Mercedes-AMG GT SUV: 1.169 PS greifen Porsche frontal an

Teaser zum kommenden Mercedes-AMG SUV
Quelle: Mercedes-AMG GmbH
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Für mich ist heute der Tag der Wahrheit für Affalterbach. Wenn Mercedes-AMG heute Abend um 18:30 Uhr in Stuttgart das neue AMG GT SUV enthüllt, steht Hollywood-Star Brad Pitt als Markenbotschafter im Scheinwerferlicht. Doch die eigentliche Botschaft richtet sich nicht an die Glitzerwelt, sondern direkt nach Zuffenhausen: Mercedes will den elektrischen Porsche Cayenne mit brachialer Rundzellen-Power und Axialfluss-Technik noch vor dem Start stellen.

Drei Axialflussmotoren und fast 2.000 Nm Drehmoment

Das neue SUV nutzt als zweites Modell nach dem elektrischen Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé die reine AMG.EA-Elektroplattform. Entwickelt am Stammsitz in Affalterbach und gebaut im Werk Sindelfingen, verabschiedet sich Mercedes endgültig von der behäbigen EQ-Ästhetik. Das Topmodell AMG GT 63 SUV kombiniert drei Motoren zu einer Systemleistung von 860 kW (1.169 PS) und knapp 2.000 Nm Drehmoment. Darunter rangieren zwei zivilere Varianten mit 500 bis 600 PS sowie rund 800 PS.

Technisch setzt AMG auf kompakte Axialflussmotoren mit Pancake-Geometrie von der britischen Konzerntochter YASA. Die Hinterachse bündelt zwei dieser scheibenförmigen Aggregate mit zwei Siliziumkarbid-Invertern und einem Planetenradgetriebe. An der Vorderachse arbeitet ein drittes Aggregat mit Stirnradgetriebe. Rollt das SUV im Teillastbereich über die Autobahn, kuppelt das System die Vorderachse physisch ab, um unnötige Schleppverluste zu stoppen.

Den Kontakt zur Straße halten 325er-Walzen an der Hinterachse. Gelenkt wird über alle vier Räder, gestützt von einer Luftfederung mit aktivem Wankausgleich. Weil das Batteriepaket als tragendes Versteifungselement im Unterboden sitzt, bleibt vorne trotz Allradtechnik Raum für praktischen Nutzen: Der vordere Kofferraum fasst spürbar mehr als die 41 Liter Frunk-Volumen der Flachbau-Limousine.

600 kW Ladeleistung trifft auf Öl-Direktkühlung

Beim Energiespeicher wählt Mercedes mit rund 106 kWh Nettokapazität einen bewusst dynamischen Ansatz. Statt tonnenschwere Akkuklötze zu verbauen, setzt die 800-Volt-Architektur auf maximales Tempo an der Säule. Der Speicher besteht aus 18 Modulen mit insgesamt 2.660 Rundzellen (105 Millimeter Höhe, 26 Millimeter Durchmesser).

Der Clou liegt in der Immersionskühlung: Jede einzelne Zelle wird direkt von einem nichtleitenden Spezialöl umströmt. Diese Technik transportiert die thermische Spitzenlast um Welten schneller ab als klassische Kühlplatten. Dadurch hält der Wagen Ladeleistungen von bis zu 600 kW stand. Zusammen mit den extremen Laderaten der AMG.EA-Plattform schrumpft der Ladestopp auf wenige Minuten, während die Reichweite im Bestfall bei 600 Kilometern liegt.

Technische KennzahlWert (Topmodell AMG GT 63 SUV)
PlattformAMG.EA (800-Volt-Architektur)
Systemleistung860 kW / 1.169 PS
Drehmomentknapp 2.000 Nm
Motoren-Setup3 Axialflussmotoren (2 hinten, 1 vorne)
Batteriekapazitätca. 106 kWh (2.660 Rundzellen in 18 Modulen)
KühlungDirektes Umströmen mit nichtleitendem Kühlöl
Ladeleistung (Peak)bis zu 600 kW
Reichweite (Hersteller)bis zu 600 km
Bereifung Hinterachse325 mm

MB.OS-Cockpit und der künstliche V8-Klang

Im Innenraum debütiert das Cockpit mit einem 10,2 Zoll Kombiinstrument und einem fahrerorientierten 14,0 Zoll Touchscreen. Für den Beifahrer gibt es einen separaten Infotainment-Screen. Gesteuert wird das Ensemble über das neue Betriebssystem MB.OS, das generative KI-Dienste von Google Gemini, ChatGPT und Microsoft Bing nativ vereint.

Ein spaltendes Feature bleibt die Sound-Simulation. AMG spielt über die Bordlautsprecher einen künstlichen V8-Klang ein und unterbricht beim virtuellen Schalten sogar kurz die Zugkraft. Das mag Verbrenner-Nostalgikern gefallen, wirkt bei einem derart hochentwickelten Elektroantrieb aber deplatziert. Wer 1.169 PS aus Axialflussmotoren abruft, braucht keine synthetische Achtzylinder-Nostalgie, sondern unverfälschte Dynamik.

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