Xiaomi: HyperOS 4 startet mit Exklusiv-Klausel

Design des neuen HyperOS 4-Design von Xiaomi
Quelle: Xiaomi
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Xiaomis Update-Politik ist seit Jahren ne spannende Sache, doch die Strategie bei HyperOS 4 markiert eine spürbare Kehrtwende. Der Konzern startet ab Oktober 2026 den Rollout der neuen Oberfläche auf Basis von Android 17. Wer genau hinschaut, erkennt allerdings sofort die gezielte Zweiklassengesellschaft bei den Funktionen.

Soft Light Glass verlangt nach Spitzen-Chips

Das visuelle Aushängeschild der neuen Oberfläche nennt Xiaomi Soft Light Glass – intern auch als Liquid Glass bekannt. Transluzente Ebenen, dynamische Lichtbrechung und Unschärfeeffekte prägen künftig Sperrbildschirm, Kontrollzentrum und Widgets. Die sogenannte HyperIsland verarbeitet inzwischen über 130 Anwendungen.

Xiaomi koppelt die vollständige Grafikpracht allerdings strikt an die verbaute Hardware. Wer keinen Prozessor vom Schlag Snapdragon 8 Elite, Dimensity 9500 oder Xring O1 besitzt, bekommt die Effekte schlicht nicht zu sehen. Dass HyperOS 4 ausschließlich auf Android 17 setzt, zieht die Trennlinie zwischen Oberklasse und Mittelklasse damit noch schärfer als bisher.

Super XiaoAi 2.0 und der HyperCore-Gewinn

Im Systemkern schraubt der Hersteller mit dem HyperCore-System an den Leistungswerten. Redundante CPU-Instruktionen sinken im Vergleich zum Vorgänger um 14,4 Prozent. Das Ergebnis sind 27,2 Prozent mehr verbleibender Arbeitsspeicher und eine um 17 Prozent beschleunigte App-Startrate.

Ähnlich wie schon beim Performance-Schub unter HyperOS 3.0 greifen die Optimierungen tief in die Speicherverwaltung ein. Auch bei der Grafik und der Kamera legt das System zu: Das Scrollen in der Galerie läuft bis zu 90 Prozent flüssiger, während der Kaltstart der Kamera um 200 Millisekunden schneller gelingt. Die HDR-Fotoverarbeitung schrumpft von 310 Millisekunden auf 240 Millisekunden.

Bei der künstlichen Intelligenz baut Xiaomi den Assistenten Super XiaoAi 2.0 auf dem Sprachmodell MiMo V2.5 auf. Ein integriertes Langzeitgedächtnis sowie kontextbasierte Bildschirmerkennung ermöglichen komplexe Befehle. Im Expert Mode plant das System mehrstufige Reisen inklusive Kalendereinträgen oder erstellt Präsentationen aus einem einzigen Prompt. Ob und wann diese Funktionen in Europa landen, bleibt allerdings offen.

Apple Watch Anbindung und Verteilungsplan

Aufmerksam macht Xiaomi bei den Vernetzungsfunktionen. Mit Dual-Phone Syncing teilen sich zwei Geräte der Marken Xiaomi, Redmi oder POCO Anrufe und SMS-Einmalpasswörter in Echtzeit. Ein gleiches Xiaomi-Konto genügt, Nahfunkverbindungen wie Bluetooth oder WLAN sind nicht erforderlich. Über HyperConnect bindet das System zudem Windows und Apple Silicon an.

Einen bemerkenswerten Schritt wagt Xiaomi bei Smartwatches von Apple. Die neue App Xiaomi Connect im Apple Watch App Store erlaubt die direkte Kopplung von Uhren ab der Apple Watch Series 6 oder SE 2 mit Smartphones ab HyperOS 4.0.1. Gesundheitsdaten und Benachrichtigungen wandern so nahtlos auf das Android-Gerät.

Der eigentliche Rollout beginnt in den ersten Oktoberwochen 2026 für aktuelle Flaggschiffe. Xiaomi bündelt die Aktualisierung direkt mit dem September-Sicherheitsupdate für HyperOS-Geräte. Die Verteilung für ältere Modelle der Serien Xiaomi 13 bis 17, MIX Fold, REDMI K sowie das Xiaomi Pad 8 zieht sich bis Januar 2027 hin.

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