V2L-Sicherheitstest: Sicher bei Kurzschluss, absurd im Alltag

KI-generierte Darstellung Tesla steht vor einem Haus und wird an einer Wallbox aufgeladen
KI-Grafik: Schmidtis Blog
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Der ADAC-Sicherheitstest zu Vehicle-to-Load enthüllt ein drastisches Missverhältnis zwischen Laborsicherheit und Alltagsnutzen. Zwar trennen alle sechs Elektroautos bei gezielten Kurzschlüssen blitzschnell die Stromverbindung, doch die unlösbaren Praxisprobleme beginnen direkt danach.

10 Minuten Spitzenlast rettet Werkzeug, schwache Software nervt

Untersucht wurden die Entladefunktionen von BMW iX3, Renault 5, BYD, Kia, MG und XPeng. Weder Überlastungen noch harte Kurzschlüsse beschädigten die Hochvoltbatterien. Der BMW iX3 glänzt mit einer praxisnahen Besonderheit: Für knapp 10 Minuten toleriert er kurzzeitig 4 bis 5 kW, damit kabelgebundene Sägen oder Rasenmäher trotz hoher Anlaufströme nicht sofort die Notabschaltung auslösen. Normalerweise liegt die dauerhafte Leistungsgrenze streng bei 3,7 kW.

Fällt die Sicherung doch einmal, offenbart sich die Software-Katastrophe. Während BMW und XPeng nach dem Ausstecken sofort wieder einsatzbereit sind, fordern BYD und Kia händische Knopfdrucke am Adapter. MG verlangt das Tippen im Infotainment-Menü. Den Tiefpunkt markiert der Renault 5: Um das System nach einem ausgelösten Schutzschalter beim bidirektionalen Laden mit dem E-Auto neu zu starten, muss der Wagen abgeschlossen und der Schlüssel minutenlang weit weg getragen werden. Im Handbuch fehlt dieser Hinweis komplett.

Bordsystem frisst 500 Watt Standby für eine 50-Watt-Kühlbox

Absurd wird es beim echten Nutzen im Freien. Kein einziger Hersteller gestattet die V2L-Nutzung bei Regen oder Feuchtigkeit. Weil die Bordsysteme als isoliertes Netz ohne Schutzerder konstruiert sind, schieben die Marken das haftungsrechtliche Risiko vollständig auf den Kunden. Selbst bei günstigen Stromern zahlen Kunden für das Feature kräftig drauf, wie der Zusatzpreis für die V2L-Funktion beim Dacia Spring beweist. Ein Outdoor-Feature, das bei tröpfelndem Nieselregen nicht genutzt werden darf, bleibt eine Mogelpackung.

Der echte Effizienzkiller ist jedoch die Leistungselektronik. Damit die Steckdose 230 Volt bereitstellt, müssen Wechselrichter, Kühlung und Hochvolt-Steuergeräte durchgehend aktiv bleiben. Dieser Eigenverbrauch schluckt ununterbrochen zwischen 300 und 500 Watt. Wer eine kleine Camping-Kühlbox mit 50 Watt betreibt, verpulvert das Zehnfache der Nutzenergie rein für das Wachhalten der Auto-Elektronik. Über ein Camping-Wochenende gehen so etliche Kilowattstunden nutzlos verloren.

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