Xiaomi 2026: Der Moment, in dem „eigene Technik“ plötzlich mehr ist als Marketing

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Quelle: Xiaomi

Manchmal kündigen Hersteller große Pläne an, und man nimmt es hin wie eine Wettervorhersage. Bei Xiaomi fühlt sich das gerade anders an. Seit dem ersten selbst entwickelten XRING‑Chip im vergangenen Jahr baut sich da etwas auf, das größer wirkt als ein einzelnes Bauteil. Eher wie ein Strategiewechsel, der 2026 richtig sichtbar werden könnte.

Der XRING 01 im 15S Pro war schon ein Statement. Nicht perfekt, aber stark genug, um zu zeigen: Xiaomi kann mehr als nur Komponenten einkaufen. Jetzt taucht der Name XRING 02 in Markenregistern auf, und die üblichen Leaker schieben nach, dass das Teil im 17S Pro debütieren soll. Mai, wenn alles nach Plan läuft. Klingt plausibel.

Interessanter wird es aber an einer anderen Stelle. Hinter den Kulissen arbeitet Xiaomi offenbar an einem Gerät, das nicht nur einen eigenen Chip trägt, sondern auch ein eigenes Betriebssystem – inklusive nativer KI‑Schicht. Keine Android‑Abspaltung, sondern ein System, das stärker auf die eigene Hardware zugeschnitten ist. Ob das am Ende ein kompletter Bruch wird oder eher ein Hybrid, weiß noch niemand. Aber die Richtung ist klar: weniger Abhängigkeit, mehr Kontrolle.

Das erinnert natürlich an Huawei. Die haben den Weg notgedrungen eingeschlagen, nachdem die US‑Sanktionen ihnen die Wahl nahmen. Kirin‑Chips, HarmonyOS, eigene KI‑Stacks – heute läuft fast alles aus einer Hand. Und so sehr man über die Gründe streiten kann, der Ansatz hat Huawei stabilisiert. Xiaomi steht nicht unter diesem Druck. Sie dürfen ARM‑Designs weiter nutzen, sie dürfen Android weiter lizenzieren. Trotzdem schieben sie ihre eigene Plattform nach vorn. Das macht die Sache fast spannender.

Technisch dürfte der XRING 02 auf einem 3‑nm‑Prozess basieren. Das allein garantiert noch nichts, aber es öffnet Türen: effizientere KI‑Berechnungen, längere Laufzeiten, weniger Hitze. Wenn Xiaomi das mit einem eigenen OS kombiniert, das nicht erst durch fünf Android‑Schichten muss, könnte das Ergebnis ziemlich schnell wirken. Oder ziemlich unfertig. Beides ist möglich.

Offiziell sagt Xiaomi natürlich nichts. Sie sind gerade mit anderen Modellen beschäftigt, und große Strategiewechsel kündigt man selten Monate vorher an. Trotzdem: Die Puzzleteile liegen auf dem Tisch, und sie passen erstaunlich gut zusammen.

Ob das 2026 wirklich der große Befreiungsschlag wird? Schwer zu sagen. Aber es fühlt sich nach einem Jahr an, in dem Xiaomi mehr wagt als sonst – und vielleicht zum ersten Mal ernsthaft versucht, sich technologisch von der Konkurrenz zu lösen.

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