Nachrichten scheint weiterhin nach dem aktuellen Stand der Technik versiegelt zu sein.


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